Christopher Street Day in Dortmund droht das Aus

Für den CSD in Dortmund wird's eng: Das Geld ist knapp.
Für den CSD in Dortmund wird's eng: Das Geld ist knapp.
Foto: Laryea
Die größte schwul-lesbische Veranstaltung Dortmunds steht auf der Kippe: Für die Organisation des Christopher Street Days im August fehlt das Geld.

Dortmund..  Wenn bis Ende Februar nicht 6000 Euro aufgetrieben werden, wird der Christopher Street Day (CSD), das bunte Straßenfest in der Dortmunder City, dieses Jahr ausfallen. Dabei haben die Veranstalter große Pläne.

Der Dortmunder Dachverband der lesbischen, schwulen und transidenten Initiativen und Vereine (Slado), der das Stadtfest zum Christopher Street Day (CSD) in den vergangenen Jahren immer organisiert hat, spricht in einer Pressemitteilung von 6000 Euro, die fehlen - bei Gesamtkosten von mindestens 11.000 Euro.

Derzeit versucht der Slado Sponsoren zu gewinnen. Nach eigenen Angaben wurden bereits etliche heimische Unternehmen angeschrieben und in der schwul-lesbischen und transidenten Dortmunder Szene um Spenden geworben - bisher ohne ausreichenden Erfolg. Bis Ende Februar hat sich der Slado Zeit gegeben. "Wenn bis dahin die Finanzierung des CSD nicht gesichert ist, wird es ihn weder in der bisherigen noch in der neuen Form geben", so die Organisatoren.

Umzug auf den Friedensplatz geplant

Dabei sollte das CSD-Stadtfest in diesem Jahr komplett neu gestaltet werden. Der Slado plant, den bisherigen Standort rund um die Reinoldikirche aufzugeben und stattdessen auf dem Friedensplatz zu feiern. "Besucher haben in den vergangenen Jahren immer kritisiert, dass ihnen der CSD mit der Bühne hinter der Reinoldikirche und dem Großteil der Stände vor der Reinoldikirche auseinandergerissen erschien", sagt Frank Siekmann, Slado-Vorstand.

Auf dem Friedensplatz solle das Straßenfest kompakter werden und mehr den Bedürfnissen der Szene entsprechen, so Siekmann. Um besser in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, plant der Slado eine politische Demonstration, wenn auch ohne Wagen wie in Köln oder Berlin.

2014 kamen über 10.000 Menschen

Der CSD erinnert an eine Razzia der New Yorker Polizei in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni im Jahr 1969. Sie fand in einer Szenebar statt. In der Christopher Street kam es zum Aufstand von Schwulen und Lesben gegen Diskriminierung, Willkür und Ausgrenzung.

Bei der letzten Dortmunder Ausgabe des Straßenfestes kamen 2014 mehr als 10.000 Menschen in die City.

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