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Chefs von DSW und DEW rangeln um Steag-Posten

26.10.2012 | 04:00 Uhr
Chefs von DSW und DEW rangeln um Steag-Posten
Firmensitz der Steag GmbH - fünftgrößter Energieproduzent in Deutschland - ist Essen. Anfang 2011 übernahm eine kommunales Konsortium von Stadtwerken an Rhein und Ruhr unter Duisburger Führung die Anteilsmehrheit.Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.   Zwei Dortmunder sind wohl die Kandidaten für den Posten des Aufsichtsrats-Chefs der Steag GmbH: Stadtwerke-Chef Guntram Pehlke und DEW-Chef Dr. Frank Brinkmann. Noch ist die Kandidatur der beiden allerdings nicht bestätigt. Problematisch: Ihre Kandidatur könnte Dortmund schaden - und Bochum nützen.

Zwei Top-Leute aus der Dortmunder Stadtwirtschaft könnten unter sich ausmachen, wer neuer Aufsichtsrats-Chef bei der Steag GmbH wird und damit die Führerschaft des Stadtwerke-Konsortiums Rhein-Ruhr von Duisburg nach Dortmund holt. DSW-Chef Guntram Pehlke oder DEW-Chef Dr. Frank Brinkmann .

Anfang 2011 hatte ein kommunales Konsortium von Evonik die ersten 51 % des fünftgrößten deutschen Energieerzeugers Steag übernommen - mitsamt Option, später Alleineigentümerin zu werden. Auch, weil sich Dr. Hermann Janning als Chef der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV) stark engagierte beim Einfädeln des Steag-Deals, wurden die Duisburger Stadtwerke (mit 19%) größter Einzeleigentümer und Konsortialführer. Im März 2011 übernahm Janning den Vorsitz im Steag-Aufsichtsrat.

Posten könnte bald frei werden

Wann der ebenso einflussreiche wie lukrative Posten wieder frei wird, dürfte nur noch eine Frage weniger Monate sein. Denn die Trennungsgespräche zwischen Janning und seinem bisherigen Duisburger Arbeitgeber sollen inzwischen soweit gediehen sein, dass der DVV-Aufsichtsrat in der kommenden Woche die Details beraten und entscheiden kann.

Insider gehen davon aus, dass Janning nach dem Chef-Posten bei der DVV eher über kurz als über lang auch die Präsidentschaft im Verband kommunaler Unternehmen (VkU) sowie den Aufsichtsratsvorsitz bei der Steag GmbH in Essen wird abgeben müssen.

Damit dürfte die erste Anwartschaft auf die Übernahme der Konsortialführerschaft mitsamt dem damit verknüpften Aufsichtsratsvorsitz nach Dortmund wandern. Immerhin sind die Dortmunder zwar nur mit 18 Prozent Steag-Eigentümer geworden - das allerdings gleich im Doppelpack: mit je 18 Prozent von DSW 21 und DEW21.

Sorge bei den Fraktionen

Den Nebenverdienst als Steag-Aufsichtsratschef (man darf wohl von einem sechsstelligen Betrag im Jahr ausgehen) und vor allem den Machtzuwachs können offenbar sowohl der DSW- als auch der DEW-Chef gebrauchen. Wie man hört, ziehen Pehlke und Brinkmann - beide sitzen bereits als Eigentümervertreter im Steag-Aufsichtsrat - an allen ihnen wichtig erscheinenden Fäden, um vom kommunalen Eigentümerkreis befördert zu werden. In der Dortmunder Stadtwirtschaft ist der Vorstandssprecher der DSW AG dem Sprecher der DEW-Geschäftsführung klar übergeordnet.

Eine offizielle Bestätigung dafür, dass ihre Chefs - in Konkurrenz zueinander - zum Steag-Aufsichtsratsvorsitz greifen, gibt es weder bei den Dortmunder Stadtwerken (DSW21) noch bei der Dortmunder Energie und Wasser (DEW21).

Bei den Fraktionen im Rathaus löst der Umstand, dass sich Dortmund völlig zerstritten um die Konsortialführerschaft bewirbt, eher Sorge aus. „Nicht, dass es am Ende noch einen lachenden Dritten gibt“, heißt es mit Blick auf Bernhard Wilmert; auch dem Chef der Bochumer Stadtwerke GmbH werden Ambitionen auf den Steag-Aufsichtsratsvorsitz nachgesagt.

Rolf Maug


Kommentare
26.10.2012
12:53
Chefs von DSW und DEW rangeln um Steag-Posten
von vaikl2 | #1

"Die Steag verdient inzwischen in Deutschland kein Geld mehr." (Zitat aus dem Wirtschafts-Ressort)

Mehr muss man zu dieser Kommunal-Posse nicht sagen.

2 Antworten
Chefs von DSW und DEW rangeln um Steag-Posten
von Ratsmitglied | #1-1

Außer vielleicht den Satz, dass sich STEAG im Auslandsgeschäft dumm und dämlich verdient.

Chefs von DSW und DEW rangeln um Steag-Posten
von vaikl2 | #1-2

Jo, so "dumm", dass die Kommunen für die noch zu kaufenden restlichen 49 Prozent nun händeringend einen privaten Investor suchen, der zum einen das KnowHow und zum anderen die notwenigen Investitionsmittel für den Erhalt des Aulandsgeschäfts hat. Mit anderen Worten - entweder ersticken die Kommunen an dem faulen Brocken und den selbstgesteckten Zielen oder wir haben eins der undurchdringbarsten Konzern-Konglomerate der letzten 100 Jahre am Bürger-Hals.

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