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Chance und Risiko für Gastronomen am Phoenix-See in Dortmund

25.05.2012 | 09:00 Uhr
Für Gastronomen wird es nicht so leicht, am Phoenix-See in Dortmund lukrative Geschäfte zu machen, meint ein Gastronomiefachmann.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Am Phoenix-See in Dortmund liegen Chancen und Risiko gleichermaßen. Das trifft besonders auf die Gastronomie am Hörder Ufer zu. Einerseits lockt das schöne Ambiente, andererseits schrecken hohe Pachtpreise ab. Und nur das Saisongeschäft reicht Gastronomen nicht, um über die Runden zu kommen.

Stephan Bromm hatte sein Büro schon im Stifts-Center, als der Blick aus dem Fenster noch Hörder Historie zeigte - totes, rostiges Eisen. Wenn der Projektentwickler und Unternehmensberater heute am Wassersaum des Phoenix-Sees entlang spaziert, betrachtet er etwas, was auch mal Teil seiner Arbeit war - die sich langsam zusammensetzende Gastro-Szene . Er war bereits mit Machbarkeitsstudien befasst, als der See noch Zukunft war. Und, wie findet er die Gegenwart?

„Der See ist ein absoluter Gewinn für Hörde“, soviel steht für ihn fest. Aber er hat auch mit Interesse beobachtet, dass es solch ein Rieseninteresse an der Übernahme einer Pole Position mit Wellenschlag unter Dortmunds Gastronomen nicht gegeben hat. „Es gab und gibt Nachfrage, aber ein Hype ist für mich nicht erkennbar.“

20 bis 25 Euro pro Quadratmeter

3500 bis 4000 qm Gastronomieflächen würden an den Ufern entstehen, schätzt er. Die Pachtpreise seien allerdings mit 20-25 Euro/qm gar nicht so weit entfernt von den guten Innenstadt-Lagen. Das Ganze sei durchaus mit Risiken versehen. Weil es Betriebe mit Größen von 900 Quadratmetern und mehr gebe, dürften die die Betreiber eine ziemliche finanzielle Verantwortung spüren.

Gastronomiefachmann Stephan Bromm.

„Bei den Mieten müssen die Läden 16-18 Stunden geöffnet sein, um ausreichend Umsätze zu generieren - ich bin mal gespannt, wie hier die Bereiche Arbeit, Freizeit und Wohnen miteinander klarkommen.“ Denn lange Öffnungszeiten bedingen Lärm, Suchverkehr. Das Seeufer dürfte zudem auch gerne das Ziel für vagabundierende Jugendliche mit Six-Packs am langen Arm werden. Und ein See schluckt keinen Schall.

Bei dem hohen Mietniveau hätte eine kleinflächige und individualisierte Gastronomie kaum eine Chance. Eher eine Systemgastronomie mit Angeboten an den Massengeschmack. „Es ist wie in der City, wie bei der Mode.“ Masse, Mitte. Keine Kritik, sondern Folge. „Wer hier aufmacht, der kann sich nichts mehr großartig überlegen - der hat sofort Druck.“

Fast alles in der Innenstadt belegt

Stephan Bromm sieht vor dem Hintergrund durchaus die Gefahr, dass sich Gastronomen überschätzen. Für ihn steht fest: „Man ist hier ziemlich abhängig von der Naherholung, das kann schwierig werden. Denn vier Monate im Sommer werden fürs Geschäft nicht reichen, die Läden müssen ihr Geld auch im November und Februar einspielen.“ Den Standort ganzjährig zu beleben, das sei die Mammutaufgabe für die Gastronomen an den Gestaden.

Andererseits: In der Dortmunder Innenstadt gebe es kaum mehr freie Flächen zur Ansiedlung von Gastronomie, wer also eine Alternative zur City suche, der kann durchaus in Hörde sein Glück versuchen.

Nur einfach wird es nicht.

Hitze am Phoenix-See

Leinen los am Phoenix-See

Dirk Berger

Kommentare
30.05.2012
02:35
Chance und Risiko für Gastronomen am Phoenix-See in Dortmund
von nothdurft | #6

Starke Konkurrenz für die Rheinufer_promenade, was die Preise angeht. Ich bring mir ne Picknickdecke und was Leckeres mit, kostet nix und wenns...
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Chance und Risiko für Gastronomen am Phoenix-See in Dortmund
Chance und Risiko für Gastronomen am Phoenix-See in Dortmund
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/chance-und-risiko-fuer-gastronomen-am-phoenix-see-in-dortmund-id6691497.html
2012-05-25 09:00
Mietniveau, Phoenix-See, Gastronomie, Dortmund, Stadtentwicklung
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