CDU will Stadtbahn-Haltestellen "doppel-benennen"
04.02.2013 | 17:38 Uhr 2013-02-04T17:38:43+0100
Dortmund. Die CDU will mit neuen Haltestellen-Namen für Dortmunder Kulturangebote "werben". So könnte aus dem Stadtbahn-Halt "Stadtgarten" etwa die neue Station "Stadtgarten/Theater" werden — was allerdings mit enormen Kosten verbunden wäre.
Die CDU-Ratsfraktion will im Dortmunder ÖPNV-Netz besser auf das kulturelle Angebot der Stadt hinweisen. Thomas Pisula, planungspolitischer Sprecher der Fraktion, begründet die Initiative wie folgt: „Fährt man mit der U-Bahn durch die Stadt, gibt es bisher keinerlei Hinweise auf Theater, Museen oder sogar das Dortmunder U. Das wollen wir geändert haben.“
Namensergänzungen wünscht sich die CDU in erste Linie für die Haltestelle Stadtgarten, die künftig den Doppelnamen „Stadtgarten/Theater“ tragen soll. Zudem sollen die Haltestellen Westentor und Fredenbaum umbenannt werden — in "Westentor/Dortmunder U" und „Fredenbaum/Naturkundemuseum“.
Eine Umbenennung von Haltestellen zieht allerdings enorme Kosten nach sich, erklärt DSW-Sprecher Wolfgang Herbrand. Immerhin müssten nicht nur Haltestellen selbst neu beschildert werden — sondern die komplette technische Infrastruktur muss angepasst werden, von der digitalen Haltestellen-Anzeige im Stadtbahn-Wagon bis zur komplexen Signaltechnik auf der Strecke. Allein für die Umbenennung des Knotenpunktes "Stadtgarten" wäre ein niedriger bis mittlerer sechsstelliger Betrag fällig, so Herbrand. Immerhin müssten rund 70 Wagen umgerüstet werden. Neue Linienpläne an sämtlichen Haltestellen wären da noch das geringste Übel.
DSW muss Umbenennungen beschließen
Zuständig für die Umbenennung wäre allein die DSW. "Wenn die CDU mit dieser Idee an uns herantritt, werden wir sie natürlich prüfen", stellt DSW-Sprecher Herbrand in Aussicht. In der Vergangenheit sei man mit Umbenennungen indes immer "sehr restriktiv" umgegangen.
Neben der Umbenennung von Haltestellen könnte sich die CDU auch erweiterte Lautsprecherdurchsagen in den U-Bahnen vorstellen, die auf Kultureinrichtungen aufmerksam machen — etwa in der Art von "Nächster Halt: Kampstraße. Von hier aus erreichen Sie das Konzerthaus."
06:27
Super Idee, liebe CDU! Aber warum sollten wir in Dortmund nur für die Kultur werben? Werben wir doch auch für unsere lokale Wirtschaft – z.B. für das traditionelle Handwerk:
Wie wäre es denn mit der Station „Kampstraße / Westfälische Mettwurst“ für die Metzgerinnung oder die Station „Stadthaus / Kürbiskernbrötchen“ für das Bäckereihandwerk. Ob sich die Kfz-Mechatroniker aber wirklich über die Station „Leopoldstraße / Ölwechsel“ freuen, mag man bezweifeln. Dahingegen klingt „Hauptbahnhof / Westfalenpotthast“ doch richtig heimelig.
Oder sollte man angesichts klammer öffentlicher Kassen nicht gleich auch Markennamen eine Chance geben: „Stadtgarten / Brinckhoff´s No. 1“ oder „Borsigplatz / Hansa Pils“ zeugen von der großen Vergangenheit Dortmunds als Bierstadt. Mit „Do-Hörde Bf / Oxygenstahl“ bewerben wir zwar ein längst nicht mehr in dieser Stadt erzeugtes Produkt, doch so viel Hommage sollte schon sein.
Hat jemand noch weitere Ideen? Immer her damit!
12:11
Das ist Werbung pur und geht für mich überhaubt nicht. Außerdem ist die Thiergalerie noch ca. 450 m entfernt.
Hacheney/Zoo ist zu Fuss auch eine ganze Ecke ca. 650 m enfernt. Geht auch nicht.
Man sollte alles so lassen.
15:55
Wie wollen die mit solchen Themen eigentlich mal Verantwortung für die ganze Stadt übernehmen? Wenn das alles ist, was die in sechs Monaten auf die Beine stellen: Peinlich!
14:47
Wie wäre es, erstmal mit den Haltestellendurchsagen anzufangen? Das dürfte ja ein vergleichsweise geringer Aufwand sein. Ob man dann alle Pläne und die Signaltechnik erneuert kann man dann ja mittelfristig prüfen.
12:44
Die Dortmunder, die mit der Stadtbahn zum Thaeter fahren, wissen, dass man da am "Stadtgarten" aussteigen muss und auch die wenigen, die zum Dortmunder U wollen, wissen, dass sie am Westentor aussteigen müssen. Wer glaubt durch teure Umbennungsorgien etwa mehr Besucher in die überteuerten Kuklturtempel wie das "U" der selbsternannten Kultureliten locken zu können, der irrt und mag lieber an das Christkind und den Osterhasen glauben! Aber - den Eindruck hat man von Teilen der Politik ohnehin schon.
Kultur ist eben nicht Ihre Spielwiese.
10:26
Nixx Neues an der Emscher! In Herne wurde schon vor Jahren die Haltestelle "An der Kreuzkirche" in "Archäologiemuseum/Kreuzkirche" umbenannt und keinen hat´s gejuckt.
Viel Bohei um nixx!
09:43
Einfach nur eine gute Idee!
Fragt man sich nur warum nie jemand früher auf die Idee gekommen ist?
08:51
Coole Idee!
Da gehört "Leopoldstraße / Puff" auf jeden Fall dazu. Ansonsten vielleicht noch "Hauptbahnhof / McDonalds", "Kampstraße / RWE-Tower".
Weitere Vorschläge? :-)
08:37
Die Haltestellenschilder sind noch das kleinste Problem, die Personalkosten der Programmierer machen die Sache so teuer. (Die Zugzielanzeiger werden von der Signaltechnik gesteuert.)
08:35
Wer mit der Bahn z.B. zum Theater fahren will, wird sich wohl schon vor der Abfahrt informieren, mit welcher Linie er bis zu welcher Haltestelle fahren muss.