CDU und Grüne wollen Saufraum
19.11.2009 | 19:15 Uhr 2009-11-19T19:15:00+0100Dortmund. CDU und Grüne im Rat begrüßen einen Saufraum für die Nordstadt. Mit inhaltlich fast deckungsgleichen Erklärungen weisen beide Fraktionen die SPD-Kritik an einem solchen Trinker-Treff zurück.
Die Idee von Dezernent Wilhelm Steitz, das Kieler Erfolgsmodell gegen Alkohol auf öffentlichen Straßen und Plätzen im Dortmunder Norden anzutesten, könne die Situation für Trinker und Anwohner verbessern.
Zumindest eine Chance
„Der Saufraum könnte ein erster Schritt sein, um die Lebensqualität für Anwohner zu steigern”, sagt Christiane Krause, ordnungspolitische Sprecherin der CDU – „zumal dort auch ein niederschwelliges Angebot für Sozialberatung stattfinden soll”. Das Konzept eröffne „zumindest eine Chance, etwas zu ändern”.
Lieber drinnen als draußen
Negativreden allein helfe niemandem. Man könne Trinker ja nicht aus der Nordstadt in andere Stadtteile vertreiben. Ihr persönlich seien sie „in einem Raum zusammen lieber, als verteilt auf öffentlichen Plätzen, vor Kiosken oder auf Spielplätzen”. Im Saufraum könnten „sie sich weiterhin mit Gleichgesinnten treffen, ohne dass Anwohner sich belästigt, bedrängt oder gar verängstigt fühlen”, so Krause.
Situation entspannen
Helga Hilbert, sozialpolitische Sprecherin der Grünen im Rat, stößt ins selbe Horn. „Ein solcher Raum löst die sozialen Probleme nicht. Aber er kann dazu beitragen, die Situation der Anwohner zu entspannen, insbesondere um den Nordmarkt herum.”
Der SPD wirft sie Besserwisserei vor. „Es ist erstaunlich, dass Frau Dr. Hetmeier schon jetzt weiß, dass ein eigener Treffpunkt für Alkoholiker nicht überzeugen und keine Hilfe bieten kann. Die Erfahrungen aus Kiel sind völlig andere.” Der dortige Saufraum sei „mehr als nur ein Treffpunkt. Es gibt dort auch eine warme Mahlzeit, eine Dusche, Schuldenberatung, Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitssuche sowie Arbeitsgelegenheiten”.
Standort sensibel wählen
Der Standort für einen Saufraum „muss sensibel bedacht werden”, sagt Krause. Der Nordmarkt scheide eher aus, „denn dann müsste das neu eröffnete Café bald schon wieder schließen” – mangels Kunden. Und: Mit der Alkoholproblematik sollte auch die des „Arbeiterstriches” aufgegriffen werden. „Auch diese großen Gruppen von Menschen machen vielen Anwohnern Angst.”
17:31
#10:
Ich könnte mir vorstellen, dass das von Ihnen titulierte Gesindel Interpunktion, Grammatik sowie Orthographie besser beherrscht als Sie.
Wie wäre es mit einem Deutschkurs bei der VHS?
Im Ernst: Wenn man scheinbar intellektuell selbst nicht auf der Sonnenseite des Lebens steht, sollte man die geistigen Kollegen nicht beschimpfen.
15:19
ich fass es nicht .
einen saufraum einrichten damit das gesindel beim saufen im trokenen sitzt.
oder ich ich hätte einen vorschlag.
einen eintritts betrag nehmen und damit das haushaltsloch der stadt-dortmund zu stopfen.
das wäre doch vertretbar
13:09
In der Nordstadt gibt es den Refelex, erstmal grundsätztlich alles abzulehnen, sei es diesen Saufraum oder den viel diskutierten Drogenkonsumraum. Dabei gehört beides in den Norden - und zwar flächendeckend, an mehreren Standorten. Aber nein, da heißt es dann: Immer alles in die Nordstadt!
Aber sollen sie sich doch gegen alle Hilfsangebote wehren - im Ergebnis wird sich dann allerdings gar nichts ändern und die Nordstadt muss weiter mit den Trinkern an jeder Ecke und den herumliegenden gebrauchten Spritzen leben. Da kann man nur sagen: Danke, SPD!
11:49
@#7HF
Das ist so mit das Lächerlichste, was zu dem Thema bislang zu vernehmen war.
Erstens gibt es nicht mal genug Arbeitsplätze für Nicht-Alkoholabhängige und der Mittelstand könnte auch bei bester Umsorgung nicht das kompensieren, was an Humankapital durch die Glabal Player freigesetzt wurde.
Zum anderen ist Alkoholismus eine Krankheit, die nicht dadurch verschwindet, wenn man den Betroffenen Arbeit anbietet.
Und: Wenn für die doch so angemahnt-geforderten Integrations-Maßnahmen (Sprachunterricht etwa) keine Gelder mehr da wären, würde sich ein Problem verschärfen, neben dem sich das mit Trinkern in der Öffentlichkeit als Problemchen verhält.
10:26
Würde die Stadt, das Land, weniger Geld für Integration verschwenden und dafür den Mittelstand fördern, gäbe es keine, naja, zumindestens kaum, Säufer in der Nordstadt, weil sie Arbeit hätten.
10:24
Würde die Stadt, das Land, weniger Geld für Integration verschwenden und dafür den Mittelstand förndern, gäbe es keine, naja, zumindestens kaum, Säufer in der Nordstadt, weil sie in Arbeit hätten.
07:14
Vielleicht ließe sich das Problem ja entschärfen, wenn nach dem Verursacherprinzip agiert würde: für die Kosten kommen die Brauereien auf, und die Betreuung der Stätte übernehemen im Rotationsprinzip die Vorstandsmitglieder der Brauereien...
Wäre es nicht ehrlicher, die Problemgruppe in einen intravenösen Dauerrausch zu versetzen als diesen Eiertanz aufzuführen?
00:36
Ja, Herr Prüsse: Hier könnten wir doch bald eine Entscheidung à la Rot pur sehen. Oder welchen Farben bilden noch einmal die Flagge von Jamaika?
00:06
Es ist aber auch mal interessant zu lesen, warum die SPD gegen die Saufräume sind. Dabei geht es weniger um das Konzept allgemein, sondern vielmehr um die Umsetzung. Hier ein Auszug von MArita Hetmeiers Homepage:
In Kiel ist der Raum von 9.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. In der Nordstadt sind insbesondere Kinder und Jugendliche diejenigen, die unter den Trinkgelagen leiden. Diese Kinder sind zwischen 9.00 und 15.00 Uhr in der Schule oder im Kindergarten. In ihrer Freizeit können sie öffentliche Grünanlagen, Spielplätze und Jugendfreizeitstätten nicht nutzen, weil sie Angst vor Trinkern haben.
In Kiel finden sich täglich ca. 20 bis 25 Personen im Saufraum ein. Allein auf dem Nordmarkt tranken im vergangenen Sommer täglich zwischen 60 und 80 Personen.
Der Saufraum in Kiel wird von der Obdachlosenhilfe betreut. Sie macht dort eine lobenswerte Arbeit, aber in Dortmund gibt es bereits Betreuungsangebote, die fachlich ausgewiesen und erfolgreich sind. Allerdings sind sie nicht kostenlos zu haben.
Gewiss gibt die Stadt Kiel 75.000 Euro für drei Jahre. Das mag für zwei Tresenkräfte reichen, für tatsächliche Betreuung und Hilfe reichen pro Jahr 25.000 € jedenfalls nicht aus. Echte Hilfe sieht anders aus. In Dortmund sind dafür Konzepte entwickelt worden, z.B. in der Werkstatt Passgenau, wo die Betroffenen die Chance erhalten, wieder eine Tagesstruktur für ihr Leben zu bekommen. Das ist ein gutes und wirksames Konzept. Solche Konzepte müssen weiter verfolgt und ausgebaut werden. Aufbewahrtes Saufen ist kein gutes Konzept! „Ich stelle fest, dass gerade die Grünen das Trinken gern dorthin abschieben wollen, wo viele Menschen mit Migrationshintergrund wohnen und viele sozial Schwache, die sich nicht wehren können. Da müsste sich doch eigentlich auch die Jugend- und Schuldezernentin zur Wehr setzen. Oder soll das der neue Weg sein, wie Kinder in Dortmund aufwachsen?“ so noch einmal Dr. Marita Hetmeier.
00:00
Wer bitte schön ist denn die SPD. Die haben doch in dieser Stadt nix mehr zu sagen. Denke ich mal.