BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis

Borussia Dortmund hat im Kampf gegen die Neonazis die Stadionordnung verschäft.
Borussia Dortmund hat im Kampf gegen die Neonazis die Stadionordnung verschäft.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Borussia Dortmund hat die Stadionordnung für den Signal-Iduna-Park geändert und weiter verschärft, um besser für den Kampf gegen Rechtsextreme im Stadion vorgehen zu können. Der Klub behält sich vor, Anhänger allein schon wegen der Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Partei aus dem Stadion zu verweisen.

Dortmund.. Die Fanszene von Borussia Dortmund steht noch unter dem Eindruck des Angriffs auf Thilo Danielsmeyer vom Fan-Projekt Dortmund und den Fanbeauftragten Jens Volke. Die Anhänger zeigen im Internet ihre Solidarität und diskutieren, wie man sich gegen Neonazis im Stadion wehren kann. Offenbar hat der Angriff viele Fans wachgerüttelt, die die Gefahr von rechts bislang noch unterschätzt hatten. Unterdessen hat der Verein bereits zum Jahresbeginn seine Stadionordnung weiter verschärft. Darauf weist die BVB-Fanabteilung auf ihrer Internetseite hin.

Die Stadionordnung enthielt nach einer Anpassung im Sommer bereits ein Verbot von Kleidung mit der Aufschrift "Borussenfront". Die Marken Thor Steinar und Consdaple waren zuvor bereits verboten. Nun ist der BVB noch einen Schritt weiter gegangen und hat gewissermaßen einen Radikalenerlass in die Stadionordnung geschrieben.

Verein behält sich Stadionverbote gegen Rechts- oder Linksextreme vor

In Paragraph 6a der Stadionordnung (Besondere Bestimmungen zur Ausübung des Hausrechtes) spricht sich der BVB "gegen rassistische, gewaltverherrlichende, antisemitische, nationalistische, ausländerfeindliche sowie rechts- und/oder linksextreme Tendenzen jeder Art" aus. Weiterhin behält sich der Bundesligist vor, Personen, "die links- und/oder rechtsradikalen Parteien, Vereinigungen oder Organisationen angehören" mit einem Stadionverbot zu belegen. Gleiches gilt für Mitglieder der rechts- oder linksradikalen Szene sowie für Personen, die in der Vergangenheit "durch rassistische, nationalistische, antisemitische, diskriminierende, gewaltverherrlichende, diffamierende oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind".

Überfall Damit hat der BVB Konsequenzen aus dem verstärkten Auftreten Rechtsradikaler im Stadion gezogen. Die Änderung der Stadionordnung wurde laut BVB-Fanabteilung am "Runden Tisch" beschlossen, den die Borussen ins Leben gerufen hatten, nachdem es im Sommer und Herbst 2012 zu mehreren Vorfällen mit Neonazis im Umfeld des Klubs gekommen war. Beim Heimspiel des BVB gegen Werder Bremen hatte ein Rechtsradikaler ein Solidaritätsplakat für den kurz zuvor verbotenen "Nationalen Widerstand Dortmund" im Stadion gezeigt. Am 1. September fielen Neonazis beim Auswärtsspiel der Drittligamannschaft des BVB in Erfurt auf. Eine Gruppe von acht Rechten wurde vom BVB daraufhin mit einem Stadionverbot für den Signal-Iduna-Park belegt. Werder Bremen und Bayer Leverkusen hatten diese Verbote für ihre Heimspiele gegen die Borussia übernommen.

Beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag verkauft die Fanabteilung T-Shirts mit der Aufschrift "Abpfiff für Rechts" und zeigt ihr rund 100 Quadratmeter großes Banner "Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen" an der Nordtribüne. Dieses Banner habe durchaus eine Wirkung auf rechtsradikale Fans, sagt Thilo Danielsmeyer. Sie hätten sich in die Ecke gedrängt gefühlt.