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Rechtsradikale

BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis

16.02.2013 | 17:44 Uhr
BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
Borussia Dortmund hat im Kampf gegen die Neonazis die Stadionordnung verschäft.Foto: Getty Images

Dortmund.  Borussia Dortmund hat die Stadionordnung für den Signal-Iduna-Park geändert und weiter verschärft, um besser für den Kampf gegen Rechtsextreme im Stadion vorgehen zu können. Der Klub behält sich vor, Anhänger allein schon wegen der Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Partei aus dem Stadion zu verweisen.

Die Fanszene von Borussia Dortmund steht noch unter dem Eindruck des Angriffs auf Thilo Danielsmeyer vom Fan-Projekt Dortmund und den Fanbeauftragten Jens Volke. Die Anhänger zeigen im Internet ihre Solidarität und diskutieren, wie man sich gegen Neonazis im Stadion wehren kann. Offenbar hat der Angriff viele Fans wachgerüttelt, die die Gefahr von rechts bislang noch unterschätzt hatten. Unterdessen hat der Verein bereits zum Jahresbeginn seine Stadionordnung weiter verschärft. Darauf weist die BVB-Fanabteilung auf ihrer Internetseite hin.

Die Stadionordnung enthielt nach einer Anpassung im Sommer bereits ein Verbot von Kleidung mit der Aufschrift "Borussenfront". Die Marken Thor Steinar und Consdaple waren zuvor bereits verboten. Nun ist der BVB noch einen Schritt weiter gegangen und hat gewissermaßen einen Radikalenerlass in die Stadionordnung geschrieben.

Verein behält sich Stadionverbote gegen Rechts- oder Linksextreme vor

In Paragraph 6a der Stadionordnung (Besondere Bestimmungen zur Ausübung des Hausrechtes) spricht sich der BVB "gegen rassistische, gewaltverherrlichende, antisemitische, nationalistische, ausländerfeindliche sowie rechts- und/oder linksextreme Tendenzen jeder Art" aus. Weiterhin behält sich der Bundesligist vor, Personen, "die links- und/oder rechtsradikalen Parteien, Vereinigungen oder Organisationen angehören" mit einem Stadionverbot zu belegen. Gleiches gilt für Mitglieder der rechts- oder linksradikalen Szene sowie für Personen, die in der Vergangenheit "durch rassistische, nationalistische, antisemitische, diskriminierende, gewaltverherrlichende, diffamierende oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind".

Überfall
Neonazis verprügeln Mitarbeiter des Dortmunder Fanprojekts

Sportlich lief es für Borussia Dortmund beim Auswärtsspiel in Donezk sehr gut. Doch in Fankreisen kam es während des Spiels zum Tabubruch. Thilo Danielsmeyer vom Dortmunder Fan-Projekt war auf der Stadion-Toilette von einem rechtsradikalen Fan brutal attackiert und verprügelt worden.

Damit hat der BVB Konsequenzen aus dem verstärkten Auftreten Rechtsradikaler im Stadion gezogen. Die Änderung der Stadionordnung wurde laut BVB-Fanabteilung am "Runden Tisch" beschlossen, den die Borussen ins Leben gerufen hatten, nachdem es im Sommer und Herbst 2012 zu mehreren Vorfällen mit Neonazis im Umfeld des Klubs gekommen war. Beim Heimspiel des BVB gegen Werder Bremen hatte ein Rechtsradikaler ein Solidaritätsplakat für den kurz zuvor verbotenen "Nationalen Widerstand Dortmund" im Stadion gezeigt. Am 1. September fielen Neonazis beim Auswärtsspiel der Drittligamannschaft des BVB in Erfurt auf. Eine Gruppe von acht Rechten wurde vom BVB daraufhin mit einem Stadionverbot für den Signal-Iduna-Park belegt. Werder Bremen und Bayer Leverkusen hatten diese Verbote für ihre Heimspiele gegen die Borussia übernommen.

Beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag verkauft die Fanabteilung T-Shirts mit der Aufschrift "Abpfiff für Rechts" und zeigt ihr rund 100 Quadratmeter großes Banner "Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen" an der Nordtribüne. Dieses Banner habe durchaus eine Wirkung auf rechtsradikale Fans, sagt Thilo Danielsmeyer. Sie hätten sich in die Ecke gedrängt gefühlt.

Stefan Reinke



Kommentare
19.02.2013
07:17
BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von Essen_OK | #10

Vollkommen richtig gemacht, BVB!
Wenn man einen Erlass gegen Radikale einführt, dann ist es nur Konsequent, wenn dieser in jede Richtung geht.
Dieses linksextreme Völkchen ist kein bisschen besser, als das, was in der rechten Ecke zu Hause ist.
Alles was unter Radikal läuft, gehört ausgeschlossen - überall.

2 Antworten
@Essen_OK
von mellow | #10-1

Das ist CSU-Rhetorik und geht komplett am Problem vorbrei.

Was, Essen OK,...
von Stefan2 | #10-2

...ist denn ein "linksextremes Völkchen"? Inwieweit ist es kein bisschen besser? Warum gehört es Ihrer Meinung nach aus dem Stadion ausgeschlossen?

Wollen Sie uns das noch mitteilen? Sonst kann man sich mit Ihrem Beitrag nicht inhaltlich auseinandersetzen.

19.02.2013
07:08
Stadionverbot gegen Heinrich Czerkus?
von Stefan2 | #9

Das Bündnis Dortmund nazifrei veröffentlicht eine Stellungnahme zum Radikalenerlass des BVB:
http://dortmundgegenrechts.wordpress.com/2013/02/18/bvb-will-gegen-linksradikale-vorgehen/

18.02.2013
13:26
BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von Distanz5 | #8

Ich hätte mir am Samstag ein klares Zeichen von Nobby Dickel bzw. der Vereinsführung erhofft. Stattdessen dankt er "nur" den 2.000 Donezk-Fahrern und erwähnt den Vorfall mit keiner Silbe. Chance vertan!

18.02.2013
09:08
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Name von Moderation entfernt | #7

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17.02.2013
22:59
BVB verschärft Stadionordnung drastisch und schlägt Heinz Curry Gewürz Ketchup deutlich
von AMSTERDAMNED | #6

Eigentlich ist es ganz einfach. Borussia Dortmund hält im S.I.-Park die Hausordnung und kann deshalb bestimmen wer willkommen ist und wer nicht willkommen ist. Es gelten die Bestimmungen auf der Eintrittskarte. So etwas kann man nicht einklagen und das ist gut so. Wenn man zB keinen Heinz Curry Gewürz Ketchup mit ins Stadion nehmen dürfte, dann hat man das auch zu respektieren. Die Regeln müssen nur zugänglich gemacht werden. Das ist alles.

17.02.2013
21:41
Grotesk und peinlich
von Stefan2 | #5

Ich finde es völlig grotesk, die Maßnahmen auch auf sogenannte Linksradikale auszudehnen. Es gibt doch mit Linken im Stadion überhaupt kein Problem. Der BVB propagiert so etwas natürlich, um sich von den vielen Tausend vermeintlich neutralen, in Wahrheit aber rechtsoffenen "Fans" keine politische Parteilichkeit vorwerfen lassen zu müssen, das ist schon klar. Grotesk finde ich es trotzdem. Fans und Öffentlichket werden über die Zustände im Stadion getäuscht und sollten sich gegen solche Nebelkerzen empören. Und nach den öffentlich gewordenen neofaschistischen Umtrieben im Signal-Iduna-Park, nach dem Überfall auf den Kollegen Danielsmeyer vom Fanprojekt finde ich es auch ziemlich peinlich, dass der BVB so etwas veröffentlicht.

6 Antworten
BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von Otto99 | #5-1

Tja, Pech gehabt. Wenn schon Gesinnungsschnüffelei, dann gegen beide politische Lager. Auch ein Linker hat bestimmt schon mal Schei...er gesagt. Dann hat er schon gegen den Gummiparagraphen verstossen.

Wie gesagt:
von Stefan2 | #5-2

Ich habe von keinem einzigen Fall gehört, wo ein "Linker" im Stadion Probleme gemacht hätte.

@Stefan2
von Schorlemme | #5-3

Hier ein Tipp für Sie

"Bitte sehr,...
von Stefan2 | #4-1

...klagen Sie! Viel Spaß. Erfolg werden Sie damit allerdings nicht haben."

Pardon,...
von Stefan2 | #5-4

...den Tipp verstehe ich nicht.

BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von Otto99 | #5-5

Und wie muss sich ein Rechter fühlen, der auch noch nie Ärger im Stadion genacht hat.

Keine Ahnung
von Stefan2 | #5-6

Ich habe keine Ahnung, wie sich ein "Rechter" fühlt, weil mir das, was gemeinhin mit "rechts" bezeichnet wird, sehr wesensfremd ist. Ich gehe aber davon aus, dass der BVB nur gegen Leute vorgehen wird, die sich im Stadion danebenbenehmen, das Stadion als Bühne für politische Botschaften missbrauchen oder im Stadion und seinem Umfeld ihre faschistische Propaganda verteilen.

17.02.2013
20:11
BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von Strasser | #4

So wie die Stadionordnung nun formuliert ist, lässt sie Willkür zu und entspricht nicht im Mindestens rechtsstaatlichen Anforderungen und ist verfassungswidrig! Das wird möglicherweise durch entsprechende Klagen festzustellen sein und dann hochnotpeinlich werden für die selbsternannten Demokratiewächter. Man fragt sich, was und wer da am Werke ist und angeblich ist mit Dr H******* auch ein Jurist mit im Team. Und dann so was!

7 Antworten
Bitte sehr,...
von Stefan2 | #4-1

...klagen Sie! Viel Spaß. Erfolg werden Sie damit allerdings nicht haben. Ich finde, man ist in Dortmund noch viel zu rücksichtsvoll mit diesen Naziterroristen.

BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von Schorlemme | #4-2

stefan2, die neue Stadionordnung richtet sich nicht nur gegen "Naziterroristen" sondern auch gegen "Linksterroristen".

Es gibt keine Gesetze gegen Rechts.

Man hat ein neue Verordnung geschaffen die angeblich nur Rechten verbieten soll an geschichtsträchtigen Orten zu demonstrieren.

Als die "Die Linke" am Brandenburger Tor demonstrieren wollte, wurde ihr das unter Hinweis auf das aktuelle Versammlungsgesetz verboten.

Ja,...
von Stefan2 | #4-3

...das weiß ich doch. Trotzdem wird doch niemand ernsthaft behaupten, dass es mit "Linken" im Stadion irgendwelche Probleme gibt.

BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von HeinBloed5259 | #4-4

Dann klagen Sie mal schön -...am besten gleich auch gegen die Discobesitzer, die Sie wegen "falscher" Turnschuhe nicht einlassen, dann ist es ein Aufwasch! ;-)

Der BVB hat das Hausrecht im Westfalenstadion und somit das Recht zu bestimmen, wer es betreten darf und wer nicht! Die Begründung ist dabei völlig egal.

@ HeinBloed
von Strasser | #4-5

Sind Ihnen schon mal Begriffe wie Menschenrechte, Grundrechte oder Anti-Diskriminierungsgesetz begegnet und haben Sie sich mal inhaltlich damit beschäftigt? Im einfachsten Fall machen Sie einfach einen Test, in dem Sie Begriffe wie Linker oder Rechter durch Jude, Muslim oder ******** ersetzen. Spätestens dann müsste es auch bei Ihnen dämmern - oder?

BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von Weserborusse | #4-6

Rechtes **** hat in dem Stadion nichts zu suchen. Und komischerweise kommen Hinweise auf die Verfassung immer dann aus dieser Ecke, wenn es ihnen an den Kragen geht. Wer jedoch diese Rechte anderen Gruppen nicht zuspricht, darf sich dann auch nicht darauf berufen. Mann, da kann einem schlecht werden bei diesem nationalen *******...

@Stronzo
von mellow | #4-7

"Menschenrechte, Grundrechte oder Anti-Diskriminierungsgesetz" aus Ihrer Tastatur? Jetzt wird es aber richtig peinlich.

17.02.2013
18:41
BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von Otto99 | #3

Sicher gut gemeint, aber wo wollen sie denn die Grenzen ziehen? So lange bestimmte Gruppen erlaubt sind und zu Wahlen antreten dürfen, kann man doch nicht die Mitgliedschaft mit einem Stadionverbot bestrafen. Zumindest sollten die Bestrafte das Recht haben, dagegen gerichtlich anzugehen.

17.02.2013
03:36
Borussia Dortmund scheint ein längerfristiges Problem zu haben
von AMSTERDAMNED | #2

Bei einem Hallenturnier in der Westfalenhalle sass ich als kleiner Knirps mit meiner Mutter und das Turnier machte wirklich Spass bis die Borussenfront aufmarschierte. Plötzlich war´n die da und die sahen gar nicht lustig aus. Verstand damals nicht, was wollten die da eigentlich? Also warum Trouble bei einem Hallenturnier in der eigenen Halle veranstalten? Ist alles schon lange her. Wahrscheinlich sind solche Leute krank und voller Hass. Und es ist schade, wenn solche Hohlköpfe a la Borussenfront den Verein in ein schlechtes Bild rücken lassen.

1 Antwort
BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von hartmutbvb | #2-1

Deshalb müssen Verantwortliche, Spieler und normale Fans jetzt endlich mal Farbe bekennen und und was gegen diese Umtriebe im Stadion unternehmen. Da habe ich von anderen Vereinen schon deutlich mehr Aktionen gesehen, als von unserem BVB und das Problem mit den rechten Fans besteht bei uns ja nicht erst seit gestern.

16.02.2013
18:07
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Name von Moderation entfernt | #1

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2 Antworten
BVB verschärft Stadionordnung für Kampf gegen Neonazis
von lasher | #1-1

Das, was Sie zum Besten geben, sagt allenfalls etwas über Ihre Geisteshaltung und Ihr soziales Umfeld aus...

Nur...
von Stefan2 | #1-2

....weil das schon lange so ist, muss es ja nicht so bleiben, Michelgiuliano.

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