BVB-Ultras nehmen Vereinsheim in Hannover auseinander

BVB-Fans wüteten in einer Gaststätte in Hannover und rissen unter anderem eine Toilette aus der Verankerung.
BVB-Fans wüteten in einer Gaststätte in Hannover und rissen unter anderem eine Toilette aus der Verankerung.
Foto: Christian Behrens
Was wir bereits wissen
BVB-Fans haben beim Auswärtsspiel in Hannover eine Gaststätte zerlegt. Die Polizei selbst hatte die 120 Borussen an das Vereinsheim in der Nähe des Stadions verwiesen — viele der Fans hatten Stadionverbot. Schon vor dem Spiel war es auf einer A2-Raststätte zu Krawallen gekommen.

Hannover.. 120 Fans von Borussia Dortmund haben beim Auswärtsspiel ihrer Mannschaft in Hannover eine Gaststätte auseinandergenommen. Schon vor dem Spiel hatten Fans auf einem A2-Parkplatz einen Polizei-Bulli umgekippt.

Die BVB-Anhänger waren von der Polizei an das Vereinsheim des FV Linden 1897 verwiesen worden. Ein üblicher Vorgang, erklärt ein Sprecher der Polizei Hannover auf Anfrage. "Wir bieten Fans, die nicht ins Stadion können, oft an das Spiel dort zu sehen." Das Vereinsheim liegt nur wenige Hundert Meter von der HDI-Arena entfernt.

Anfangs sei alles normal gelaufen. Aber schon während des Spiels fingen die Randalierer an, Gläser zu zerwerfen, Stühle zu zertrümmerten und auf der Toilette zu wüten. Unter anderem rissen sie eine komplette Kloschüssel aus der Verankerung.

Fan-Ausschreitung Die Betreiber der Vereinsgaststätte haben öfter Problemfans im Haus und wissen mit ihnen umzugehen. Aber am Samstag lief die Situation aus dem Ruder — die Gastronomen riefen die Polizei.

Nach mehreren Durchsagen hätten die Randalierer die Kneipe aber freiwillig verlassen, erklärt der Polizeisprecher. Bis dahin war das Spiel ohnehin vorbei. Die Beamten leiteten die Fans zu ihren Bussen zurück, die noch am Stadion standen.

40 Fans waren mit einem Stadionverbot belegt

Als die Krawalle anfingen, seien noch 120 der anfangs 200 BVB-Fans in der Kneipe gewesen. Viele zähle die Polizei der Ultra-Szene zu, so der Polizeisprecher. 40 Fans seien mit einem Stadionverbot (Entzug der Auswärts-Dauerkarten seitens des BVB) belegt gewesen. Die anderen schlossen sich ihnen offenbar an.

Fußball-Fans Neben BVB-Fans seien auch Anhänger des 1. FC Köln unter den Randalierern gewesen, erklärt der Sprecher. Das legt den Verdacht nahe, dass vor allem Desperados in der Gaststätte waren: Die befreundeten Ultra-Gruppierungen "Desperados" aus Dortmund und "Boyz" aus Köln waren schon vorher durch gemeinsame Aktionen aufgefallen — zuletzt bei einem Testspiel der Kölner gegen Schalke. Bei der Polizeibulli-Attacke von der A2 war vermutlich die Ultra-Gruppe "The Unity" am Werk. Zumindest hatten die Randalierer den Wagen mit Unity-Stickern zugeklebt.

Polizei nahm von den Randalierern keine Personalien

Wer genau für die Zerstörungen verantwortlich ist könne man nicht sagen, heißt es: Die Polizei habe keine Personalien genommen — aus "einsatztaktischen Gründen". Zum einen habe man die Situation nicht weiter anheizen wollen. Zum anderen habe man keine Anhaltspunkte auf die Täter gehabt, so der Polizeisprecher: 120 Personalienfeststellungen wären unverhältnismäßig gewesen und hätten keine Aufklärung gebracht.