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Rechtsradikale

BVB soll Klopp und Spieler gegen Nazis in Stellung bringen

21.02.2013 | 10:57 Uhr
BVB soll Klopp und Spieler gegen Nazis in Stellung bringen

Dortmund.  Borussia Dortmund hat erste Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt, sagt Claudia Luzar von der Opferberatung Backup. Allerdings müsse die Arbeit kontinuierlich ausgebaut werden, etwa mit dem Einsatz von Trainer und Mannschaft.

Nach dem Vorfall in Donezk, bei dem Rechtsradikale einen Fanbeauftragten von Borussia schlugen und einen Angestellten des Fan-Projekts brutal attackierten und verletzten, wurden Rufe nach einem stärkeren Engagement des BVB gegen Rechts laut. Einen Tag nach den Vorkommnissen wurde bekannt, dass Borussia Dortmund bereits zu Jahresbeginn seine Stadionordnung verschärft hatte und sich nun sogar die Möglichkeit vorbehält, Mitglieder von radikalen Parteien des Stadions zu verweisen. Schon im Herbst erteilte der BVB Stadionverbote gegen einige Neonazis, die bei Spielen der Drittliga-Mannschaft aufgefallen waren .

Darüber hinaus hatte der BVB e.V. Vereinsausschlussverfahren gegen die Angreifer von Donezk angestrengt. Ende vergangenen Jahres hatte die Borussia nach Medienberichten über rechtsradikale Ordner das Personal im Ordnungsdienst überprüft. Der Staatsschutz der Polizei Dortmund hat nun begonnen, die Ordner zu schulen , um sie für von Rechtsradikalen verwendete Symbole zu sensibilisieren.

BVB hat das Problem erkannt

Claudia Luzar setzt sich seit 2008 wissenschaftlich mit dem Thema Rechtsextremismus in Dortmund auseinander . Sie sieht Fortschritte beim BVB im Umgang mit dem Problem von rechts: "Der Verein hat seit dem letzten Sommer das Problem erkannt und erste Zeichen in der Bekämpfung des Rechtsextremismus gesetzt.

An dieser Strategie muss weiter angeknüpft werden, so dass es nicht nur einzelne Aktionen in der Bekämpfung des Rechtsextremismus gibt, sondern eine Kultur gefördert wird, die sich klar von Gewalt und Rassismus abgrenzt. Dafür bedarf es einer breiten Soldarisierung mit allen Opfern von rechtsextremer Gewalt, egal ob die Angriffe vor, im oder außerhalb des Stadions stattfinden."

Luzar, Leiterin der Opferberatung Backup , sieht noch Potenzial bei der Arbeit gegen Rechts, speziell, wenn es um die Einbindung des prominentesten Personals der Borussia geht: "Wenn Jürgen Klopp sagt, dass das Stadion kein Platz für Nazis ist , dann hat das eine ganz andere Wirkung auf Fans als wenn ein Offizieller etwas sagt", sagt Luzar, die seit gut 14 Jahren mit Opfern von Neonazis arbeitet.

Spieler haben Vorbildfunktion

Tatsächlich hatte der BVB Klopp und auch die Mannschaft wiederholt bei Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit eingesetzt. Luzar findet das wichtig, "weil vor allem Spieler, die selbst Kontakte zur Ultra-Szene haben, sehr viel bewegen können". Die Spieler hätten eine Vorbildfunktion und könnten dem Verein helfen "Kante gegen Rechts zu zeigen". Die 37-Jährige bedaure sehr, dass es beim Heimspiel des BVB gegen Eintracht Frankfurt weder vom Verein noch von den Fans Solidaritätsbekundungen mit den in Donezk Angegriffenen gegeben habe.

Kommentar
Im Kampf gegen Rechts sind Verein und Fans gefordert

Wieder wurde ein Spiel von Borussia Dortmund zur Plattform rechtsextremer Gewalttäter. Dass es im Umfeld des BVB ein Problem mit Neonazis gibt, ist Verein und Fans bekannt. Doch bei der Wahl der Mittel im Kampf gegen Rechts herrscht Ratlosigkeit. Ein Kommentar.

Doch auch das Stadion müsse Schauplatz für Aktionen gegen Rechts sein, auch von Seiten der Fans : "Das Stadion ist ein Ausschnitt der Gesellschaft und kein neutraler Ort." Die friedlichen Fans erreiche man am besten im Stadion und gerade diese große Gruppe müsse im Kampf gegen Rechts von Verein und Fanszene mitgenommen werden. Menschenfeindlichkeit fange schon bei einer rassistischen oder schwulenfeindlichen Bemerkung an, sagt Luzar. Ihre Forderung verknüpft die Opfer-Beraterin mit einem Angebot: "Ich würde Fans und Fan-Gruppen sehr gerne über Möglichkeiten informieren, wie sie sich gegen Nazis wehren können, auch ohne die Polizei zu informieren ."

Beim Spiel gegen Frankfurt provozierten die Gäste-Fans den BVB-Anhang mit Rufen wie "Nazi-Schweine". Das hat auch Luzar getroffen: "Der BVB ist kein Nazi-Verein, sondern ein toller Verein!"

Stefan Reinke



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