BVB-Fans fahren nach Hamburg – und hören Radio
04.01.2012 | 15:45 Uhr 2012-01-04T15:45:00+0100
Dortmund. Die Fan-Initiative „Kein Zwanni“ will zum Rückrundenauftakt von Borussia Dortmund ein Zeichen setzen. Am Dienstagabend votierten zahlreiche Fans für einen kreativen Boykott des Spiels, um auf die hohen Eintrittspreise für Gästefans aufmerksam zu machen.
Eine Auswärtsfahrt ohne Stadionbesuch planen die Initiatoren von „Kein Zwanni“ zum ersten Spiel des Deutschen Meisters Borussia Dortmund beim Hamburger SV am 22. Januar. Die Fans wollen das Spiel boykottieren und so ein Zeichen gegen die hohen Eintrittspreise zu setzen. 19 Euro kostet ein Stehplatz-Ticket.
Am Dienstag kamen rund 400 Fans zu einer Diskussionsveranstaltung ins Stadion, um über Art und Weise des Boykotts zu sprechen. Arne Steding, einer der Initiatoren, freut sich über die hohe Besucherzahl: "Ich war völlig perplex, wie viele Leute dort waren." Die Diskussion schildert der BVB-Fan als "sehr konstruktiv". Die Fans suchten nach Wegen, den Boykott möglichst kreativ zu gestalten. Mit großer Mehrheit votierten die Anwesenden für eine Protestaktion in Hamburg. Am Ende einigten sie sich darauf,zwar nach Hamburg zu fahren, dort aber vor dem Stadion das Spiel im Radio zu verfolgen.
Zum Stadion gehen und Radio hören
Entgegen vorheriger Hoffnungen, hat der BVB zwar doch sein Gästekontingent für das HSV-Spiel verkaufen können, doch rechnet Steding nicht damit, dass das Spiel ausverkauft sein wird - "das wäre ein Erfolg", so der 30-jährige. Das Spiel in Hamburg ist traditionell sehr beliebt. Vor dem Stadion wollen die Protestierer versuchen, weitere Teilnehmer für den Boykott zu gewinnen. Darüber hinaus wird es wohl auch Protestaktionen der HSV-Fans geben, denen die Preispolitik ihres Vereins ebenfalls ein Dorn im Auge ist.
In den kommenden Wochen wollen sich die Initiatoren überlegen, welche Protest-Möglichkeiten es jenseits von Boykott-Aktionen noch gibt. In der vergangenen Saison hatten die Fans von Borussia Dortmund ausgerechnet das Derby beim FC Schalke 04 boykottiert. Alternative Formen sollen nun entwickelt werden. Vor allem appelliert Steding an die Fans anderer großer Bundesligisten, sich ebenfalls aktiv gegen hohe Ticketpreis zur Wehr zu setzen. Die BVB-Fans seien in dieser Hinseicht Vorreiter, doch seien speziell die Anhänger des FC Bayern noch viel stärker betroffen. Steding betont, dass sich "Kein Zwanni" zwar ursprünglich gegen zu hohe Stehplatzpreise - 20 Euro als magischer Grenze - richten, doch als nächstes auch die Preise für Sitzplatz-Tickets ins Visier genommen werden müssten. "Es kann nicht sein, dass die Vereine jetzt die Stehplatzpresie um einen Euro senken, sich das Geld aber über die Sitzplatzpreise zurückholen", so Steding.
Die Macher der Initiative bitten alle Fans, die mit zu hohen Eintrittspreisen konfrontiert werden, sich zu melden. Beim Fan-Kongress am 14. und 15. Januar in Berlin wird es eine Podiumsdiskussion von „Kein Zwanni“ geben. Darüber hinaus sucht die Initiative auch den Kontakt zu den Vereinen. Borussia Dortmund etwa hatte auf Betreiben von „Kein Zwanni“ die Top-Zuschläge für Gäste-Stehplätze abgeschafft.
19:53
Ich finde die Sache mit dem Boykott eine richtige Sache und finde es gut, wenn sich in dieser Hinsicht die Fans aller Clubs tatsächlich solidarisieren. Der Einwand von matzel2202 ist jedoch ebenfalls nicht unberechtigt. Wir haben Felix und seine Hinterlassenschaften größtenteils beseitigt. Die Eintrittpreise, die während seiner Ära unverhältnismäßig angehoben wurden, sind hierbei leider unberücksichtigt geblieben.
Glück Auf.
08:12
Wann boykottieren wir denn mal unsere eigenen Heimspiele? Wir können doch nicht erwarten, dass andere Vereine uns die Tickets "hinterher werfen", wenn wir in unserem Stadion selbst Mondpreise verlangen.
Im "Westfalenstadion" gibt es doch tatsächlich Sitzplätze für 40 (!!!) Tacken und mehr, von denen man nicht einmal das gesamte Spielfeld im Blick hat...andere Stadien bieten wenigstens noch Plätze mit Sichtbehinderung an, welche dann günstiger sind, aber wir nicht...
Klar haben wir Durchschnittspreise, die im mittleren Preissegment liegen, aber doch auch nur, weil wir mehr als ein Drittel mit Stehplätzen anbieten. Darüber sollte man sich vielleicht mal Gedanken machen.
Erst den eigenen Hof fegen...
Ich werde in Hamburg sein und meine Mannschaft anpeitschen und nicht an dieser scheinheiligen Boykottaktion teilnehmen, denn die Mannschaft hat es verdient!!!
Du hast wahrscheinlich nicht mitbekommen das sehrwohl auch im eigenen Stadion etwas getan wird und wurde ! Topzuschläge für Gästefans sind schon mal abgeschafft.
Wer diese Boykottaktion scheinheilig nennt, hat aber mal so überhaupt nix verstanden.
Solidarität unter den verschiedensten Fangruppen der Liga verhindern auf dauer Preisverhältnisse wie in England.
Manchmal glaube ich das Nachdenken bei einigen Leuten sehr weh tun muss !
Ich habe sehr wohl mitbekommen, dass AUCH im Westfalenstadion etwas erreicht wurde, aber SIE verstehen das grundlegende Problem anscheinend nicht, auf welches ich hinaus wollte! Wir haben absolute Abzockplätze sowohl für Fans der Heim- als auch der Gästemannschaft, da ist der von Ihnen und der Kein-Zwanni-Bewegung anvisierte Topspiel-Zuschlag das geringere Problem.
Whatever, machen Sie was Sie für richtig halten! Ich werde auch weiterhin bei Heimspielen auf der Südtribüne Gas geben und für die Auswärtsspiele halt ein bißchen tiefer in die Tasche greifen und zwar aus Liebe zum BVB, denn diese ist mir wichtiger als jeder abgefu**te EURO!
19:36
Ob das der Mannschaft dient?
Der BvB sollte reagieren und z.B. im heimischen Stadion für Fans solcher Vereine (HSV)
ebenfalls die Preise anheben. Das Problem müssen die Fans mit ihren Heimatvereinen klären.
Vielleich hast Du das grundlegende Prinzip dieser Art von Initiative noch nicht verstanden: Solidarität ! Wenn man jetzt beim BVB die Gästesteher zur Bestrafung anderer Fans teurer macht, würde man ja das völlige Gegenteil des Gewünschten erreichen.
Wie es auch im Artikel ausgeführt wird, geht es nicht wirklich nur um das Spiel HSV-Do und die entsprechenden Stehplatzpreise sondern um die generelle Preisentwicklung in den Stadien mehrerer Vereine.
Eine sehr gute Aktion im Sinne der fußballerischen Allgemeinheit, finde ich.
Miit der Kreativität der Schwatz-gelben werden sie ihre Sache auch gelungen darstellen können !
Außer Radio zu hören wird denen bestimmt noch so einiges mehr einfallen.
19:35
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