BVB-Fanclub kämpft gegen die AfD – und erhält Morddrohungen

Auch der Verein engagiert sich im Kampf gegen Rassismus - unter anderem wurden diese Bierdeckel in der ganzen Stadt verteilt.
Auch der Verein engagiert sich im Kampf gegen Rassismus - unter anderem wurden diese Bierdeckel in der ganzen Stadt verteilt.
Foto: BVB
Was wir bereits wissen
  • Internetseiten des Fanclubs mit rechten Parolen und homophoben Äußerungen "zugemüllt"
  • Einschlägige Kommentare waren Fanclub-Mitgliedern zuzuordnen
  • Fanclub-Vorsitzender beruft sich bei Vereinsausschluss auf sein Hausrecht

Dortmund.. Der Fanclub "BVB Freunde Deutschland" will künftig Mitglieder ausschließen, wenn sie für die AfD werben. Diese Ankündigung sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Eine erste Kündigung hat der Fanclub bereits ausgesprochen, der Vorsitzende hat Morddrohungen erhalten. In einer Erklärung kündigte der Fanclub am 9. März an, dass offensichtlichen Mitgliedern und Wählern der AfD zukünftig die Mitgliedschaft entzogen werde.

Fanclub In der Ankündigung heißt es unter anderem: "Jeder Mensch auf dieser Welt ist dem anderen Menschen gleichgestellt. Es sollte keine Unterschiede in den Hautfarben geben, in den Nationalitäten und dergleichen. Wir alle Leben auf dieser Welt und wir alle haben den Auftrag diese Welt gemeinsam und jeder für sich zu einem wunderbaren Ort zu machen."

Mit rechten Parolen überzogen

Der Fanclub sah sich zu dieser Maßnahme gezwungen, weil die Internetseiten des Clubs "mit rechten Parolen, frauenfeindlichen Angriffen und homophoben Äußerungen" überzogen worden seien.

"In unserer Freizeit haben wir sehr viel Löscharbeit betreiben müssen, damit unsere Seiten nicht mit solchen Dingen zugemüllt werden. Durch Profilbilder, Wahlprogramm-Themen und den Texten war erkennbar, dass es sich um AfD-Mitglieder oder -Sympathisanten handelte. Da möchten wir zukünftig einen Riegel vorschieben und den Fußball wieder in den Mittelpunkt setzen", erklärt Matthias Saathoff, Vorsitzender des BVB-Fanclubs.

Hassmails und Morddrohungen

Die Ankündigung des Fanclubs zog ein bundesweites Medien-Echo nach sich, bei Matthias Saathoff stapelten sich die Anfragen. Die Stimmung und das Feedback sei überwiegend positiv. Es gebe aber auch kritische Meinungen dazu, mit denen man sich auseinandersetze, teilt Saathoff mit. Auf einschlägigen Pegida-Seiten werde das Vorgehen des Fanclubs diskutiert, "leider wurden dort Fakten verdreht und die Menschen sind aufgehetzt worden. Das führte zu vielen Hassmails mit Morddrohungen", so Saathoff.

Der Vorsitzende will den Kurs halten: "AfD-Sympathisanten treten offensiv bei uns auf und zeigen offen ihre Themen und Gesinnung. Explizit diese Menschen möchten wir rigoros ausschließen", erklärt Saathoff. Rechtlich sei man auf der sicheren Seite, Angst vor Klagen habe er nicht. "Da wir kein eingetragener Verein sind, sondern lediglich eine private geschlossene Gemeinschaft unterliegen wir dem Hausrecht, dass uns die Auswahl unserer Mitglieder erlaubt", erklärt Matthias Saathoff. Eine Kündigung habe man bereits ausgesprochen.

Der Fanclub "BVB Freunde Deutschland" wurde am 19.7.2004 gegründet. Er hat aktuell 1348 Mitglieder.