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BVB-Fanbeauftragte loben Sicherheitskonzept der DFL

17.12.2012 | 14:03 Uhr
Foto: Linz/PiLi

Dortmund.  Nach den neuerlichen Fan-Protesten gegen das umstrittene Sicherheitspapier der DFL haben die Fanbeauftragten von Borussia Dortmund Stellung zu jedem einzelnen Punkt des Konzepts bezogen. Ihr Fazit: Die Fans profitieren vom Papier.

In der Fanszene von Borussia Dortmund rumort es. War die überwältigende Mehrheit der Fans noch bereit, während der drei Spiele gegen Düsseldorf, in München und gegen Wolfsburg zwölf Minuten und zwölf Sekunden zu schweigen, um gegen das neue Sicherheitspapier der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu protestieren, ist nach dem neuerlichen Protest beim Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim ein Streit in der Szene entbrannt. Am Sonntag hatten zahlreiche BVB-Fans das Stadion erst nach zwölf Minuten betreten und waren anschließend still geblieben. Es kam zu verbalen Auseinandersetzungen mit Fans, die ihre Mannschaft unterstützen wollten.

Die Fanbeauftragten von Borussia Dortmund versuchen nun, mit einer ausführlichen Stellungnahme zum Sicherheitskonzept die Diskussion zu versachlichen. In einem zwölfseitigen Dokument gehen die Fanbeauftragten auf jeden der 16 Anträge ein und beschreiben Hintergründe und Auswirkungen. Demnach betreffen leidglich drei Anträge die Fans unmittelbar. Einen davon, den umstrittenen Antrag 14, hatte der BVB bei der Abstimmung am vergangenen Mittwoch abgelehnt. Der Antrag gibt Vereinen die Möglichkeit, bei Risikospielen das Kontingent für Gäste von 10 Prozent auf fünf Prozent zu begrenzen. "Der BVB hat Antrag 14 daher aus Überzeugung nicht zugestimmt , trotzdem wurde der Antrag mehrheitlich angenommen", heißt es in der Erklärung. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke hatte bereits am Freitag mitgeteilt, der BVB werde den entprechenden Passus nicht umsetzen . Auch andere Vereine würden von dieser Möglichkeit vermutlich keinen Gebrauch machen, da die Gefahr bestehe, dass sich Fans bei verkleinerten Gästekontingenten Tickets für andere Bereiche des Stadions besorgen könnten - woduch die Sicherheitslage für Ordner und Polizei komplizierter würde.

Video
Dortmund, 08.12.12: Rund 2000 Fans von Borussia Dortmund nahmen an der Demo für den Erhalt der Fankultur teil. Dabei zogen sie vom Platz der alten Synagoge am Stadtgarten zum Max-Ophüls-Platz in Richtung Stadion.

In den übrigen Änderungen sehen die BVB-Fanbeauftragten eher Verbesserungen für die Fans . Das gelte auch für den besonders umstrittenen Antrag 8, der unter anderem verschärfte Kontrollen zum Thema hat. "Der BVB möchte klarstellen, dass im Gegensatz zum ersten Entwurf ausdrücklich nicht mehr von Ganzkörperkontrollen die Rede ist!", schreiben die Fanbeauftragten. Die Fans hatten nach dem ersten Entwurf des Konzepts "Sicheres Stadionerlebnis" die mögliche Verschärfung der Kontrollen kritisiert. Auch Borussia Dortmund hatte sich gegen die Einführung von Vollkontrollen eingesetzt, bei denen sich Fans unter Umständen vollständig entkleiden müssten. Die Fanbeauftragten stellen klar, dass solche Kontrollen gar nicht durch ein Sicherheitspapier der DFL geregelt werden könnten, da sie allein in den Aufgabenbereich der Polizei fielen. Gegen eine Einführung von Vollkontrollen spreche außerdem der Passus, wonach Einlasskontrollen "sicher, zügig und angemessen, insbesondere verhältnismäßig" sein sollen.

Verbesserungen für Fans

Alle anderen Änderungen, stellen die Fanbeauftragten fest, zögen Verbesserungen nach sich. Das gelte etwa für den festgeschriebenen Dialog , den Vereine mit Fans führen sollen, oder auch die bessere Schulung von Ordnern und ganz besonders die Schaffung einer Kommission, die in Zukunft an der Verbesserung der Qualität von "sicherheitsrelevanten Einrichtungen und Abläufen" mitwirken soll. In dieser Kommission sollen auch Vertreter von Fan-Organisationen und Fan-Projekten sitzen. "Also ein ganz klarer Fortschritt, denn dieses Zusammenspiel hatte es bisher nicht gegeben", schreiben die BVB-Fanbeauftragten.

In einem Aufruf auf Facebook bitten die Fanbeauftragten die Fans, toleranter mit den Meinungen anderer umzugehen. Ein unschönes Beispiel hatten die Fans des FC Schalke 04 am Samstag abgegeben. Dort kam es nach dem Spiel gegen des SC Freiburg zu Schlägereien zwischen Protest-Befürwortern und -Gegnern. Zu einer derartigen Spaltung der Fanszene, so die Fanbeauftragten, dürfe es in Dortmund nicht kommen.

Schweigeprotest auch gegen Hannover

Doch auch in Dortmund sollen die Proteste weitergehen. Beim Pokalspiel gegen Hannover 96 am Mittwochabend, 20.30 Uhr, wollen Ultras und einige andere Fanclubs wieder in den ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden schweigen. "Danach gilt es, unsere Mannschaft gemeinsam ins Viertelfinale des Pokals zu schreien", schreiben die Fanbeauftragten.

Die Stellungnahme...
Demo für Fankultur

Stefan Reinke



Kommentare
18.12.2012
06:33
BVB-Fanbeauftragte loben Sicherheitskonzept der DFL
von BVBDauerkarte | #3

Macht Schluss mit den Protesten, sie werden zum einen keine Auswirkungen haben und zum anderen schränkt das Sicherheitskonzept mich als Fan nicht wirklich ein.
Es dient der Verbrechensbekämpfung und ist auf Grund einiger Vorfälle, auch in unserem Stadion leider Notwendig geworden.

Wir können froh sein, dass dieses von den Vereinen gemacht wurde, wenn die Innenminister der Länder hätten eingreifen müssen, hätten eventuell sogar Stehplätze wegfallen können.

Lest euch die Stellungnahme zum Sicherheitskonzept auf der BVB Seite in Ruhe durch und ihr werdet sehen, in Dortmund wird sich aktuell nichts verändern.

Wer den BVB nich mehr anfeuern möchte, soll bitte zu Hause bleiben, es gibt genug Fans die ihren Verein voll unterstützen wollen und diese braucht der BVB.

17.12.2012
23:16
Fans sollten einfach mal nachdenken und auf die Katatrophe 1985 in Brüssel zurückblicken
von haraldbeisemann | #2

Ich habe eine Dauerkarte auf Schalke, mag jedoch auch den BVB seit meiner Jugend. Und die Stimmung im Stadion, ebenso wie die auf Schalke. Dem Grunde nach, und deshalb nervt die ganze Diskussion zwischenzeitlich, wäre ein Sicherheitspapier überflüssig, wenn sich die sogenannten Fans an sportliche Regeln und Gesetze gehalten hätten. Jeder weiß, was damit gemeint ist. Keine Kloppereien, keine Bengalos. Ich war letzte Woche in Brüssel und natürlich auch mal wieder im Heysel-Stadion (heute König-Baudouin-Stadion) und am Denkmal für die 39 toten Fußball-Fans aus dem Jahr 1985. Beim Endspiel um den Landesmeisterpokal randalierten seinerzeit die Fans aus Turin aber insbesondere die sogenannten Fans aus der Hooligan-Szene vom FC Liverpool und neben den Toten gab es auch 400 teils schwer verletzte Menschen. Danach wurde England von europäischen Wettbewerben über Jahre ausgeschlossen, die Sitzplatzstadien eingeführt. Muss es in Deutschland auch soweit kommen? Also einfach Stimmung machen...

17.12.2012
15:55
BVB-Fanbeauftragte loben Sicherheitskonzept der DFL
von Suedborusse74 | #1

es ist bestimmt nicht alles so toll in dem Papier! Aber sog. Fans die sich nur selbst produzieren wollen und der Mannschaft und dem verein schaden zufügen, auf die kann man im ganzen Land verzichten. Wer nichts zu verbergen hat, hat auch mit dem neuen Konzept nichts zu befürchten, auch die "Jugendlichen" Besucher der Ultraszene müssen langsam mal lernen, das sie erstens nicht über dem Gestz stehen und das ein Stadion kein rechtsfreier Raum ist.

1 Antwort
BVB-Fanbeauftragte loben Sicherheitskonzept der DFL
von dieterborussia | #1-1

Volle Zustimmung !

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