BVB-Fan "Borsti" wehrt sich gegen Nazi-Vorwürfe

BVB-Fan "Borsti" ist entsetzt über Nazi-Vorwürfe.
BVB-Fan "Borsti" ist entsetzt über Nazi-Vorwürfe.
Foto: WDR
Was wir bereits wissen
Heftige Vorwürfe gegen eine der Hauptpersonen in der WDR-Doku "Wir die Wand": Im Netz kursieren Bilder des Fahnenschwenkers "Borsti", die ihn im T-Shirt der Nazi-Gruppierung "Borussenfront" zeigen. Jetzt wehrt sich Borsti gegen die Vorwürfe.

Dortmund.. 90 Minuten lang stellt der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in der am Donnerstagabend ausgestrahlten Dokumentation "Wir die Wand" die Liebe und Leidenschaft der Südtribünen-Fans für Borussia Dortmund in den Mittelpunkt. Einer der Protagonisten, der Fahnen-Schwenker Fabian Ludwig ("Borsti"), wehrt sich jetzt gegen Vorwürfe, politisch rechts orientiert zu sein.

Borsti entschuldigt sich

Auslöser für kontroverse Diskussionen in einem Internet-BVB-Fanforum ist ein ebenfalls dort veröffentlichtes Fotos, das "Borsti" in einem gelben Borussenfront-T-Shirt zeigt. Die Borussenfront ist eine vor über 30 Jahren gegründete Nazi-Gruppe. Aufgenommen wurde das Bild vor drei Wochen während einer Party, zu der Berliner Fans eingeladen hatten.

BVB-Doku "Ja, ich war auf dieser Feier", erklärte der Fan am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion, "und wie andere Dortmunder, die geschlossen auftreten wollten, habe auch ich dieses Trikot angezogen. Das war aus der Feierlaune heraus gedankenlos von mir. Rassismus und Rechtsextremismus lehne ich ab."

"Große BVB-Familie" gegen Rassismus

Ludwig, ein "Kuttenträger" mit Aufnäher auch gegen Rechtsextremismus, betont, dass er in seiner Rolle als reisender Fan schon 40 Länder bereist habe und Kontakte zu vielen ausländischen Fans pflege. "Rassismus geht überhaupt nicht. Wir sind eine große BVB-Familie. Die Nationalität spielt keine Rolle", stellte er gestern klar.

In dem Internetforum gehen anonym auftretende Schreiber mit "Borsti" hart um und verurteilen ihn aufs Schärfste. Sie rechtfertigen sogar Gewalt als Antwort auf das Borussenfront-T-Shirt. "Borsti" hofft, beim Spiel gegen Mönchengladbach heute die Sache auch persönlich aufklären zu können.