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Bus macht Bahn Konkurrenz

02.01.2013 | 18:28 Uhr
Bus macht Bahn Konkurrenz
Busreisende besteigen in Dortmund am ZOB einen Reisebus.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.  Busse fahren von Dortmund aus bereits in 32 Länder. Mit Jahreswechsel kann nun auch das innerdeutsche Fernbuslinien-Netz ausgebaut werden.

Von Dortmund nach Amsterdam für 23 Euro, nach Berlin für 22 Euro – mit dem Bus. Solche Verbindungen gibt es bereits. Mit Jahreswechsel ist nun noch viel mehr möglich. Ab sofort können Fernlinien-Busse Bahn und Billigfliegern Konkurrenz machen. Bislang schützte ein Gesetz die Deutsche Bahn , wonach Fernbuslinien in der Regel nicht genehmigt wurden, wenn es parallel eine Zugverbindung gab. Seit dem 1. Januar ist der Linienverkehr für Fernbusse in Deutschland weitgehend freigegeben .

Schon im Vorfeld hatten einige wenige Busunternehmer Wege gefunden, innerdeutsche Fernlinienfahrten anzubieten. Die Gesellschaft Meinfernbus bietet zum Beispiel Strecken an, die einen Stopp im Ausland enthalten. „In dieser Gesellschaft haben sich verschiedene Busunternehmer zu einer Kooperation zusammengeschlossen“, erklärt Anna Natascha Hantke, Marketing Referentin beim Internationalen Bustouristik Verband RDA.

Meinfernbus habe bereits angekündigt, dass die Fernbuslinien in NRW ausgebaut werden sollen. „Dabei sollen Essen und/oder Dortmund eine große Rolle spielen“, weiß Hantke. Bislang seien hauptsächlich Köln und Düsseldorf angebunden.

Ausnahme galt für Berlin

Von Dortmund aus fährt außerdem bereits der Anbieter BerlinLinienBus nach Berlin, Hannover und Magdeburg. Ebenfalls aufgrund einer Ausnahme: Wegen der geringen Zahl der Zugverbindungen entstand zur Zeit der deutschen Teilung ein Fernbusnetz, das auch nach der Wiedervereinigung weiter bestehenblieb.

Ins Ausland konnten Linienbusse auch schon vor der Gesetzesänderung fahren. Bustickets gibt es zum Beispiel im Ticket-Center der Deutschen Touring GmbH an der Steinstraße. „Von Dortmund aus kann man in 32 verschiedene Länder fahren“, weiß Mitarbeiter Branisrav Mitrovic. Die weiteste Strecke führe nach Grosny/Tschetschenien und dauere zweieinhalb Tage. Und kostet 170 Euro. Weit-aus günstiger ist hingegen die Fahrt nach Brüssel: Sie gebe es bereits ab 5 Euro.

Dortmunder Busunternehmen verhalten

Dortmunder Busunternehmen begegnen dem neuen Geschäftsfeld bislang noch recht verhalten. „In Eigenregie kann es sich kein mittelständisches Unternehmen erlauben, Fernlinienverkehr anzubieten“, sagt Anja Fischer, Geschäftsführerin von TRD-Reisen. Das Unternehmen verfügt über 55 Busse und 150 Mitarbeiter, bietet Reisen an und ist ebenfalls im städtischen Linienverkehr sowie im Bereich Behindertenfahrdienst im Einsatz. Vorstellbar sei für sie, im Auftrag eines größeren Unternehmens zu fahren. Wie die Deutsche Post, die bereits angekündigt habe ein Streckennetz aufzubauen.

„Im Linienverkehr muss der Bus fahren, auch wenn nur ein Fahrgast befördert werden will“, stimmt Ulrich Hög vom Baumeier Omnibusbetrieb zu – ein Unternehmen mit sieben Bussen, die zurzeit vor allem im Auftrag der Dortmunder Stadtwerke unterwegs sind. „Für 39 Euro nach Berlin zu fahren, ist nur dann lukrativ, wenn 50 Fahrgastplätze auch entsprechend gefüllt sind“, meint Hög. „Schließlich werden unsere Mitarbeiter nach Tarif bezahlt.“

Christina Römer



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