Burger-King-Mitarbeiter: "Schreckensherrschaft ist vorbei"

Bei Burger King in Dortmund hat sich das Betriebsklima verbessert.
Bei Burger King in Dortmund hat sich das Betriebsklima verbessert.
Foto: Dieter Menne
Was wir bereits wissen
Dortmunder Burger-King-Mitarbeiter freuen sich nach dem Skandal über ein neues Arbeitsklima. Nun sollen sie sogar einen Bonus erhalten.

Dortmund.. 135 Beschäftigte in Dortmund bangten Ende 2014 um ihre Jobs: Sie arbeiteten in drei Filialen der Fast-Food-Kette Burger King, die wegen eines Skandals um die Betreibergesellschaft für vier Wochen geschlossen wurden. Heute, ein halbes Jahr später, können die Mitarbeiter wieder in Ruhe arbeiten. Doch es gibt noch offene Fragen.

Rückblick, April 2014: Reporter decken Hygienemängel und Verstöße gegen das Arbeitsrecht in Filialen der Fast-Food-Kette Burger King auf. Betroffen waren Filialen der Yi-Ko-Holding. Als Franchisenehmer von Burger King betrieb diese 89 Restaurants, drei davon in Dortmund: am Ostenhellweg, an der Brunnenstraße und an der Borussiastraße.

89 Läden müssen im November schließen

Burger King Deutschland zieht letztlich Konsequenzen, entzieht Mitte November 2014 dem Franchisenehmer Yi-Ko die Lizenz; alle 89 Läden - so auch die drei von Yi-Ko betriebenen in Dortmund - müssen schließen. Schließlich meldet die Burger King GmbH, unter der Yi-Ko ihr Geschäft bündelt, am 10. Dezember Insolvenz an.

Burger King Nachdem der Insolvenzverwalter die Restaurants kurz darauf wieder öffnen durfte, meldet sich im Januar das "Ko" von Yi-Ko zurück: Alexander Kolobov benennt Yi-Ko in KRG Foodservice um, nimmt den Insolvenzantrag zurück und wird seither von Burger King toleriert.

Eine Lizenz besitzt er weiter nicht. Sein ehemaliger Partner Ergün Yildiz - "Yi" - wurde hinausgedrängt, vor allem ihm wurden die Missstände in den Restaurants angelastet.

Gespräche über eine dauerhafte Lizenz

Seit Wochen verhandelt die KRG Foodservice nun mit Burger King, um wieder eine dauerhafte Lizenz zu erlangen. Ob es klappt, ist eine der offenen Fragen. Laut Welt scheint es Burger King jedoch auch etwas an Alternativen zu mangeln - Franchisenehmer in Deutschland sind offenbar rar.

Kolobov hat für die Burger King GmbH einen neuen Geschäftsführer eingesetzt, Denis Korablijov. Dortmunder Betriebsräte von Burger King sowie Zayde Torun, Sekretärin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Dortmund, haben Korablijov im April und Mai kennengelernt - und sind durchaus angetan. "Mein persönlicher Eindruck ist, dass er die Dinge verbessern wird", sagt Torun.

Zuletzt seien beispielsweise lange Zeit offene Lohnforderungen von Mitarbeitern aus Dortmund nach einem Gespräch mit Korablijov binnen weniger Tage "zu 95 Prozent" beglichen worden.

"Schreckensherrschaft ist vorbei"

"Die Schreckensherrschaft von Herrn Yildiz", sagt Torun, sei jedenfalls vorbei. Auch in den drei Dortmunder Filialen, so lauten die Schilderungen, waren unter der alten Führung Mitarbeiter schikaniert worden. "Wer krank war, hat sein Geld später oder gar nicht bekommen", erzählt eine Mitarbeiterin aus einer der drei Filialen.

Inzwischen sei die Stimmung unter den Mitarbeitern wieder gut. Sie und ihre Kollegen könnten in Ruhe arbeiten, "wir hoffen, dass es so bleibt". Denis Korablijov hat laut Torun vor Betriebsräten eine Bonuszahlung für die Burger-King-Mitarbeiter angekündigt, die unter den Restaurant-Schließungen Ende 2014 zu leiden hatten.

Wann die Prämie kommt und wie hoch sie ausfällt, ist eine weitere offene Frage.