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Bungee-Opa ist rekordverdächtig

02.01.2008 | 20:12 Uhr
Bungee-Opa ist rekordverdächtig

Angst ist für Helmut Wirz ein Fremdwort. Während andere Männer in seinem Alter kegeln gehen, stürzt sich der Dortmunder regelmäßig kopfüber aus schwindelerregender Höhe in die Tiefe.

Nach 40 absolvierten Bungee-Sprüngen hofft er nun auf einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde – Helmut Wirz ist 83 Jahre alt.   „Wenn ich da oben stehe, dann geht mein Puls keinen Schlag schneller”, sagt Helmut Wirz. „Da oben” ist in 80 Metern auf einer Bungee-Sprung-Plattform. Wenn er dort steht, zögert er keine Sekunde, stürzt sich hinunter. Nur ein Seil an seinem Bein verhindert den Aufprall auf den Boden. Helmut Wirz hängt mit dem Kopf nach unten und baumelt hin und her. „Das ist mein Kick.”  Seinen ersten Bungee-Sprung absolvierte der Rentner mit 75 Jahren. „Das war in Queenstown, Neuseeland. Ich stand auf einer Brücke des Kawarau-Flusses. Ein unglaubliches Gefühl.” In der Luft hat sich der ehemalige Apotheker schon immer am wohlsten gefühlt. Jahrzehntelang flog er eine Cessna, ein kleines Propellerflugzeug „mit Einziehfahrwerk”. Sogar Medikamente für seine Kunden flog er von A nach B. Irgendwann probierte der gebürtige Kölner einen Fallschirmsprung aus. Sein Lehrer wollte beim Tandemsprung jedoch keine Überschläge mit ihm machen.

 „Bungee Junkee” des Jahres 

Info
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- Der Begriff Bungee-Springen bzw. Bungee-Jumping stammt aus dem englischen „to jump” - springen.

- Bei dieser Extremsportart stürzt man sich mit einem Gummiseil festgebunden von einer Plattform oder einem hohen Gebäude im freien Fall in die Tiefe.

- Ein elastisches Seil, das am Körper des Springers und der Absprungplattform befestigt ist, federt den Sprung ab und pendelt den Springer aus.

-Erstmals probierte der Oxford University Dangerous Sports Club in den 70ern das Springen mit Gummibändern.

Helmut Wirz verlor die Lust und wechselte die Sportart, „da kann ich springen wie und wann ich will.”Mittlerweile hat er 40 Sprünge hinter sich. 2004 wurde er zum „Bungee Junkee des Jahres” gekürt, weil er der älteste Springer Deutschlands ist. Im Herbst wurden die Autoren des Guinness Buch der Rekorde auf den Senior-Ex-tremsportler aufmerksam. „Ich bin bestimmt nicht der älteste Springer der Welt, aber ich habe mit Sicherheit die meisten Sprünge für mein Alter geleistet”, so der Rentner. Die Zusage für einen Eintrag hat der Dortmunder bisher noch nicht. „Kein Problem, nächstes Jahr habe ich dann die 50 voll”, kündigt er an.  Sein Sohn und seine beiden Enkelsöhne haben sich übrigens mittlerweile an den Adrenalinrausch ihres Familienältesten gewöhnt. „Mein Sohn würde jedoch niemals selbst springen”, ist sich Wirz sicher. Aber von anderen jungen Hüpfern ernte er schon ab und zu komische Blicke. „Dabei sind es oft die Jüngeren, die vor ihrem ersten Sprung zögern. Sehen sie mich hinunterstürzen, trauen sie sich schließlich auch.”  Um seine Gesundheit macht sich Helmut Wirz trotz seines Alters überhaupt keine Sorgen. Im Gegenteil: „Bungee-Jumping sollte rezeptpflichtig werden. Letztens hatte ich einen Hexenschuss. Ich bin trotzdem gesprungen und danach war er weg.”   Bis April macht der Extremsportler eine Winterpause und beschäftigt sich mit seinem zweiten Hobby, bunte Uhren mit Fotos und Leuchtschriften basteln. Auf einer steht geschrieben: „Reisen im Alter und noch Bungee dazu – das macht munter und die Seele hat Ruh'.” Daneben zeigt ein Foto einen strahlenden Helmut Wirz, der mal wieder auf dem Kopf hängt.

Britta Krane

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