Bundeswehr wirbt auf Jugendmesse "You" – Proteste geplant

Darf die Bundeswehr mit Panzern auf einer Jugendmesse werben?
Darf die Bundeswehr mit Panzern auf einer Jugendmesse werben?
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Bei Deutschlands größter Jugendmesse "You" Ende November wird auf die Bundeswehr offensiv um Nachwuchs werben. Kriegsgegner wollen den Messestand verhindern. Doch vom Prokuristen der Westfalenhallen fühlen sie sich eingeschüchtert. Der Mann soll ihnen mit einem Geheimdienst gedroht haben.

Dortmund.. Unter dem Motto "Krieg ist kein Funsport" protestiert ein breites Dortmunder Bündnis gegen die Teilnahme der Bundeswehr an der Jugendmesse YOU in der Westfalenhalle. Auch der Landesjugendring hat sich eingeschaltet und fordert die Messe auf, die Bundeswehr auszuladen.

Vom 28. bis 30. November findet die Jugendmesse YOU statt - zum ersten Mal seit langer Unterbrechung wieder in Dortmund. Dort wird sich auch die Bundeswehr als Arbeitgeber präsentieren - wohl erneut mit schwerem Gerät, Panzern und Flugsimulatoren, um junge Menschen für eine Karriere beim Militär zu begeistern.

Kundgebung und Flashmob geplant

Das Bündnis "Krieg ist kein Funsport" beharrt darauf, dass der "Dienst an der Waffe" nicht als ein großes Abenteuer dargestellt werden dürfe. Der Landesjugendring NRW hat daher gefordert, die Bundeswehr auszuladen und in Zukunft auf sie zu verzichten.

Werbe-Panne Das Protestbündnis plant mehrere Aktionen: Die größte ist am Samstag ab 11 Uhr eine bei der Polizei angemeldete Kundgebung am Ausgang des U-Bahnhofs Westfalenhallen. Auch ein Flashmob am Stand der Bundeswehr ist für Freitag geplant.

"Die Bundeswehr verfügt über Mittel und Wege"

An einem Treffen mit dem Jugendring nahm auch Westfalenhallen-Prokurist Philipp Lischke teil - selbst sieben Jahre lang "Projektleiter Messe" der Bundeswehr. Laut Naturfreunden zeigte Lischke großes Interesse an den Aktionen und drängte auf enge Absprachen.

Dabei - und dies wurde als Drohung verstanden - habe er auf den Militärischen Abschirmdienst, den Nachrichtendienst der Bundeswehr, verwiesen: "Die Bundeswehr verfügt aber auch ohne Absprache über Mittel und Wege zu erfahren, was für Aktionen geplant sind", erinnert sich Dirk Loose, Vorsitzender des Jugendrings.

Westfalenhallen: "Wir respektieren die Meinung des Landesjugendrings"

Ausgeladen wird die Bundeswehr nicht: "Wir haben einen rechtsgültigen Vertrag. Für die inhaltliche Gestaltung ist die Bundeswehr selbst verantwortlich", heißt es dazu von den Westfalenhallen.

"Wir respektieren die Meinung des Landesjugendrings. Insofern würden wir ihm empfehlen, die YOU als Kommunikationsplattform zu nutzen und die eigenen Standpunkte deutlich zu machen. Das ist nach unserer Einschätzung zielführender als eine Forderung nach Ausgrenzung einzelner Unternehmen", so Westfalenhallen-Chef Dr. Andreas Weber.