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Präsidenten-Besuch

Bundespräsident Gauck fordert in TU Dortmund „entschleunigte Wissenschaft“

04.07.2012 | 18:30 Uhr
Bundespräsident Joachim Gauck besuchte am Mittwoch die TU Dortmund auf Einladung der Deutschen Forschungsgesellschaft.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Bundespräsident Joachim Gauck fordert die Wissenschaftler auf, sich in öffentlichen Debatten über die Zukunft Deutschlands lauter zu Wort zu melden. „Sie bleiben der Gesellschaft verpflichtet“, sagte er am Mittwoch bei der Jahresversammlung der Forschungsgemeinschaft in der TU Dortmund.

Polizeihund Manni legt sich in seinem Kombi aufs Ohr, als es am Mittwoch für die TU Dortmund spannend wird. Eine Stunde vor dem Eintreffen des Bundespräsidenten hat der Belgische Schäferhund keine Augen mehr für die zahlreichen Wissenschaftler, Prominenten und letztlich auch Joachim Gauck , als die Schlange vor dem Audimax immer länger wird.

TU-Rektorin Prof. Ursula Gather freut sich sichtlich, dass die letzte Hauptversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft unter Leitung des Dortmunder Professors Matthias Kleiner auf ihrem Campus stattfindet. Folge: „Wir sind die erste Hochschule überhaupt, die Joachim Gauck als Bundespräsident besucht “, teilt sie dem interessierten Reporter mit. Während sie mit Kleiner und dem DFG-Präsidium im VIP-Bereich der Mensa verschwindet, wächst die Schlange vorm Audimax.

Gauck in der TU Dortmund

Eine wenige Securityleute mit rotem Schlips, Stecker im Ohr und Mikro am Revers behalten alles im Überblick. Doch die Zahl der Zaungäste ist übersichtlich. „Die sind wohl alle in Vorlesungen“, schätzt eine Studentin das geringe Interesse am hohen Besuch ein.

Riesiges Interesse und große Neugier

15.20 Uhr. Die Schlange vor dem Einlass zum Festakt ist mittlerweile 40 Meter lang. Manni zuckt im Schlaf mit den Vorderläufen und träumt von flotten Häschen. Neben den DFG-Wissenschaftlern kommen die ehemaligen Rektoren der TU, Dr. Paul Velsinger und Dr. Albert Klein. Auch die lokalen Akteure lassen sich Gaucks Rede nicht entgehen. Wirtschaftsförderer Udo Mager beschwert sich gleich, dass das Interesse am Zehnjährigen des Dienstleistungszetrum Wirtschaft in der Hintergrund tritt. Die Wartereihe wächst.

„Scheibenkleister“, fluchen die zuletzt Eintreffenden. Nur Ulla Burchardt, heimische Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Forschungsausschusses, hat vorne ein bekanntes Gesicht entdeckt und reiht sich dort geschickt ein.

Info
Neuer DFG-Präsident gewählt

Der nächste Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) heißt Peter Strohschneider. Der Professor für Germanistische Mediävistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde gestern von der Mitgliederversammlung der DFG in Dortmund für zunächst drei Jahre in das Spitzenamt von Deutschlands zentraler Forschungsförderorganisation gewählt. Strohschneider folgt auf Professor Matthias Kleiner.

Es ist 15.45 Uhr, als Mannis großer Auftritt kommt. Sofort ist der Polizeihund hellwach. Er soll die Taschen der Kameraleute abschnüffeln und steht wie Ronaldo vor dem Freistoß in Lauerstellung. Sprengstoff suchen, ist ein tolles Spiel. Schon purzeln erste Taschen über den Boden. Auf zum nächsten verdächtigen Objekt. Wenn nur der Boden nicht so glatt wäre...

Um 16 Uhr gehen Ursula Gather, OB Ullrich Sierau und Matthias Kleiner zum Eingang, um den Bundespräsidenten zu empfangen. Als die schwarze Limousine mit dem Kennzeichen „D - 1“ und dem Bundesadler vorrollt, ist Manni schon wieder eingeschlummert. Wahrscheinlich hat das Tier das Motto der Tagung richtig verstanden: „Zeit für Wissenschaft“: Gauck wird später für Entschleunigung, für Muße bei der Wissenschaft und für eine verständliche Sprache werben. Doch zuerst das Gruppenbild.

Foto mit Bundesministerin Schavan und Landesministerin Schulze

Bundesministerin Schavan und Landesministerin Schulze dürfen mit vor die Linse und ins Blitzlichtgewitter. Dann geht es ins Audimax, vorbei am Exponat des am Vorabend mit dem Communicatorpreis ausgezeichneten Verhaltensbiologen Prof. Jürgen Tautz. „Erforschen Sie den Schwänzeltanz der Bienen“, fordert das Ausstellungsstück auf. Doch dafür hat Gauck nun wirklich keine Zeit.

Matthias Kleiner erinnert daran, dass der Kaiser der Meinung war, die hiesige Bevölkerung solle arbeiten, nicht studieren. Gauck nickt. Rektorin Ursula Gather spricht sich für Vielfalt der Forschung aus , auch neben den Exzellenz-Unis, denen sie ausdrücklich gratuliert. Gauck wundert sich zu Beginn seiner Ansprache, dass kein Redner vor ihm gejammert hat. Und Polizeihund Manni? Schläft!

 

Gerald Nill

Kommentare
05.07.2012
18:44
Bundespräsident Gauck fordert in TU Dortmund „entschleunigte Wissenschaft“
von wohlzufrieden | #6

Als nächstes fordert der die Einführung des Kirchenstaates und die Hexenverbrennung...

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Bundespräsident Gauck fordert in TU Dortmund „entschleunigte Wissenschaft“
Bundespräsident Gauck fordert in TU Dortmund „entschleunigte Wissenschaft“
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/bundespraesident-gauck-fordert-in-tu-dortmund-entschleunigte-wissenschaft-id6844060.html
2012-07-04 18:30
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