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Büro-Immobilien

"Büro-Neubauten sind in Dortmund seit Jahren überflüssig"

05.09.2012 | 05:00 Uhr
"Büro-Neubauten sind in Dortmund seit Jahren überflüssig"
Markanter Mittelpunkt im Gewerbepark Defdahl: das Gebäude, das wie eine Pyramide - mit Photovoltaik-Fassade - aussieht. .Foto: Helmuth Voßgraff

Dortmund. „Jeder Quadratmeter neue Büroimmobilie in Dortmund ist eigentlich überflüssig. Es gibt genug.“ Das sagt Manfred Wünnemann (im Monat September wird er 71 Jahre alt), ein Mann, der eine markante Büroimmobilie vermietet. Wünnemann ist Entwickler und Eigentümer des Gewerbeparks Defdahl , einem achteckigen Bau, der unter anderem mit viel Glas, einem Pyramidendach auf dem acht-etagigen Hauptgebäude und durch eine Solar-Fassade (Photovoltaik ) auffällt.

Mit Herzblut wirbt Wünnemann, der als junger Mann bei Hoesch Maschinenschlosser lernte, dann über den zweiten Bildungsweg ging und Wirtschaftswissenschaft studierte, für eine andere Philosophie beim Bau und vor allem der Instandhaltung von Büroimmobilien: „zerstörungsfrei auch bei Veränderungen“.

"Neu zu bauen ist überflüssig"

Wenn bei ihm Büros an die Bedürfnisse des Mieters umgerüstet werden, dann nutzt man „bis auf die Tapete“ 33 Zentimeter breite Wand-Module, die eine enorme Vielfalt von Variationen ermöglichten. Ein eigenes - gegenwärtig fünfköpfiges - Handwerkerteam erledige die permanente Veränderung im Bestand - „ohne dass Baumaterial auf dem Müll“ landen müssten.

„Neu zu bauen, ist seit Jahren in Dortmund überflüssig“, sagt Wünnemann auf dem Dach seines Bürokomplexes Am Defdahl, der mittlerweile 13.000 qm Büroflächen aufweist - und er blickt dabei auf den Westfalentower an der B1, der nach der Fertigstellung überwiegend leer steht. Wenn eine Firma in eine neue Immobilie ziehe, dann hinterlasse sie andernorts fast immer einen Leerstand.

Hörsaal mit 400 Plätzen

Wünnemann selbst hat - nach Fertigstellung des Westfalentowers - wieder Erfolg, nachdem ihn ein Tiefschlag viele Jahre lähmte: Durch eine Bank, die den Gewerbepark Defdahl mitfinanziert hatte, geriet seine Immobilie in Insolvenz und unter Zwangsverwaltung. Zuvor war der Gebäudekomplex mit 39 Mietern voll belegt gewesen. Dann kam eine rund achtjährige Durststrecke. Bis auf acht Mieter verließen alle das Haus.

„Mittlerweile haben wir wieder 28 Mieter und über 60 Prozent der Flächen vermietet. Im nächsten Jahr, da bin ich sicher, werden wir alles vermietet haben“, blickt der Selfmade-Mann in die nahe Zukunft. Gerade sei man dabei, ein Bistro einzurichten. Auch ein Hörsaal mit 400 Plätzen nähere sich der Fertigstellung.

"Eurosolarturm" sieht man von Weitem

Den weithin sichtbaren „Eurosolarturm“ des Gebäudekomplexes, der vor einigen Jahren nachträglich für 700.000 Euro mit einer großen Photovoltaikanlage in der Fassade versehen wurde, hatte Manfred Wünnemann bereits von Anfang an für die Nachrüstung mit einer Photovoltaikanlage vorgeplant.

Viele Details des „intelligenten Baus“ hat Wünnemann selbst entwickelt: von den Kriechgängen hinter den Solarfeldern, die Fassadenreparaturen ohne Gerüst ermöglichen, bis zu den in der eigenen Werkstatt zugeschnittenen Solar-Dummys an den Ecken der Photovoltaik-Fassade, die einfach Geld sparen, da solche Sonderanfertigungen auf dem freien Markt viel teurer wären.

Klaus Buske



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