Bürgerdienste vor Ort schrumpfen
09.02.2012 | 05:22 Uhr 2012-02-09T05:22:00+0100
Dortmund. 30 Mitarbeiter sollen von Bezirksämtern abgezogen und künftig beim Bürgerservice in der Dortmunder City arbeiten. Die Stadt will dadurch Geld sparen, der Personalrat sieht jedoch Probleme auf Kunden und Mitarbeiter zukommen.
Die Bürgerdienste stellen sich neu auf. Das gilt nicht nur für den künftigen Umgang mit Bürgern in Eving und Huckarde, sondern stadtweit. Zum einen sollen 30 der 80 Mitarbeiter von den Bezirksverwaltungsstellen in die City umziehen. Zum anderen will man auf eine „mobile Verwaltung“ setzen. Ohne festen Sitz, aber mit festen Stichtagen.
Die Auflösung der Stadtbezirke Eving und Huckarde ist seit Monaten ein politischer Dauerbrenner. Während die SPD argumentiert, dass die Bürgernähe mit den Bezirksverwaltungsstellen verschwinde, versuchen Befürworter, die Fusion der Stadtbezirke mit nötigen Einsparungen und Alternativen zu rechtfertigen. Schlagwort: „mobile Verwaltung“. Aber was ist das? Peter Spaenhoff, Chef der Bürgerdienste, erklärt es so:
Die Verwaltung werde in Huckarde und Eving bald nicht mehr von montags bis freitags in einer Bezirksverwaltungsstelle auf Kunden warten, sondern an festen Wochentagen wechselnde Orte dafür nutzen. „Gedacht ist an Sprechtage in öffentlichen Einrichtungen“, so Spaenhoff. Beispielsweise könnten zwei Mitarbeiter am Montag in einem Seniorenheim sitzen, am Dienstag in einem Familienzentrum im Nachbarstadtteil und den Rest der Woche wieder woanders.
Benachbarte Bezirksverwaltungsstellen müssen aufgesucht werden
Vor Ort könne man dann mit allen Wünschen und Problemen zu Kraftfahrzeug- und Einwohnermeldeamtsangelegenheiten kommen. Auch Wünsche nach Urkunden für standesamtlichen Zwecke würden vor Ort weiter erfüllt. Haken: Für sonstige Fragen zu den Bereichen Standesamt, Wohngeld, Rentenversicherung, Fundbüro und Gewerbeanmeldung „müssen die Bürger benachbarte Bezirksverwaltungsstellen aufsuchen.“
Darüber hinaus werden im Rahmen einer weiteren Zentralisierung künftig rund 30 der 80 Mitarbeiter aus allen Bezirksverwaltungsstellen abgezogen und in der City arbeiten - sie nähmen ihre Aufgabenfelder aus den Bereichen Wohngeld, Standesamt und Rente mit. Welche Auswirkungen das Personalkarussell auf die rund 600.000 Kundenkontakte der Bürgerdienste pro Jahr hat - offen.
"Keine nennenswerten Probleme"
Während Spaenhoff „keine nennenswerten Probleme“ sieht, sieht man im Personalrat der Stadt Schwierigkeiten auf Mitarbeiter und Kunden zukommen: „Die Bürgerdienste sind ein gebeutelter, unterbesetzter Bereich“, sagt Vorsitzender Pitt Meyer. Allein bei den Bürgerdiensten, der Stadtkasse und dem Ordnungsamt „gibt es 200 nicht besetzte Planstellen“. Würden sich die 30 Bürgerdienstmitarbeiter auf andere, tariflich adäquate Jobs bewerben, könne die Fachkompetenz bei den Bürgerdiensten wegbrechen. Das bekämen auch die Bürger beim Service zu spüren.
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