Bürgerarbeit in Dortmund bringt mehr Geld als Ein-Euro-Job

Das Jobcenter vermittelt die Bürgerarbeit. Foto: Knut Vahlensieck
Das Jobcenter vermittelt die Bürgerarbeit. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.. Die Bürgerarbeit steht in den Startlöchern – und wirft weiter Fragen auf. Nach der ersten Verwirrung um die Höhe des Bruttogehaltes zweifeln Online-Leser daran, dass ein Bürgerarbeiter mehr Geld bekommt als ein Ein-Euro-Jobber. „Ein Bürgerarbeiter ist keinesfalls schlechter gestellt“, widerspricht aber Jörg Süshardt, stellvertretender Leiter des Sozialamtes.

„Er bekommt alles, was das Gesetz hergibt.“ Dazu gehörten auch alle Vergünstigungen wie das Sozialticket oder die Befreiung von den GEZ-Gebühren. Auch die zusätzlichen Leistungen, wie die Erstattung von Renovierungskosten und andere, können weiterhin beantragt werden.

Ein Beispiel

Die Rechnung, die Süshardt exemplarisch aufstellt, orientiert sich an einem alleinstehenden Hartz-IV-Empfänger: Der Regelbedarf liegt bei 364 Euro. Kosten für die Unterbringung werden erstattet. Der Bürgerarbeiter bekommt diese ausgezahlt. Um vergleichen zu können, wird dieser Bedarf mit 350 Euro angerechnet. Zusammen 714 Euro. Mit dem Hinzuverdienst aus der Ein-Euro-Tätigkeit (bei 120 Stunden im Monat, ein Euro pro Stunde) ergibt das 834 Euro.

Auch der Lohn des Bürgerarbeiters basiert auf dem Regelsatz. Brutto: 1114,45 Euro. Ein Alleinstehender bekäme, laut Süshardt, 866 Euro ausgezahlt, die Sozialversicherungsbeiträge seien schon abgezogen. Als Vollzeitarbeitnehmer stocke der Bürgerarbeiter aber auf, wie auch andere Geringverdienende. In diesem Fall: 119,26 Euro.