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PCB-Skandal

Bürger spenden 10.000 Euro für Envio-Opfer

28.06.2012 | 06:00 Uhr
Bürger spenden 10.000 Euro für Envio-Opfer
Auf Initiative von Ulrike Märkel (ehem. Ratsfrau der Grünen, re) spendeten Firmen und Privatleute 10000 Euro für die Finanzierung von Gutachten für die ehemaligen Envio-Mitarbeiter.Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Damit die Envio-Arbeiter ein eigenes Gutachten für den momentan laufenden Prozess in Auftrag geben können, haben Ulrike Märkel und Mitarbeiter des Vereins bodo Geld gesammelt. Das Ergebnis: 10.000 Euro.

"Gutachten spielen die ausschlaggebende Rolle in dem Verfahren" – davon ist Dr. Reinhard Birkenstock, Anwalt der ehemaligen Envio-Arbeiter, überzeugt. Damit die Geschädigten ein eigenes Gutachten für den momentan laufenden Prozess in Auftrag geben können, haben Ulrike Märkel, ehemalige Grünen-Ratsfrau, und Mitarbeiter des Vereins bodo Geld gesammelt.

Das Ergebnis: 10 000 Euro, innerhalb von wenigen Wochen von Bürgern, Politikern aller Parteien, Vereinen sowie Unternehmen gespendet. „Damit haben sie ihrer Solidarität mit den Opfern Ausdruck verliehen“, freute sich Märkel bei der Scheckübergabe.

Auch Betroffene waren bei der Spendenübergabe dabei, um den Spendern ihren Dank auszudrücken. Darunter Christian Althoff, der als erstes Opfer von Birkenstock vertreten wurde. Der Lüner hatte ein knappes Jahr bei Envio gearbeitet und das Gift PCB mit seiner Kleidung nach Hause geschleppt. Sein jüngster Sohn hat einen Nierenschaden. Ob das mit dem Umweltgift PCB zusammenhängt, müssen Gutachten klären.

"Solidarität ist da"

Wie es ihm jetzt geht – darüber wollte sich Althoff mit Bezug auf den laufenden Prozess nicht äußern. Nur das: „Mit der Spende sind wir einen großen Schritt weiter gekommen.“ Auch Klaus-Peter Nowacki, der vier Jahre lang für Envio gearbeitet hatte, ist froh: „Für uns ist es wichtig zu sehen, dass die Solidarität da ist und die Menschen sagen: So nicht.“

Nowacki ist einer von 14 weiteren Verletzten, die sich der Nebenklage angeschlossen haben. Insgesamt werden dem ehemaligen Envio-Chef Dirk Neupert und drei weiteren früheren Mitarbeitern in 51 Fällen Körperverletzung sowie schwere Umweltverstöße vorgeworfen. Am 4. Juli wird Dr. Albert Rettenmeier, ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Gutachter, zu einem möglichen Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen bei Envio und den hohen PCB-Werten im Blut der Arbeiter Stellung nehmen.

Um Gerechtigkeit kämpfen

Inwiefern dieses Gutachten die Folgen von PCB verharmlosen könnte, ist noch nicht bekannt. „Doch mit der Spende haben wir nun die Möglichkeit, ein eigenes, unabhängiges Gutachten erstellen zu lassen“, betonte Märkel. Birkenstock ist sich sicher: „Auf das, was kommt, haben wir zu reagieren.“

„Uns geht es um Gerechtigkeit“, betont Märkel. „Und darum, dass die Envio-Arbeiter für den Schaden entschädigt werden , der ihnen zugefügt wurde.“ Sie ruft auch andere Envio-Mitarbeiter dazu auf, sich der Sammelklage anzuschließen.

Christina Römer


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