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Bündnis fordert gewaltfreien Protest

29.08.2007 | 01:12 Uhr

SPD, Grüne und CDU in der Bezirksvertretung Innenstadt-West haben in einer Resolution die Änderung der Streckenroute des Neonaziaufmarschs gefordert.

Am Samstag wollen Rechtsradikale über die Rheinische und die Wittener Straße Richtung Dorstfeld marschieren. Diese kommen nach Aussage der BV in der Nähe des Seifenkistenrennens "Formel Respekt" für Toleranz und Verständigung sowie am Judenmahnmal vorbei, wo eine Kranzniederlegung stattfinden soll. Die Politiker fordern daher den Polizeipräsidenten auf, die Route zu ändern: "Es kann nicht sein, dass über einem Familienfest die ganze Zeit ein Polizeihubschrauber kreist", heißt es ihrem Schreiben. Sie befürchten zudem gewalttätige Auseinandersetzungen, zumal noch vor wenigen Tagen im Schulte-Witten-Park 50 bis 60 Neonazis gewalttätiges Demoverhalten eingeübt hätten.

Zu einem gewaltfreien Protest gegen Neonazis ruft das Bündnis Dortmund gegen Rechts auf. Dort freut man sich über die breite Unterstützung aus weiten Teilen der Bevölkerung, der Politik und durch zahlreiche Organisationen, die zum Umstimmen der Stadtspitze und der Freigabe des Platzes vor der Alten Synagoge geführt habe. Zunächst hatte die Stadt den Platz wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung stellen wollen. Jetzt kann dort aber doch ab 13 Uhr die Gedenkfeier und die Kranzniederlegung gegen Krieg und Faschismus stattfinden, zu der das Friedensforum und das Bündnis gegen Rechts eingeladen haben.

OB kann nicht nicht zu Protesten kommen

Bestürzt ist man dort allerdings darüber, dass das "Bündnis 28.3." und "Antifa-Union" zu ihrer Demonstration am 1. September auf der Internetseite "No-Nazis.de" sowie mit Aufklebern in einer Art und Weise aufriefen, die in ihrer Gesamtausrichtung als kriegs- und gewaltverherrlichend anzusehen seien. "Das Bündnis Dortmund gegen Rechts distanziert sich ausdrücklich von dieser Art der Auseinandersetzung" heißt es in einer Erklärung. "Wir werden am Antikriegstag für Frieden und Völkerfreundschaft, für den Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan und für die demokratischen und antifaschistischen Grundrechte in der Verfassung demonstrieren. Hierzu laden wir alle ein, die dies unterstützen."

OB Dr. Gerhard Langemeyer wird daran allerdings ebenso wenig teilnehmen wie an der Veranstaltung an der Steinwache: "Ich lasse mir von Neonazis nicht den Terminplan diktieren." Er und weitere führende Sozialdemokraten werden stattdessen an einer vom OB geleiteten Tagung der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik teilnehmen.

Von Alexander Völkel

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