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Bruder Maiko bringt Kindern Respekt bei

03.01.2013 | 17:22 Uhr
Bruder Maiko bringt Kindern Respekt bei
Bruder Maiko Seibert bereitet in seiner kleinen Küche Essen für rund 30 Kinder zu.Foto: Dietmar Wäsche

Dortmund.  Jeden Tag treffen sich etwa 30 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren in den Räumen der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius, um zusammen zu essen und zu lernen.

„Hier gibt es Regeln. Wir müssen hören, sonst funktioniert der Laden nicht.“ Die Worte, die der Junge an seinen Freund richtete, hat Bruder Maiko Seibert nicht vergessen. Denn in dem Moment war klar: Er hat nicht nur verstanden, dass Menschen in einer Gruppe aufeinander Rücksicht nehmen müssen. Ihm liegt auch etwas an dieser Gruppe.

Jeden Tag, von montags bis freitags, treffen sich seit September etwa 30 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren in den Räumen der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius. Mit den Worten „Essen und Lernen“ ist das Projekt überschrieben, das Bruder Maiko Seibert von der Pallottinischen Gemeinschaft leitet. Ein Teil der Kinder geht auf die Grundschule Kleine Kielstraße. Sie bekommen hier ihren Mittagstisch und kehren danach in die Schule zurück. Zwölf weitere Kinder bleiben nach dem Essen , um dort Hausaufgaben zu machen. Es sind Kinder aus dem Brunnenstraßenviertel , die zum Beispiel das benachbarte Familienzentrum besuchen.

Mittagessen für 80 Cent

Maiko Seibert stehen 36 Ehrenamtliche von der Deutschen Post zur Seite. Die unterstützt das Projekt, ebenso wie die Caritas. Die katholische Kirche finanziert die Arbeit von Bruder Maiko Seibert sowie einer zusätzlichen Kraft. „Den Rest stemmen wir über die Ehrenamtlichen und über Spenden.“

Zum Beispiel das Essen, das Seibert für die Kinder kocht. Der gelernte Koch lässt sich vieles einfallen, das für die Nordstadt-Kinder zunächst ungewohnt ist. Zum Beispiel Couscous oder Putenbratwurst. „Ich schaffe es, ein Mittagsessen für 80 Cent zu kochen“, sagt Bruder Maiko. „Es gibt Kinder, für die ist das die einzige warme Mahlzeit am Tag“, weiß der Geistliche. Und betont: „Aber das ist nicht bei allen so.“ Aber es gebe einige Kinder, die ansonsten mittags keine ausreichende Mahlzeit bekommen würden. Bei einem Treffen des Familienprojektes der Stadt wurde sogar über 80 bis 100 Kinder gesprochen, die im Brunnenstraßenviertel leben, und die mittags nichts Richtiges zu Essen haben.

Soziales Verhalten wichtig

„Aber noch wichtiger als das gesunde Essen ist das soziale Verhalten der Kinder“, meint Maiko Seibert. „In diesem Viertel gibt es ein hohes Gewaltpotenzial.“ Bruder Maiko vermittelt den Kindern, Konflikte anders zu lösen. Und indem er und die Ehrenamtlichen die Mädchen und Jungen ernst nehmen, lernen sie sich auch gegenseitig zu respektieren. „Wir haben zum Beispiel eine Liste angelegt, mit Wörtern, die bei uns nicht gesagt werden dürfen“, erzählt Seibert. Das funktioniere sehr gut. Ebenso seien die Noten der Kinder besser geworden. „Und sie helfen sich gegenseitig“, schwärmt Seibert. „Ziel ist es, den Kindern einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen.“ Bruder Maiko hofft, dass die Kinder möglichst lange Zeit zu ihm in die Kirche kommen. Und dass vielleicht bald Kapazitäten für noch mehr Kinder da sein werden.

Christina Römer



Kommentare
04.01.2013
18:44
Bruder Maiko bringt Kindern Respekt bei
von xxyz | #1

Das Engagement ist zu begrüßen.

Offen ist für mich, warum die Rolle der Eltern, die ja für die Ernährung der Kinder verantwortlich sind, hier nicht näher beschrieben ist.

Auch ist zu beachten, dass solche Projekte, wie auch die Lebensmittelausgaben, nicht zur All-Inclusive-Versorgung der Nordstadt durch zusätzliche Gelder/Initiativen führen. Die eigene Ernährung und die Ernährung der Kinder muss immer erste Priorität sein! Alles andere erzeugt Abhängigkeiten.

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