Bravo! Luciano Biondini bescherte hinreißende Momente
13.05.2007 | 01:48 Uhr 2007-05-13T01:48:48+0200Bravo, Luciano Biondini, bravo! Der kommende Star am Akkordeon bescherte dem domicil hinreißende italienische Momente ganz neuer Art. Dagegen wirkt ein Branchenriese wie Richard Galliano - excusez-moi - fast langweilig.
Was den Maestro aus dem umbrischen Spoleto und seine Begleiter Salvatore Maiore (Bass) und Roberto Dani (Schlagzeug) auszeichnete, war ihre souveräne Verbin-dung von traditoneller medi-terraner Folklore und einem außerordentlich modernen Jazz-Verständnis.
Und die hohe Schule des Trios. Selten zuvor funktionierte Kommunikation zwischen Musikern auf der Bühne so schlafwandlerisch sicher wie bei diesem Auftritt. Natürlich stand das Knopfakkordeon des Chefs akustisch im Zentrum des Gruppenklangs. Aber die drei Signori wechselten ihre Rollen vom Begleiter zum Solisten und retour unaufdringlich, aber effektiv. So effektiv, dass Roberto Dani mit seinem perkussiven Schlag-werk deutlich häufiger Melodien skizzieren konnte, als den Puls der Musik zu markieren.
Oft und sehr gern rhythmische Akzente
Möglich machten es Salvatore Maiore mit seiner elektrisch verstärkten Bassgeige, klar, und Luciano Biondini, der oft und gern rhythmische Akzente mit kaum variierten Mustern setzte. Dass der Mann seine Finger zuweilen auch im Sechzehntel-Takt über die Knöpfe hetzte, versteht sich beinahe von selbst.
Kopfmusik? Keineswegs. Biondini & Co. spielten hingebungs- und seelenvoll. Allen voran der Padrone. Mit ge-schlossenen Augen saß er auf seinem Hocker, vor allem dann, wenn er mit Klangflä-chen eine verträumte Atmo-sphäre im Club schuf, der diesmal mit Bistrotischen aus-staffiert war. Das Publikum träumte gern mit. Bravo, Luciano, bravo!
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