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Brauner Staub brennt sich in Hunderte Autos

16.08.2012 | 18:37 Uhr
Brauner Staub brennt sich in Hunderte Autos
Emissionen von Schleifstaub brannten sich in mehrere Fahrzeuge ein.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Nachdem es aus einem Unternehmen in Brackel gelb-braunen Staub regnete, der sich auf Hunderten von Fahrzeugen einbrannte, hat die Umweltschutzbehörde in Hagen einen ansässigen Betrieb unverzüglich geschlossen.

Der Vorfall selbst liegt bereits eine Woche zurück. Wie die Untere Umweltschutzbehörde Bochum, Dortmund und Hagen bestätigt, ist der Verursacher für gelblich braune Staubniederschläge im Bereich Niedersachsenweg und Oberste-Wilms-Straße in Dortmund ermittelt.

Bei der Behörde waren Beschwerden über gelblich-braune Staubniederschläge auf Neu- und Gebrauchtwagen, Wohnwagen, Bussen, Fenstern und Fassaden eingegangen. Der Niederschlag ist entweder erkennbar an der Farbe der Stäube oder an der Rauheit auf Lack, Metall und Glas. „Die Partikel lassen sich nicht mit Wasser abwaschen“, so die Unteren Umweltschutzbehörde. Bei den Ermittlungen konnte der Verursacher eindeutig festgestellt und die Anlage am 13. August stillgelegt werden.

In den Lack gebrannt

Nach Angaben der Behörde handelt es sich bei der Substanz um ein Strahlmittel, mit dem verrostete Gasflaschen bearbeitet worden sind. Der Strahlstaub drang aus dem Betrieb und brannte sich in den Lack von Objekten in der Umgebung ein. Als die alarmierte Aufsicht am Tag nach der Havarie den Betrieb besichtigen wollte, war die Anlage „wegen technischer Mängel“ geschlossen.

Dass es dort tatsächlich gravierende Mängel gibt, sah Petra Hille am Montag. „Eine Uralt-Anlage“, berichtete sie der WR. Sie legte den Betrieb unverzüglich still. Die Maßnahme sei gerechtfertigt, weil „ein paar hundert Autos beschädigt worden sind“. Die Höhe des Schadens kann sie noch nicht beziffern.

Neuwagen säubern

„Alleine bei uns sind 60 bis 70 Autos betroffen“, berichtet Gerhard Wittenkemper vom Skoda Autoforum. Seine Nachbarn: BMW, das Mercedes-Nutzfahrzeugzentrum mit 20 Bussen, S&E mit seinen Wohnwagen und Wohnmobilen. Hinzu kommen die Schäden an den Gebäuden, die noch nicht beziffert werden können. Selbst wenn der Flugrost mit einer Spezialpolitur entfernt werden könne, sei das mit einem empfindlichen Wertverlust für die ausgestellten Neuwagen verbunden, verdeutlicht Wittenkemper.

Ein Anlieger habe über seinen Anwalt auch auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung hingewiesen, bestätigt Petra Hille. Diese sieht die Umweltbehörde im Moment auf Grundlage ihrer Erkenntnisse aber nicht. Der Firmenchef habe sich mit der Stilllegung einverstanden erklärt und will eine neue Anlage aufstellen.

Betroffene sollen sich melden

Das Umweltamt der Stadt Dortmund rät allen Geschädigten, sich an die Untere Umweltschutzbehörde mit Sitz in Hagen zu wenden. Nach telefonischer Anfrage oder per E-Mail werden die Kontaktdaten des Betreibers genannt.

Ansprechpartnerin bei der Unteren Umweltschutzbehörde ist Petra Hille, Telefon 02331-207-4776 oder petra.hille@stadt-hagen.de.

Gerald Nill



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