Brauhausstraße wird nach nur acht Jahren erneut saniert

Der Flickenteppich in der Brauhausstraße wird in den nächsten Wochen gegen eine Asphalt-Fahrbahn ausgetauscht.
Der Flickenteppich in der Brauhausstraße wird in den nächsten Wochen gegen eine Asphalt-Fahrbahn ausgetauscht.
Foto: Oliver Schaper
Was wir bereits wissen
Nur noch ein Flickenteppich ist übrig vom einst schicken Pflaster der Brauhausstraße. Acht Jahre nach der Neugestaltung der Straße steht ab Montag erneut die Sanierung an. Und der Untergrund der Brauhausstraße ist nicht der einzige in der City, der Sorgen macht.

Dortmund.. Vor allem der LKW-Verkehr zum Hansaplatz hat dem 2007 verlegten Pflaster der Brauhausstraße zugesetzt. Schon nach kurzer Zeit waren viele Bodenplatten wackelig, hatten Sprünge und Risse. Zuletzt blieb den städtischen Tiefbauern nichts anderes übrig, als die kaputten Steine zu entfernen und die Löcher mit Asphalt zu stopfen.

Geteilter Schaden

Den Ursachen für die Schäden ging ein Gutachter auf den Grund. Ergebnis war ein salomonisch geteilter Schuldspruch: Die Planer des Tiefbauamtes haben den schweren LKW-Verkehr unterschätzt, der etwa zu Veranstaltungen über das Pflaster der Brauhausstraße rollt. Die ausführende Baufirma habe wiederum die Steine mit zu geringem Fugenabstand gesetzt. Deshalb werden auch die Kosten für die Ausbesserung, die rund 100.000 Euro betragen dürfte, geteilt.

Und man zieht auch Lehren aus den Erfahrungen aus der Begegnung zwischen Pflaster und LKW-Verkehr: Statt neue Pflastersteine zu setzen, bekommt die Fahrspur der Brauhausstraße nun eine helle Asphaltdecke. In der nächsten Woche wird mit den Arbeiten begonnen, die gewissermaßen Abschluss der umfassenden Umgestaltung im Bereich Olpe, Betenstraße und Balkenstraße sind.

Nicht weitsichtig genug

Die Schäden an Pflastersteinen im ebenfalls schon 2007 neu gestalteten nördlichen Teil der Betenstraße sieht man dabei im Tiefbauamt eher als Einzelfälle an. "Hier wird kleinteilig ausgebessert, und es werden einzelne Steine ersetzt", kündigt Tiefbauamts-Leiterin Sylvia Uehlendahl an.

Und welche grundsätzlichen Lehren ziehen die Planer aus den Erfahrungen in der Brauhausstraße? Bei der Neugestaltung der Silberstraße im Jahr 2012 habe man bis zum Parkhaus des Lensing-Carrées schon vorsorglich auf ein Asphaltband für die Hauptfahrbahn gesetzt, erklärt Sylvia Uehlendahl. Das war offenbar nicht weitsichtig genug. Denn viele Pflastersteine im weiteren Verlauf von Silberstraße und Potgasse haben inzwischen ebenfalls Macken und wackeln, weil hier zahlreiche LKW für die Anlieferung der Thier-Galerie fahren.

Ästhetisch oder funktional

"Es muss immer abgewogen werden zwischen städtebaulichen und funktionalen Aspekten", betont Sylvia Uehlendahl. Im Umfeld der Thier-Galerie habe man sich gemeinsam mit Investor ECE, der auch die Straßengestaltung finanziert hat, auf die ästhetischere Variante ohne Asphalt geeinigt.

Oft seien es auch Kleinigkeiten, die bedacht werden müssten, erklärt die Expertin. So wurde bei der Neugestaltung des Petrikirchhofs auf scharfe Kanten der Pflastersteine verzichtet, weil gerade dort oft Schäden entstehen. Nicht nur das Beispiel Brauhausstraße bestätigt also das Sprichwort, dass man aus Schaden klug wird.

Die Sanierung der Brauhausstraße beginnt am Montag (13.7.), auch in der Viktoriastraße wird noch gearbeitet. Sie ist dann für etwa eine Woche bis zur Kleppingstraße gesperrt.
Ab Mittwoch (15.7.) ist die Brauhausstraße zwischen Beten- und Balkenstraße für den Autoverkehr gesperrt. Die Balkenstraße wird in Richtung Norden für etwa eine Woche zur Sackgasse.

Bis zum 27. Juli soll die Straßensanierung beendet sein.