Borussia Dortmund kämpft mit Bierdeckeln gegen Rechts

Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp unterstützt die Aktion "Kein Bier für Rassisten".
Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp unterstützt die Aktion "Kein Bier für Rassisten".
Foto: BVB
Was wir bereits wissen
Der BVB startet eine Aktion gegen Rechts und setzt dabei auf Dortmunds Ruf als Bierstadt. Eine Schlüsselrolle spielen die zahlreichen Wirte der Stadt.

Dortmund.. "Kein Bier für Rassisten" – nennt sich eine neue Aktion, mit der die Fanabteilung von Borussia Dormtund ein Zeichen gegen Rechts setzen will. Seit dem vergangenen Wochenende verteilen zahlreiche Helfer eine Million eigens für die Aktion gedruckte Bierdeckel in Kneipen, Bars und Restaurants im gesamten Dortmunder Stadtgebiet.

Die Gäste der Dortmunder Wirte sollen ihre Getränke mit der klaren Botschaft des BVB serviert bekommen. Neben der Symbolik liefern die Bierdeckel auch stichhaltige Argumente gegen rassistische Stammtischparolen. Über einen QR-Code auf der Rückseite jedes Bierdeckels kann direkt vor Ort mit dem Smartphone eine ganze Liste an stichhaltigen Argumenten gegen rassistische Unterstellungen aufgerufen werden.

Rauball: "BVB zeigt klare Haltung"

Unterstützung erhält die Fanabteilung von BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball: „Durch diese gemeinsame Aktion, die rechtem Gedankengut nicht nur plakativ sondern auch inhaltlich entgegen tritt, verdeutlicht die BVB-Familie einmal mehr ihre klare Haltung: für Toleranz und einen bunten BVB, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.“

Rassismus sei als Thema "aktuell wie nie", so Tobias Westerfellhaus, Vorstandsmitglied der Fanabteilung. "Wir wollen ein Zeichen dafür setzen, dass die menschenverachtende Weltanschauung dieser Leute nicht zu Dortmund passt“, so Westerfellhaus.

Zusätzlich zu den Bierdeckeln gehören auch Info-Flyer und ein "Bullshit-Bingo" zur Kneipenausstattung. Das "Bullshit-Bingo" greift Sprüche wie "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" oder "Ich hab ja nichts gegen Ausländer, aber..." auf und entlarvt den oftmals rassistischen Hintergrund.

Ehrung für Arbeit gegen Rechts

Borussia Dortmund engagiert sich seit Längerem gegen rechtsradikale Umtriebe in der Fanszene und in der Stadt. Für seine Arbeit wurde der Klub im vergangenen Jahr mit dem zweiten Platz beim Julius-Hirsch-Preis des Deutschen Fußball-Bundes ausgezeichnet.

Insbesondere ging es dabei um eine Reise, die BVB-Fans ins polnische Lublin führte, wo die Fans in den ehemaligen Vernichtungslagern Majdanek, Belzec und Sobibor nach Spuren deportierter Dortmunder Juden suchten. (str)