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Borussenfront vertrieb Borussias Walzer-König

13.02.2012 | 11:00 Uhr
Borussenfront vertrieb Borussias Walzer-König

Dortmund.   Peter „Erbse“ Erdmann dichtete einst in den siebziger Jahren den Fangesang zur Melodie des Schneewalzers, er galt als Vorsänger und Dirigent der Südtribüne. Auf Einladung des Journalisten Gregor Schnittker besuchte er am Freitag seit Jahren zum ersten Mal wieder das Stadion.

Immer wenn es bei der Borussia aus Dortmund richtig etwas zu feiern gibt, stimmen die Fans den alten Klassiker „BVB Walzer“ an. Wie alt dieses Lied allerdings genau ist, wie es entstand und wer es einst dichtete, wissen nur die Wenigsten. Einen „Tag im Zeichen des BVB Walzers“ widmete das Borusseum am Freitag diesen Fragen und der Lebensgeschichte eines ganz besonderen BVB-Anhängers, Peter „Erbse“ Erdmann.

Er dichtete einst den Fangesang zur Melodie des Schneewalzers, war in den Siebzigern Vorsänger und Dirigent der Südtribüne und ein prägender Kopf der Dortmunder Fanszene. In den Achtzigern nahm seine Zeit in Dortmund jedoch ein unrühmliches Ende.

Rechtsextreme „Borussenfront“ trieb ihn einst aus der Stadt

Er hatte sich die rechtsextremen Hooligans der „Borussenfront“ zum Feind gemacht und wurde von ihnen aus der Stadt vertrieben. „Zum Glück habe ich „Erbse“ Erdmann tief im Taunus ausgegraben“, sagt der Journalist und Autor Gregor Schnittker. Er hat Erdmann nach langer Suche ausfindig gemacht und nach Dortmund eingeladen, wo der mittlerweile über 60 Jahre alte Fan erst einmal seinen Walzer anstimmt. BVB-Archivar Gerd Kolbe weiß Näheres über die Entstehung des Liedes.

Am 30. Dezember1976 hatte Borussia ein Hallenfußballturnier in der Westfalenhalle ausgerichtet. Für die anschließende Feier hatte Kolbe, damals Pressesprecher von Borussia, Roberto Blanco für eine Gage von 12 000 Mark engagiert. Aber der Schlagersänger enttäuschte und trug sogar einen Schal von Rot-Weiß Essen um den Hals. Erdmann hätte ihm daraufhin so lange in den Ohren gelegen, bis er selbst auf der Bühne stehen durfte, erzählt Kolbe. Dort sang er dann das erste Mal den BVB-Walzer und begeisterte die Fans prompt

Gaststätte der Eltern wurde überfallen

In „Erbses“ Leben gibt es allerdings nicht nur lustige Anekdoten, seine Geschichte handelt auch von den dunkelsten Stunden der Dortmunder Fangeschichte. In den Achtzigern wurde ein gewaltbereiter Teil der Anhänger immer einflussreicher auf der Südtribüne, die Schläger der „Borussenfront“.

Sie störten sich an dem charismatischen Unterhalter Erdmann und seiner besonderen Stellung in der Fanszene. So zerstörten sie 1983 die Kneipe seiner Eltern am Borsigplatz. Wochen später kam es sogar noch schlimmer, die Gaststätte wurde am Tag der Neueröffnung erneut überfallen, der 32-jährige Erdmann und sein Vater bei dem Angriff sogar schwer verletzt.

Journalist fand Vorsänger von einst im Taunus wieder

Noch im selben Jahr starb der Vater, Werner Erdmann, selbst ehemaliger Spieler des BVB - laut der Familie an den Spätfolgen des Überfalls. Peter „Erbse“ Erdmann zog sich von seiner Borussia zurück und 1988 schließlich aus Dortmund weg. Bis der Journalist Gregor Schnittker Kontakt aufnahm und Erdmann am vergangenen Freitag zum ersten Mal wieder das Dortmunder Stadion betrat. „Ich habe den Rasen geküsst“, berichtete er mit leuchtenden Augen.

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Kornelius Dittmar

Kommentare
22.04.2012
03:00
Borussenfront vertrieb Borussias Walzer-König
von Freewheelin09 | #5

Traurige Geschichte.Die Vereinsführung und Fanabteilung sollten diesen Mann unbedingt wieder an den Verein binden.Ich denke das hat er verdient..toll...
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Borussenfront vertrieb Borussias Walzer-König
Borussenfront vertrieb Borussias Walzer-König
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2012-02-13 11:00
Dortmund