Bonaparte verbreiten Anti-Stimmung im FZW

Verrückt: Bonaparte beim Konzert im Dortmunder am Mittwoch (14. November 2012)
Verrückt: Bonaparte beim Konzert im Dortmunder am Mittwoch (14. November 2012)
Foto: WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Was steht hier eigentlich im Vordergrund – Musik oder skurrile Bühnenshow? Bei Bonaparte weiß man das nicht so genau. Das Berliner Band-Projekt bewies seinen Wahnsinn am Mittwoch im FZW.

Dortmund.. Was steht hier eigentlich im Vordergrund – Musik oder skurrile Bühnenshow? Bei Bonaparte weiß man das nicht so genau. Das Berliner Band-Projekt bewies seinen Wahnsinn am Mittwoch im FZW.

Um das Musikalische schnell abzuhaken: Bonaparte waren schräg und laut und rustikal wie immer. Harmonischer Gesang war eben nie die Stärke der bunt durcheinander gewürfelten Band. Die Jungs mögen es lieber rockig-rauh.

Schon mit dem zweiten Song schoben die Berliner einen ihrer Klassiker ein: „Anti! Anti!“. Damit waren die Fronten also geklärt. Gegen jede Konvention, gegen jede Schublade. Denn Bonaparte sind mit ihrer Show – genau wie mit ihrer Musik – nur schwer einzuordnen. Auf der Bühne passiert so viel, dass man den ein oder anderen Kostümwechsel überhaupt nicht mitbekommt. Erst im Augenwinkel nimmt man plötzlich wahr: Aus der Barock-Dame ist soeben ein digitales Wesen mit Monitor-Kopf geworden.

Wie kommen die Berliner eigentlich auf ihre Verkleidungs-Ideen? Man mag sich das so vorstellen: „Lasst uns mal was mit Bananen am Höschen machen. Dann greifen wir noch das Thema Blumen und Gras auf – und dazu passt doch ein gebrochener Arm. Ach ja, und der Fuß darf den Boden nicht berühren.“

Vor skurrilen Verkleidungen und überzeichneten Charaktern (Papproboter, nackte Babys, unmäßige Kirchenmänner) macht die Kombo allerdings nicht Halt. Mitunter durften die drei tanzenden Damen auch blank ziehen, sich mit Farbe überschütten und Glitzerpulver ins Publikum stäuben. Überhaupt hatten es die vorderen Reihen im leider nur locker gefüllten FZW nicht leicht: Der Kirchenmann spuckte mit Essen. Die Grenze des guten Geschmacks wurde damit erreicht, aber wohlwollend betrachtet nicht überschritten.