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Bonaparte verbreiten Anti-Stimmung im FZW

15.11.2012 | 12:31 Uhr
Verrückt: Bonaparte beim Konzert im Dortmunder am Mittwoch (14. November 2012)Foto: WAZ/-Fotopool/Kevin Schrief

Dortmund.   Was steht hier eigentlich im Vordergrund – Musik oder skurrile Bühnenshow? Bei Bonaparte weiß man das nicht so genau. Das Berliner Band-Projekt bewies seinen Wahnsinn am Mittwoch im FZW.

Was steht hier eigentlich im Vordergrund – Musik oder skurrile Bühnenshow? Bei Bonaparte weiß man das nicht so genau. Das Berliner Band-Projekt bewies seinen Wahnsinn am Mittwoch im FZW.

Um das Musikalische schnell abzuhaken: Bonaparte waren schräg und laut und rustikal wie immer. Harmonischer Gesang war eben nie die Stärke der bunt durcheinander gewürfelten Band. Die Jungs mögen es lieber rockig-rauh.

Schon mit dem zweiten Song schoben die Berliner einen ihrer Klassiker ein: „Anti! Anti!“. Damit waren die Fronten also geklärt. Gegen jede Konvention, gegen jede Schublade. Denn Bonaparte sind mit ihrer Show – genau wie mit ihrer Musik – nur schwer einzuordnen. Auf der Bühne passiert so viel, dass man den ein oder anderen Kostümwechsel überhaupt nicht mitbekommt. Erst im Augenwinkel nimmt man plötzlich wahr: Aus der Barock-Dame ist soeben ein digitales Wesen mit Monitor-Kopf geworden.

Bonaparte im FZW

Wie kommen die Berliner eigentlich auf ihre Verkleidungs-Ideen? Man mag sich das so vorstellen: „Lasst uns mal was mit Bananen am Höschen machen. Dann greifen wir noch das Thema Blumen und Gras auf – und dazu passt doch ein gebrochener Arm. Ach ja, und der Fuß darf den Boden nicht berühren.“

Vor skurrilen Verkleidungen und überzeichneten Charaktern (Papproboter, nackte Babys, unmäßige Kirchenmänner) macht die Kombo allerdings nicht Halt. Mitunter durften die drei tanzenden Damen auch blank ziehen, sich mit Farbe überschütten und Glitzerpulver ins Publikum stäuben. Überhaupt hatten es die vorderen Reihen im leider nur locker gefüllten FZW nicht leicht: Der Kirchenmann spuckte mit Essen. Die Grenze des guten Geschmacks wurde damit erreicht, aber wohlwollend betrachtet nicht überschritten.

Katrin Figge



Kommentare
16.11.2012
12:26
Bonaparte verbreiten Anti-Stimmung im FZW
von ekelalfred1 | #3

Das kommt davon, weil die von Ihnen genannten Talent besaßen, bzw. besitzen. Je unbedeutender die Musik (oder Kunst) desto schriller müssen die Kostüme sein. Das fing bei Kiss an, geht über Slipknot bis Lady Gaga. Echte Künstler brauchen sowas nicht.

16.11.2012
12:15
Bonaparte verbreiten Anti-Stimmung im FZW
von Pase_Lacki | #2

Wenn ich gute Verkleidungen und eine abgefahrene Bühnenshow sehen will, dann guck ich mir HGich.T an, die drehen wenigstens richtig auf.

15.11.2012
17:33
Bonaparte verbreiten Anti-Stimmung im FZW
von m.birr | #1

Merkwürdig, ich habe nie gehört das sich die Rolling Stones, Beatles, Jimi Hendrix oder Elvis Presly in "Schubladen" gefühlt haben.

Und Charlie Chaplin, Doris Day oder John Wayne auch nicht.

Nur unbekannte Gruppen faseln immer von Schubladen in die sie sich nicht hineinstecken lassen wollen.

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