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Bollmann geht, um wieder zu kommen

20.06.2007 | 08:30 Uhr

Der Stadtsportbund ist führungslos. Nach der Trennung vom hauptamtlichen Geschäftsführer Achim Barbknecht (wir berichteten) hat jetzt auch der Vorstandsvorsitzende Bodo Bollmann sein Amt niedergelegt. Grund: Er bewirbt sich auf die mit rund 50 000 E brutt

Der Beirat des SSB ging gestern in die Offensive. Bereits am 11. Juni, fünf Tage nach der Berichterstattung in dieser Zeitung unter der Überschrift "Schon wieder Turbulenzen im SSB" habe Bollmann den Vorstand wissen lassen, dass er beabsichtige, sich auf die Geschäftsführerstelle zu bewerben. Gleichzeitig trat er vom Ehrenamt des Vorstandsvorsitzenden zurück. "Ich möchte im Bewerbungsverfahren eine für alle Kandidaten vergleichbare Ausgangsposition schaffen", erklärte Bollmann gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Zunächst habe er "darüber nachgedacht, das Amt lediglich für die Dauer des Bewerberverfahrens ruhen zu lassen", so Bollmann. Er habe aber auch signalisieren wollen, dass er bereit ist, ein gewisses Risiko einzugehen.

Beiratssprecher Peter Rieger hält die Vorgehensweise Bollmanns für "klug und ehrenhaft". Sie zeige, dass der scheidende Vorsitzende "das Verfahren sportlich fair angeht". Wer die Nachfolge von Achim Barbknecht als hauptamtlicher Geschäftsführer antritt, soll nun eine sechsköpfige Auswahlkommission entscheiden. Neben Rieger gehören ihr die Vorstandsmitglieder Thomas Friedhoff und Kurt Schweinert sowie Karl-Martin Dittmann (Beirat), Jutta Franke (Frauenbeirat) und Jutta Neumann (Sportjugend) an.

Die Trennung von Achim Barbknecht, der nach nur zweieinhalb Jahren vorzeitig und letztlich "in beiderseitigem Einvernehmen" mit einer Abfindung ausschied, hatte die Kritiker von Bodo Bollmann auf den Plan gerufen. Allen voran Gerhard Niemeyer, Chef der Leichtathletiksparte. Er hatte den Verdacht geäußert, Bollmann habe den Geschäftsführer aus dem Amt gedrängt, weil er selber scharf auf den Job sei.

Dem widerspricht Rieger. "Es ist das selbstverständliche Recht des Vorstands einer Dachorganisation, Personalentscheidungen zu fällen." Nichts anderes sei geschehen. "Herr Bollmann ist halt eine konturierte Figur. Da eckt man auch schon mal bei dem einen oder anderen an."

Vorrangig sei, dass der SSB endlich wieder zu einer personellen Kontinuität in den Spitzenämtern komme. "Das wollten wir aber bei der Einstellung von Herrn Barbknecht auch schon."

Von Frank Fligge

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