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Polizei-Kontrollen

Böses Erwachen in der Umweltzone

10.10.2012 | 20:00 Uhr
Böses Erwachen in der Umweltzone
Großkontrollen in der Umweltzone am Borsigplatz. Polizei, Umweltamt und Ordnungsamt führten an der Brackelerstraße den Einsatz durch.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Mit einem großen Aufgebot führten Polizei und mehrere städtische Ämter gestern Kontrollen auf der Straße zum Borsigplatz durch, um das Lkw-Verbot und auch die Umweltplaketten durchzusetzen.

Reaktionsschnell erfasst der Fahrer des DHL-Lkw-Gespannes die Kontrollsituation auf der Brackeler Straße, wendete mit seinem Hänger auf der Straße und entkommt so der Strafe.

Mit einem großen Aufgebot führten Polizei und mehrere städtische Ämter gestern Kontrollen auf der Straße zum Borsigplatz durch, um das Lkw-Verbot und auch die Umweltplaketten durchzusetzen.

Der Morgen beginnt gleich mit einem Meinungsstreit. „Für ausländische Fahrzeuge gelten die Bestimmungen nicht“, meinen die Mitarbeiter vom Umweltamt . Doch das Ordnungsamt überzeugt sie anschließend vom Gegenteil. Die Polizei winkt den BMW aus Paris genauso rechts ‘ran wie den Kleinbus aus Rumänien. Beide haben keine Plakette.

„Dreist ohne Plakette“

Was die Ordnungskräfte aber am meisten verblüfft, ist die Anzahl der heimischen Autos, die überhaupt keine Plakette an der Frontscheibe pappen haben. „Das ist dreist, wenn man gar keine Plakette hat“, findet Rolf Leiding, Leiter der Verkehrsüberwachung beim Ordnungsamt. Am Ende wird jedes zweite Bußgeld genau bei dieser Gruppe fällig. Die Polizei kann gleich bei drei parkenden Fahrzeugen in der Brackeler Straße Knöllchen schreiben. Aber mit 40 Euro Buße ist es noch nicht getan. Ein Strafpunkt in Flensburg kommt obendrauf. In der Vergangenheit hatte sich die Stadt beschwert, dass zu selten die Umweltzone mit ihrer Messstation in der Brackeler Straße überprüft wird.

Immer wieder wurde beobachtet, dass sowohl die Plakettenpflicht als auch das Durchfahrtverbot für Lkw über drei Tonnen ignoriert worden ist. Das könnte dazu geführt haben, dass die Zahl der Überschreitungstage beim Feinstaub-Limit an der Messstelle auf 32 angewachsen ist und damit kurz vor der roten Karten aus Brüssel.

„Bei 35 wird ein Verfahren der EU gegen Dortmund eingeleitet“, erklärt Dr. Wilhelm Grote, Leiter des Umweltamtes. „Und die Inversionswetterlagen kommen erst noch.“ Und sein Kollege Heinrich Bornkessel ergänzt: Spätestens ab Mitte 2014 wird man nur noch mit grüner Plakette durch die Brackeler Straße fahren dürfen.“ Die Stadt habe aber in Arnsberg beantragt, dass der Termin für diese 300 Meter aber auf nächstes Jahr vorgezogen wird. Dann könnte wieder über die kleinste „Umweltzone Deutschlands“ gelästert werden.

Ganze Fahrspur blockiert

Zu Spitzenzeiten ist vormittags praktisch eine ganze Fahrspur der Brackeler Straße mit überprüften Fahrzeugen blockiert. Mit 20 Euro Strafe sind die Brummifahrer dabei, die die Durchfahrtsbeschränkung übersehen hatten. Der Sattelzug aus Sachsen-Anhalt passt kaum auf den Kontrollstreifen. „Den überprüfen wir dennoch“, meinte Manfred Blunk, Leiter Verkehrsdienst der Polizei. „Den Spaß gönnen wir uns.“

Ansonsten steckt oft der Teufel im Detail. Hat EDG eine Sondergenehmigung? Für Müll ja, aber der Container-Fahrer von Doga wird zur Kasse gebeten. Nicht bezahlen muss hingegen der Busfahrer von TRD. „Ein Bus ist kein Lkw“, heißt es am Rande der Kontrollen. Mit einer mündlichen Verwarnung kommen die Bulgaren davon, die ihre Plakette im Handschuhfach dabei haben. Das Ordnungsamt wird weiter kontrollieren - ausgerüstet mit dem Fotoapparat.

Gerald Nill

Kommentare
11.10.2012
14:43
Böses Erwachen in der Umweltzone
von knickerbocker | #4

Ist wie immer kurz vor Weihnachten fallen die in ihren üblichen Aktionismus.

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Böses Erwachen in der Umweltzone
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/boeses-erwachen-in-der-umweltzone-id7182132.html
2012-10-10 20:00
Plakette, Knöllchen, Feinstaub, Polizei, Ordnungsamt, Umweltamt
Dortmund