Blitz-Marathon – die Eintagsfliegen-Klatsche
10.02.2012 | 18:33 Uhr 2012-02-10T18:33:00+0100
Dortmund. Ohne Frage: Jeder Tote und Verletzte im Verkehr ist einer zu viel. Die Statistiker haben’s errechnet: Sinkt die Durchschnittgeschwindigkeit nur um 2 km/h kann von 15 Prozent weniger Verletzten ausgegangen werden. Kollidiert ein Auto bei 50 km/h mit einem Menschen, überlebt er mit 80 Prozent Wahrscheinlichkeit – eine Kollision mit 65 km/h kostet dagegen acht von zehn Menschen das Leben. Binsenweisheit: Je langsamer das Auto, desto länger das Leben. Warum sich das Fahrverhalten aber ändern sollte, weil die Polizei an nur e i n e m Tag massiv auf der Straße ist? - gute Frage.
NRW-Innenminister Jäger wird schon wissen, was er tut. Auch dann, wenn sich gestern allein in Dortmund 220 Polizisten gefragt haben mögen, was sie da gerade eigentlich tun. Hier ein paar denkbare Antworten: a) sich die Beine in den Bauch stehen und frieren. b) unnötige Überstunden sammeln. c) dem Minister zu kurzzeitiger Popularität verhelfen und d) noch mehr Überstunden sammeln.
Die täglichen Geschwindigkeitskontrollen mögen nicht beliebt sein, aber sie sind sinnvoll, weil sie wie Nadelstiche immer wieder den Blick auf den Tacho lenken. Eine 24-Stunden-Aktion mit Ansage ist aber bestenfalls ein PR-Gag, schlimmstenfalls eine Eintagsfliege. Gerade nach voll in Aktion - schon morgen Geschichte. Hätte man jeden der 220 Beamten eine Schicht lang in Schulen oder Kindergärten geschickt - der Langzeiteffekt wäre unvergleichbar größer.
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