Das aktuelle Wetter Dortmund 12°C
Krankenkassen

BKK Hoesch und BIG liefern sich "Kassenkampf" in Dortmund

15.04.2011 | 16:42 Uhr
BKK Hoesch und BIG liefern sich "Kassenkampf" in Dortmund

Dortmund.Außer einem „B“ im Namen und dem Kerngeschäft haben die BKK Hoesch und die BIG wenig gemeinsam. Das sieht scheinbar zumindest die Traditions-Krankenkasse so, die zurzeit schwer angeschlagen ist. Auf der Suche nach einem starken Partner hat sie die Hand, die BIG reichen wollte, ausgeschlagen. Sagt der eine. Verneint der andere. Auf dem Markt der Krankenkassen wird mit harten Bandagen gekämpft.

BIG-Vorstandsvorsitzender Frank Neumann, der gestern den neuen Sitz der Direktkrankenkasse an der Rheinischen Straße mit dem U als Nachbarn präsentierte, zuckt die Achseln. Schon zum Jahresende 2010 habe sich in seinen Augen abgezeichnet, dass die BKK Hoesch ihre finanziellen Probleme nicht so einfach werde schultern können. Am 3. Februar habe die BIG deshalb das Angebot zur Fusion unterbreitet, einen Tag vor der Verwaltungsratsitzung. Das sei abgelehnt worden. „Wer nicht will, der hat schon“, scheut sich Neumann jetzt nicht vor aggressiver Werbung.

Die stößt BKK-Vorstand Uwe Gehrig bitter auf. Zumal er betont: Es habe noch keine Entscheidung in Sachen Fusion/BIG gegeben. In der Verwaltungsratsitzung einen Tag nach dem Informationsgespräch mit Neumann sei lediglich der Zusatzbeitrag beschlossen worden. Über das BIG-Gespräch sei lediglich informiert, nicht aber inhaltlich diskutiert worden. Es habe zu keinem Zeitpunkt ein Signal seitens des Verwaltungsvorstandes gegeben, Gespräche zu führen oder abzulehnen, so Gehrig.

„Hoeschte Zeit zu wechseln“ – „Man kann doch nicht ein Fusionsangebot machen und drei Tage später so aggressiv und gezielt gegen eine Kasse werben“, glaubt Gehrig, dass die „Anzeigenkampagne natürlich auch zur Kündigungswelle beigetragen hat“.

Technischer K.O.? Gehrig: „Wir suchen nach wie vor einen Partner. Aber der sollte, ich sage mal: aufrichtig sein“.

Die Entwicklung könnte gegenläufiger nicht sein: Auf der einen Seite eine traditionsreiche Krankenkasse mit überalterter Versicherungsstruktur und finanziellen Problemen. Die als Notanker den Zusatzbeitrag ausgeworfen hat und der jetzt reihenweise die Mitglieder weglaufen. Jedes Fünfte habe sich bereits anders orientiert, die Kasse ist auf rund 72 000 Versicherte geschrumpft. Was jetzt auch die Beschäftigten zu spüren bekommen.

Auf der anderen Seite eine junge moderne Gesundheitskasse, die 1996 mit 3 Mitarbeitern und 750 Versicherten in Dortmund gestartet war und inzwischen die Nummer 30 in der 150 Kassen starken Landschaft ist. Mitarbeiter: 525; Versicherte: 400 000. Und die, als sichtbares Bekenntnis zu Dortmund, jetzt den Büroriegel vor dem Dortmunder U bezogen hat.

Anja Schröder

Facebook
 
Kommentare
16.04.2011
19:39
BKK Hoesch und BIG liefern sich Kassenkampf in Dortmund
von Annonymus26 | #1

Soll die BKK-Hoesch sein/Ihr Krankenhaus verkaufen.
Wer sich als so wichtig erachtet und seine Mitarbeiter so freizügig besoldet wird doch die Chefposten woanders erhalten wollen wo er wieder Geld aus dem Fenster werfen kann.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4548363/create

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Layla Zoe in Dortmund
Bildgalerie
Piano
Hitze am Phoenix-See
Bildgalerie
Wetter
Achtung, Dortmund — hier droht Bußgeld!
Bildgalerie
Bußgeld-Katalog
Aus dem Ressort
Wohnraum für Arme: Knapp und schlecht saniert
Soziales
Auf dem Wohnungsmarkt haben Menschen mit wenig Geld das Nachsehen. Zum einen gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Zum anderen lassen privater Finanzinvestoren günstige Wohnungen verkommen.
Aus Amerika direkt nach Hörde
Germany's next Topmodel
Model Diana hätte Germanys next Topmodel werden können, Model-Mama Heidi Klum rechnete ihr große Chancen fürs Finale aus. Diana aber entschied sich gegen die Show und schied aus familiären Gründen freiwillig aus. Mit ihrer Familie ist die 17-Jährige nach ihrem Ausstieg von Hagen nach Hörde gezogen.
Foto