Bittere Pillen
18.02.2010 | 21:11 Uhr 2010-02-18T21:11:00+0100
Dortmund. Die Krankenkassen mussten im letzten Jahr in Dortmund zum Teil deutliche Mehrausgaben für Arzneimittel schlucken. Den größten Aufschlag innerhalb eines Jahres beklagen die AOK und die DAK mit Mehrkosten für Pillen und Tabletten in Höhe von satten 14,5 und 14,4 Prozent.
Die Kosten im Gesundheitsbereich drohen seit Jahren aus dem Ruder zu laufen. „Hierbei bereiten uns die Arzneimittel besondere Sorgen”, bestätigt DAK-Sprecher Rainer Lange.
»Uns hat die Steigerung überrascht«
Während die bundesweiten Arzneimittel-Ausgaben im letzten Jahr durchschnittlich um 5,9 Prozent teurer geworden sind, muss die DAK ungleich höhere Mehrausgaben verkraften. Medikamente für knapp 14 Millionen Euro erhielten die gut 30 000 DAK-Versicherten in Dortmund von Ärzten verschrieben.
Von 69 auf 79 Millionen Euro stiegen die Kosten bei der größten Krankenkasse in Dortmund, der AOK, mit hier 111 623 Versicherten. Ein sattes Plus von zehn Millionen! „Uns hat die Steigerung sehr überrascht”, berichtet AOK-Sprecher Johannes Löhr.
Sind die Dortmunder im Vergleich besonders krank? Das könne man so nicht sagen, glaubt jedenfalls Dietrich Hilje von der BKK Hoesch, die im letzten Jahre eine nur leicht gestiegene Mehrausgabe für Arzneimittel auf 24,22 Millionen Euro verbuchen musste. In einer Großstadt sei das medizinische Angebot einfach besser als auf dem Land. Deshalb gingen die Bürger hier auch häufiger zum Arzt, was sich in höheren Ausgaben für Medizin niederschlage. Außerdem haben große Krankenhäuser offenbar eine stärkere Sogwirkung aus dem Umland entwickelt.
"Preistreiberei"
Bei den Knappschaftsversicherten in Dortmund schlugen die Ausgaben mit 24,35 Millionen Euro zu Buche - nach 23,6 im Vorjahr. Der Apothekerverband bezichtigt inzwischen die Pharmaindustrie unverhohlen der „Preistreiberei”. Oft veränderten die Hersteller nur die Verpackung, um die Medizin zu verteuern. Die Zeche zahlen die Versicherten.
Die DAK will den „teuren” Dortmundern nicht die Medizin verbieten: „Da gibt es nunmal regionale Unterschiede,” so Rainer Lange. Insgesamt ließe sich jedoch die gute Versorgung kostengünstiger gestalten. „Nehmen wir beispielsweise die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf Arzneien”, sagt Lange. „Da fragen auch wir uns, warum Hotels und Hundefutter geringer besteuert werden als lebenswichtige Arzneimittel.” Kommentar
12:12
Warum darf die Pharmaindustrie in Deutschland die Preise selbst festlegen? Sie betreibt Preistreiberei. In anderen Staaten müssen die Preise genehmigt werden und schon sinken sie!
08:21
Man muß das mal so sehen:
Die Pharmaunternehmen haben irgendwo eine Monopolstellung. Auch bei diesen Unternehmen steigen die laufenden Kosten wie Strom, Gas, Wasser, Personalkosten etc.
Das wird sofort auf die Medikamente erhöht.
Wenn das die Bauern mit ihrer Milch machen würden, dann müßte ein Liter Milch mind. 1,50 € kosten. Aber dann wird bestimmt nicht mehr so viel Milch verkauft.
Anders bei der Gesundheit. Menschen werden immer krank und brauchen immer Medikamente. Ganz egal was es kostet. Die Krankenkasse zahlt schließlich.
Folge: die Krankenkassenbeiträge steigen in diesem Jahr bestimmt nicht zum letzten Mal!
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