Bildungs-Demo in Dortmund lautstark und friedlich
09.06.2010 | 19:19 Uhr 2010-06-09T19:19:00+0200
Dortmund.Mehrere tausend Schüler, Studenten und Auszubildende gingen am Mittwochmorgen in Dortmund auf die Straße. Bei ihrer Bildungsstreik-Demo forderten sie lautstark mehr Geld für Kitas, Schulen und Universitäten.
Studentin Steffi (24) wählt drastische Worte: „Dieses Bildungssystem kotzt mich an“, sagt sie. Warum? Zu wenig Kinder-Tagesstätten, Studiengebühren, schlechte Lernbedingungen. Gemeinsam mit mehreren tausend Schülern, Studenten und Auszubildenden ging sie deshalb auf die Straße. Um 10.37 Uhr setzte sich die Bildungsstreik-Demo an der Kampstraße in Bewegung.
Den Großteil der Demonstranten machten Schüler aus. „Ich habe den Eindruck, dass viele Leute dabei sind, die wirklich motiviert sind“, sagt Yinka Aranmolate (17), Schülerin an der Gesamtschule Gartenstadt. „Bei uns ist es wie an jeder anderen Schule. Es gibt zu wenig Lehrer und zu große Klassen“, sagt sie.
Für mehr Praxis im L
ehramts-Studium
Außerdem müsse das Lehramtsstudium viel praxisorientierter gestaltet werden. „Wie gehe ich mit Eltern um? Wie mit Schülern? Das müssten die Unis viel mehr vermitteln.“ Studentin Annika Lomberg fordert derweil die Abschaffung von Zulassungsbeschränkungen. „Um Lehrerin zu werden, musste ich gezwungenermaßen zwischen Mathe und Germanistik wählen“, sagt sie.
Über den Freistuhl, den Wall und die Geschwister-Scholl-Straße zieht die Menge zur Weißenburger Straße. Auf dem Lautsprecher-Wagen ergreift Gewerkschafter Gerd Pfisterer das Wort. „Ein Großteil der Auszubildenden steht nach der Ausbildung auf der Straße oder wird als Leiharbeiter wieder eingesetzt“, sagt er. Der Betriebsrat bei Hoesch Spundwand und Profile (HSP) kritisiert, dass es für Arbeiterkinder immer schwieriger werde, freien Zugang zu Bildungseinrichtungen zu bekommen.
Veranstalter zählt mehr als 5000 Teilnehmer
Darum sorgt sich auch Firat Özdemir (17). „Wir kämpfen für die Abschaffung von Studiengebühren“, sagt der Schüler des Konrad-Klepping-Berufskollegs, „damit nicht nur Reiche studieren können.“ Auch er wolle nach der Schule ein Studium aufnehmen. Was genau, wisse er noch nicht.
Plakate werden hochgehalten: „Kopfnoten fuck off!“, „13 Jahre Schule“, „Wär Bildung eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet.“ Um kurz nach zwölf erreicht der Tross wieder die Kampstraße. „Wir sind von der Beteiligung überwältigt“, sagt Student Florian Gubernator bei der Abschlusskundgebung.
3500 Teilnehmer zählte die Polizei. Die ganze Zeit über sei der Protest friedlich geblieben. Das Bildungsstreik-Bündnis spricht in einer Mitteilung von „mehr als 5000“ Teilnehmern. „Wir werden nicht aufhören, zu protestieren, bis unsere Forderungen erhört werden“, heißt es weiter.
21:43
Wo haben die autonomen am thema vorbei demonstriert??
21:33
Genau DAS & SO ist es... !
Anscheinend gibts ja doch noch Gleichgesinnte! :)
@ kein schueler :
Haha, Schüler bin ich auf jeden Fall. Und ja, gegen linke Propaganda bin ich auch (genauso wie gegen rechte Propaganda)! Schließt das eine etwa das andere aus?
19:36
Es wird FÜR Bildung gestreikt - dafür wird die Zeit genutzt, die FÜR Bildung ist, nämlich die Schulzeit...wer soll damit unter Druck gesetzt werden?? Die Lehrer? Der Staat? Die Politiker? Sorry, aber erstens: Wie soll man den Schülern glauben, dass sie lernen WOLLEN, wenn sie nicht zur Schule gehen, zweitens: wem schadet es, wenn sie nicht erscheinen? Keinem, außer ihnen selbst...das erzeugt keinen Druck und ist auch sonst wenig überzeugend!
Und nur, um keine falschen Gedanken aufkommen zu lassen: Ich finde es großartig, wenn Schüler sich für die Bildung einsetzen!!! Wenn sie wissen, was sie tun. Ich selbst bin Lehrer für Politik und habe mich bemüht, meine Schüler auf die Demo vorzubereiten - die meisten wussten nicht mal, worum es geht, hatten die Beurlaubung der Eltern aber schon abgegeben...
14:52
Früher sind die Menschen einfach mit 14 Jahren in die Lehre gegangen und konnten damals erheblich besser lesen und schreiben als heute die 18 Jährigen.
Liegt vielleicht daran das man lieber Erlebnisorientiert streikt,als sich um seine eigene Zukunft zu kümmern.
Dieses Anspruchsdenken an den Staat muß einfach ein Ende haben.
Wem die Studiengebühren zu teuer sind, der soll arbeiten gehen und parallel studieren.
Oder seinen Meister/ Techniker machen, den bezahlen die Probanden doch auch ganz selbstverständlich selbst.
Es wird nie so sein, das der Staat zu hause beim Fernsehen und Chips vorbeikommt und den Wohlstand vorbeibringt.
Dafür ist schon jeder selber verantwortlich!
14:30
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10:36
@#1 schueler
ne klar, du bist Schueler ... deine Schreibe erinnert mich doch vielmehr an jemanden der sich ebenfalls ueber zu viel linke Propaganda auf Demonstrationen aufregt ... oder was sagst du dazu, Benno (aka dr_nat_fake) ;-)
01:42
@ Petra Hollmann
vgl.: Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerk (Stichwort: Bildungstrichter)
21:22
Der Betriebsrat bei Hoesch Spundwand und Profile (HSP) kritisiert, dass es für Arbeiterkinder immer schwieriger werde, freien Zugang zu Bildungseinrichtungen zu bekommen. - Lassen die Arbeiterkinder heutzutage nicht mehr rein in die Schule, oder wie ist das gemeint?
Ich selbst - Arbeiterkind - bin problemlos in Schule, Gymnasium und Uni reingekommen. Ich war aber auf immer fleißig.
21:05
@ ullatrulla
Den Lehrern/dme Schulwesen ist es aber mehr oder weniger egal, ob sie vormittags vor halbleeren Klassen sitzen. Da wird kein Druck ausgeübt...
20:57
@ 1 Schüler
Ein Streik ist nunmal zu einem Zeitpunkt angesetzt, an dem dafür etwas ausfallen muss.
Würden Angestellte und Arbeiter in ihrer Freizeit streiken und damit versuchen Druck auszuüben, würden diejenigen, auf die Druck ausgeübt werden soll wahrscheinlich nicht mehr aufhören können, sich vor lachen einzunässen.