Das aktuelle Wetter Dortmund 9°C
Teure Sanierung

„Big Tipi“ bleibt ein Schiebeknüller

24.07.2012 | 17:01 Uhr
„Big Tipi“ bleibt ein Schiebeknüller
Zeugnis der Fäulnis: Seit Herbst 2010 ist das einst größte Indianerzelt der Welt - Hauptattraktion der Erlebniswelt im Fredenbaumpark - wegen Baufälligkeit gesperrt.

Dortmund.   Das Stadtparlament hatte sich stets schwer getan mit der Entscheidung, 600.000 Euro freizugeben für die Generalsanierung des Indianerzelts „Big Tipi“ im Fredenbaumpark. Und ob Harald Heinze am 2. August dem OB grünes Licht geben wird, ist inzwischen ebenfalls mehr als fraglich.

Nach CDU, FDP und Bürgerliste haben gestern auch die Grünen auf Nachfrage der WAZ-Mediengruppe signalisiert, dass es ihnen lieber wäre, dass jetzt noch keine Entscheidung fällt, sondern der Rat, der am 26. August neu gewählt wird, das letzte Wort spricht.

„Ich habe darüber zahlreiche Gespräche geführt. Ein klares Meinungsbild hat sich daraus nicht ergeben“, berichtet Ingrid Reuter, Ex-Fraktionssprecherin und Spitzenkandidatin der Grünen. „Wie auch immer entschieden wird - in jedem Fall wäre der Beschluss besser legitimiert, wenn es wieder voll arbeitsfähige Ratsfraktionen gäbe.“

Die Verwaltung hatte als letzten Trumpf das Resultat eines Gesprächs mit Vertretern der Bezirksregierung sowie des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr Anfang Mai ausgespielt. Nur wenn das Big Tipi wie gehabt restauriert werde, fasst die Verwaltung zusammen, ließen sich „substantiierte Rückforderungsansprüche“ gegenüber der Stadt Dortmund „vermeiden“. Es gehe um eine Summe von 2,11 Mio Euro zuzüglich Zinsen von zurzeit schon etwa 100 000 Euro.

Risiko ist eher theoretischer Natur

Morsches Big Tipi

Wer das Geld theoretisch zurückfordern könnte, teilt die Verwaltung nicht mit. Da in das Big Tipi (nachträglich) sowie die Gebäude und Außenanlagen der Erlebniswelt Fredenbaum Gelder aus dem Urban II-Programm geflossen waren, könnte also nur die EU die Hand aufhalten.

Ob und mit welcher Wahrscheinlichkeit die EU-Kommission dem Mitglied Deutschland, ihrem wichtigsten Finanzier, wegen eines fliegenden Baus, der aus Gründen der Haushaltskonsolidierung nicht saniert und neu eröffnet wird, tatsächlich auf die Füße treten würde, teilt die Verwaltung ebenfalls nicht mit. So viel Transparenz wäre aus ihrer Sicht wohl eher kontraproduktiv. Zumal die Verantwortlichen seinerzeit schon überaus kreativ werden mussten, um die vollen 30 Strukturhilfe-Millionen aus Europa sinnvoll in Nordstadt-Projekte zu stecken.

Rolf Maug

Facebook
 
Kommentare
25.07.2012
08:00
„Big Tipi“ bleibt ein Schiebeknüller ...
von drengler2 | #2

.... und ein "Leuchtturm" einer unfähigen Politik und Stadtverwaltung, die nichts - gar nichts - mehr auf die Reihe bekommt. War es in der griechischen Mythologie der König Midas, der alles, was er berührte in Gold verwandelte - die Griechen glauben offenbar noch heute an das Märchen - so ist es nun der Hofstaat von König Sierau, der alles was er anfasst, zu - na sie wissen schon - verwandelt und das neu-denglische "big tipisiert" Idiotim passt hervorragend auf solche vergleichbaren Verfahren!

25.07.2012
07:21
„Big Tipi“ bleibt ein Schiebeknüller
von darum | #1

600.000 Euro

Für Kinder zu viel für Leuchttürme die dem Untergang geweiht sind (U-Turm) zu wenig.

Man aller reden davon das Deutschland Geburtenschwache ist es ist aber auch logisch weil für Kinder in unserer Politik kein Platz ist.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6913140/create

Stimmen Sie ab!

Die Stadt Dortmund sucht einen neuen Slogan . Was sollte Ihrer Meinung nach unbedingt in dem Wahlspruch vorkommen?

 
Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Gianna Nannini rockt die Westfalenhalle
Schnellkritik
Eine Stimmung wie im Fußballstadion: Am Donnerstag versammelte Gianna Nannini ihre deutschen Fans in der Westfallenhalle. Lange vor Beginn des Konzertes riefen sie die italienische Rockröhre auf die Bühne: "Ol ol ol ol, Gianna Gianna!". Ob der Star die Erwartungen erfüllte, verraten wir in unserer...
Eingangstür bringt Frau zu Fall - Beckenbruch
Knappschaftskrankenhaus
Als Besucherin verließ sie das Knappschaftskrankenhaus, als Patientin kam sie zurück: Edelgard Simmang (77) wurde in der automatischen Eingangstür eingeklemmt - sie stürzte und erlitt einen Beckenbruch. Doch die Haftpflichtversicherung des Krankenhauses stellt sich nun taub.