Bewegung auf der Westfalenhütte
24.10.2012 | 06:00 Uhr 2012-10-24T06:00:00+0200
Dortmund. Der Logistik-Riese Garbe versichert, mit mehreren Interessenten auf der Westfalenhütte kurz vor dem Abschluss zu stehen und noch in diesem Jahr mit Arbeiten zu beginnen. Gerade, weil es sich um eine exzellente Logistik-Fläche handele, müssten hochwertige Mieter gefunden werden.
Mit Verwunderung reagiert der Vorstand der Garbe Logistik auf die Kritik der Dortmunder Wirtschaftsförderung, die riesige Logistik-Fläche auf der Westfalenhütte werde nicht entwickelt. Jan Dietrich Hempel versichert, mit mehreren Interessenten kurz vor dem Abschluss zu stehen und noch in diesem Jahr mit Arbeiten zu beginnen. Gerade, weil es sich um eine exzellente Logistik-Fläche handele, müssten hochwertige Mieter gefunden werden, die die Vorzüge des Areals nutzen können.
Wirtschaftsförderer Udo Mager hatte vor zwei Wochen in einem WR-Interview beklagt, dass mehrere an Garbe vermittelte Interessenten dort nicht zum Zuge gekommen seien. Hempel erwidert nun in einem Interview, dass der internationale Logistik-Entwickler aus Hamburg ein Interesse daran hat, die Fläche nachhaltig zu nutzen.
Das heißt: Garbe will die Grundstücke selbst entwickeln und langfristig vermieten. An einem reinen Grundstücksverkauf habe man vorrangig kein Interesse. Zumal, wenn es sich um einen Recyclingbetrieb mit einem Shredder handelt, bei dem es anschließend womöglich Probleme mit der Ansiedlung eines Lebensmittel-Logistikers geben könnte.
Standorte haben sich kaum verändert
„Wir wollen auch nicht superspeziell bauen, wenn wir nur für sieben Jahre vermieten können“, bittet Hempel um Verständnis und langen Atem. Der Vorstand gibt zu bedenken, dass Garbe die 450.000 Quadratmeter große Fläche auf der Westfalenhütte vor Beginn der Krise erworben habe. Auch an anderen Standorten habe sich seitdem nicht viel getan, argumentiert er.
Die Kontrakt-Logistiker, die neben Lagerhaltung auch die Fracht und das Internet- und Retourengeschäft übernehmen, seien in dieser Zeit zurückhaltender gewesen. „Wir spüren in den letzten acht Monaten aber eine verstärkte Nachfrage“, sagt Hempel. „Das Geschäft belebt sich spürbar.“
Konkret seien die Verhandlungen mit einem europäischen Hardware-Distributeur, mit dem es schon in den nächsten Tagen zu einem Abschluss kommen könne. Dieser plane in Dortmund eine 25.000 Quadratmeter große Halle mit einem eigenen Gleisanschluss, den Garbe auch noch legen werde. Dieses Unternehmen beabsichtige, seine komplette Europa-Distribution nach Dortmund zu verlagern. Deshalb sei auch ein repräsentativer Gebäudeteil geplant, deutet Hempel an. Mehr aber nicht. „Vertragsverhandlungen sind ein sensibles Geschäft.
Zahlreiche Arbeitsplätze in Sicht
Der Bauantrag an die Stadt sei auf dem Weg. Ganz nebenbei verbinde sich mit der potenziellen Ansiedlung eine nennenswerte Zahl an Arbeitsplätzen. Viel mehr als bei einem Lager für Ersatzteile auslaufender Modelle.
Konkret seien auch zwei weitere Projekte. Sie werden eine Halle mit viermal 5000 Quadratmetern zur Hälfte füllen. Hier sollen die Erdarbeiten noch in diesem Jahr beginnen, kündigt der Garbe-Vorstand an. „Im nächsten Jahr steht dort die Halle.“ Es sei also nicht so, dass nichts geschehe, wie die Wirtschaftsförderung behaupte.
Für weitere Flächen des riesigen Areals befinde man sich in Ausschreibungsverfahren. Garbe ist überzeugt, dass sich anspruchsvolle Logistik auf der Westfalenhütte realisieren lasse. Hochwertige Flächen mit Gleisanschluss, direktem Zugang zu Autobahnen und der Hafennähe sowie geringen Umwelt- und Anwohner-Konflikten seien nämlich nur noch ganz selten zu bekommen. Deshalb sei auch der im Vergleich zum Umland höhere Preis gerechtfertigt, argumentiert Hempel.
„Bei diesen Grundstücksqualitäten wollen wir nicht die Billigheimer sein“, betont Garbe. Auch eine so große Fläche könne letztlich nur einmal vergeben werden. „Dafür brauchen wir eine ruhige Hand“, bittet Hempel um Geduld.
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