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Betrunkener Ehemann verprügelt Frau

05.08.2008 | 19:06 Uhr

"Wir wollen es noch einmal versuchen", sagt die Frau mit den langen dunklen Haaren und sieht ihren Mann liebevoll an. Einen Mann, der sie grün und blau geschlagen hat.

"Das verstehe, wer will", seufzte denn auch Amtsrichter Hartmut Kiskämper und verkündete folgendes Urteil: Wegen Körperverletzung muss der Ehemann (32) jetzt 1500 Euro zahlen. Immerhin bestätigte die Frau wenigstens, dass sie geschlagen wurde, bezog sich somit nicht auf ihr Aussageverweigerungsrecht. "Aber ob er mich auch wirklich getreten hat, das weiß ich nicht mehr." Die Scheidungspläne, die sie an jenem 12. November letzten Jahres gefasst hatte, sind jedenfalls vom Tisch.

Wie von Sinnen hatte der im Gericht so ruhig und sanft wirkende Ehemann an jenem Abend nachts in der Wohnung auf sie eingedroschen. Als die Polizei kam, saß die Frau mit zerplatzter Lippe und völlig aufgelöst auf dem Sofa und "wimmerte leise", so steht es im Polizeibericht. Warum diese Eruption von Gewalt? "Wir kamen von einer Hochzeit, er war ziemlich angetrunken", erinnerte sich das alles andere als schüchtern und unselbstständig wirkende Opfer. "Ich sagte ihm, er soll lieber zuhause bleiben. Und da flippte er aus."

Turbulente Szenen spielten sich damals in der Wohnung in Eving ab: Die Polizei konnte den tobenden Mann kaum bändigen, sogar Pfefferspray kam zum Einsatz. Dass der Angeklagte nicht auch wegen Widerstand verurteilt wurde, hat nur einen Grund: Jene Straftat fiel angesichts der Verurteilung wegen Körperverletzung nicht ins Gewicht, wurde daher eingestellt.

Von Kathrin Melliwa

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