Betrunkene Freunde regelten Straßenverkehr
21.12.2011 | 09:00 Uhr 2011-12-21T09:00:00+0100
Dortmund. Nötigung warf die Staatsanwaltschaft unter anderem zwei Freunden vor, die nach durchzechter Nacht eigenmächtig den Straßenverkehr auf dem Königswall regelten. Am 20. Dezember landeten sie vor Gericht.
Autofahrer mussten auf dem Königswall abrupt bremsen, einer wich riskant aus: Der Grund: Zwei Freunde, die am 5. März 2011 nach durchzechter Nacht wild winkend auf der Straße standen und meinten, den Straßenverkehr regeln zu müssen. Und leider nicht nur das...
Denn als die Bundespolizei vom Bahnhof aus die gefährliche Situation mitbekam und zum Schutz der betrunkenen Nachtvögel einschritt, ging das Theater erst richtig los. Gestern saßen die Zwei – ein Jurastudent und ein Diplom-Agrar-Ingenieur – wegen Nötigung und Beleidigung auf der Anklagebank des Amtsgerichtes. Dem Jurastudenten wurde zudem noch Missbrauch von Notruf, falsche Verdächtigung und Missbrauch von Titeln vorgeworfen.
Erinnern konnten sie sich nicht mehr an ihren Auftritt, entschuldigten sich aber wortreich: „Ich möchte mein Fehlverhalten auf den Alkohol schieben. Nachdem ich meinen Rechtsanwalt konsultiert habe und Akteneinsicht bekam, war ich schockiert und habe mich mit meiner Schuld auseinandergesetzt“, ließ der Jurastudent das Gericht wissen.
Polizisten beleidigt
Weniger wohlerzogen klingt, was die Polizisten sich damals laut Anklage anhören mussten: „Ihr seid so jämmerlich, ihr verdient gerade mal 1000 Euro, ihr solltet euch was schämen.“ Und der Student setzte demnach noch einen drauf. Vier Mal wählte er die „110“, meldete sich als „Dr. jur.“ und behauptete dreist, von den Bundespolizisten geschlagen zu werden. Was ihm unter anderem eine Anzeige wegen falscher Verdächtigung einbrachte.
Während sich der Student wiederholt für sein „rätselhaftes Verhalten“ entschuldigte, drückte sich sein Freund schon handfester aus: „Wir kamen aus der Disco, wollten zum Bahnhof. Ich weiß nur noch, dass die Polizei irgend was von uns wollte und mir das alles zu lange dauerte.“
Amtsrichterin Daniela Reimer schüttelte nur den Kopf . „Ich sehe, Ihnen ist das höchst peinlich, hier zu sitzen. Das war auch Sinn der Sache.“ Da die beiden bisher unbescholten sind, wurde das Verfahren eingestellt. Im Gegenzug zahlen sie jetzt je 300 Euro in die Staatskasse – und werden hoffentlich nie wieder Verkehrspolizei spielen.
15:43
ein halbes jahr jeden tag in ein säuferheim und die patienten pflegen und betreuen.das wäre besser wie die 300 euro für diesen staat.
14:24
Im Suff kommt immer der wahre Charakter zum Vorschein....
12:40
Der "Dr. jur." sollte sich mal mit Herrn Wulff in Verbindung setzen. Genau solche erlogenen Entschuldigungsfloskeln braucht der jetzt auch für sein "rätselhaftes Verhalten".
Oder am besten gleich in die Politik gehen, da ist dieser "Ehrendoktor" guter Gesellschaft.
"... in guter Gesellschaft natürlich.