Betrug mit BVB-Karten bringt Mann in Haft

Seine Kunden vertröstete der Betrüger, er würde ihnen die Tickets später zuschicken.
Seine Kunden vertröstete der Betrüger, er würde ihnen die Tickets später zuschicken.
Foto: WR/Franz Luthe
Was wir bereits wissen
Mal waren es Karten für das Revierderby gegen Schalke, mal Dauerkarten für die nächste Saison . In 23 Fällen versprach ein Betrüger vor allem von BVB-Fans Ticktets, die er nie besaß, sich aber bezahlen ließ. Das Urteil des Amtsgerichtes: Zwei Jahre und sechs Monate Haft.

Dortmund.. Besonders begehrt waren Karten gegen Bayern. Auch um das Revierderby gegen Schalke zu sehen, schlugen BVB-Fans jegliche Bedenken in den Wind und zahlten im Voraus. Ganz zu schweigen vonDauerkarten für die nächste Saison oder Tickets für das Pokalfinale in Berlin. Nicht nachdenken, zahlen, so lautete die Devise. Von September 2011 bis April 2012 zahlten Anhänger insgesamt 5600 Euro für Karten, die bei eBay angeboten wurden – und die sie nie bekommen haben.

Wegen gewerbsmäßigen Betruges in 23 Fällen schickte das Schöffengericht gestern einen 32-Jährigen für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Außerdem wurde der gebürtige Sauerländer per Adhäsionsverfahren dazu verurteilt, bei sechs der 23 Geschädigten den Schaden wieder gut zu machen.

Betrüger besitzt selbst eine Dauerkarte

„Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die keine Karte bekommen haben“, sagte der vorbestrafte Betrüger, der zurzeit bereits eine Strafe von einem Jahr und sechs Monaten absitzt. Er selbst ist übrigens auch im Besitz einer Dauerkarte, die er jetzt für einige Zeit abgeben muss...

[kein Linktext vorhanden] In einem Fall überwies ein Fan für zwei Dauerkarten 1200 Euro. Und auch Anhänger von Bayern München, die sich auf das Champions-Spiel gegen Manchester City gefreut hatten, sahen in die Röhre. In einigen Fällen kam es auch zu persönlichen Treffen: Die Fans zahlten in bar und ließen sich vertrösten, die Karten später zugeschickt zu bekommen.

Richter appelliert an die Geschädigten: „Seien Sie vorsichtiger“

Der Angeklagte legte vor Gericht zwar ein umfangreiches Geständnis ab, doch eines nahm ihm Amtsrichter Peter Grashoff nicht ab: Die Geschichte von den unbekannten Männern, die angeblich in seiner Kneipe auftauchten und ihn zu den Taten genötigt hätten. „Die standen immer wieder auf der Matte, ich wurde die einfach nicht los“, meinte der bullige Mann.

Den vielen im Saal erschienen Geschädigten gab Richter Peter Grashoff noch einen guten Rat: „In Ihrem eigenen Interesse bitte ich Sie: Gucken Sie besser hin und zahlen Sie nur, wenn Sie dafür auch etwas in die Hand bekommen.“