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Betriebsrat von Hoesch Spundwand in Dortmund fürchtet um 460 Arbeitsplätze

15.10.2014 | 17:15 Uhr

Dortmund.  Beim Betriebsrat von Hoesch Spundwand und Profil (HSP) an der Rheinischen Straße in Dortmund schrillen die Alarmglocken. Der Mutterkonzern Salzgitter AG plant offenbar den Verkauf des Dortmunder Unternehmens - jetzt könnten 460 Arbeitsplätze gefährdet sein.

Die Salzgitter AG , Mutterkonzern des Dortmunder Unternehmens Hoesch Spundwand und Profil (HSP), will wohl den Dortmunder Standort aufgeben, befürchtet der Betriebsrat. "Die Salzgitter AG hat zum Jahresende den Gewinn- und Verlustabführungsvertrag gekündigt, das ist kein gutes Zeichen", sagt Peter Nunhofer, seit zwölf Jahren Betriebsrat bei Hoesch Spundwand und Profil. Schon 1999 und 2006 habe es eine ähnliche Situation gegeben. Damals habe man einen Verkauf noch abwenden können. Darauf hofft Nunhofer auch dieses Mal und will Politik und Öffentlichkeit mobilisieren.

Seit geraumer Zeit Verluste

Dem Betriebsrat sei klar und deutlich gesagt worden, "wir wollen euch verkaufen, spätestens bis März 2015". Nunhofer befürchtet, das Hoesch Spundwand an eine "Heuschrecke" verkauft werden könnte, die später das Unternehmen zerschlägt.

Die Befürchtungen sind offenbar berechtigt. Es sei bekannt, dass HSP seit geraumer Zeit hohe Verluste mache. Die auszugleichen, sei auf Dauer nicht tragbar, sagt Bernhard Kleinermann, Pressesprecher der Salzgitter AG auf Anfrage. Daher sei es nur normal, "alle Optionen zu prüfen, um die Situation zu verbessern".

Aufträge fehlen

Das Grundproblem bei HSP sei, dass Aufträge fehlen. In vielen europäischen Ländern werde aufgrund der Schuldenkrise nicht mehr in Infrastruktur investiert, die öffentlichen Kassen seien leer, erläutert Kleinermann den Hintergrund der Krise. Und Spundwände seien ein Produkt, das hauptsächlich von der öffentlichen Hand geordert werde. Es gebe mit Arcelor-Mittal auch nur noch einen einzigen Mitbewerber auf dem Markt. Dennoch gebe es Überkapazitäten, die die Preise drückten, so Kleinermann.

Betriebsrat Nunhofer ist skeptisch. Er befürchtet, dass sich Salzgitter mit einem Verkauf von HSP "um einen Sozialplan drücken will". 460 Arbeitsplätze und die Ausbildungsplätze von 20 Lehrlingen stünden auf dem Spiel. Und an jeden Arbeitsplatz hingen zwei, drei weitere, etwa bei dem Logistikunternehmen Rhenus.

Bettina Kiwitt

Kommentare
17.10.2014
00:11
Betriebsrat von Hoesch Spundwand in Dortmund fürchtet um 460 Arbeitsplätze
von Uhupssala | #2

Der Betriebsrat fürchtet zu Recht! Die internationale Schuldenkrise erreicht nun eben auch Deutschland. Die Staaten sind Pleite und auch die BRD spart...
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/betriebsrat-von-hoesch-spundwand-in-dortmund-fuerchtet-um-460-arbeitsplaetze-id9936844.html
2014-10-15 17:15
Hoesch, HSP, Salzgitter,Dortmund,Verkauf, Arbeitsplätze, Stellenabbau, Standortschließung
Dortmund