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Betrieb des Dortmunder U kostet jährlich 10 Millionen Euro

30.11.2011 | 08:00 Uhr
Der U-Turm. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   5,8 Millionen Euro Betriebskosten, 3,8 bis 4,4 Millionen für Miete und Bauinstandhaltung – das ist die teure Rechnung, die die Stadtverwaltung jetzt für den U-Turm aufmacht. Die Kostensteigerungen sind happig.

Die Kosten für den U-Turm in Dortmund laufen weiter aus dem Ruder. Mittlerweile müssen wohl jährlich zehn Millionen Euro aufgebracht werden, damit das Dortmunder U in Betrieb bleiben kann. Die Kostensteigerungen sind happig: Ursprünglich hatte der Rat 2006 jährliche Folgekosten von 3,8 Millionen Euro eingeplant. Und damit nicht genug: Auch die Organisation des Kreativturms als Stiftung ist vom Tisch, weil Arnsberg sein Veto eingelegt hat.

All das geht aus einer gestern auf den letzten Drücker herausgegebenen Vorlage im Kulturausschuss hervor. Ein Vorgehen, das die Grünen und die CDU kritisierten und eine Sondersitzung forderten: „Sonst kann man sich mit den Zahlen nicht adäquat auseinandersetzen“, so Jürgen Brunsing (Grüne).

Massive Kostensteigerungen

Das allerdings könnte nötig sein, denn in der Vorlage ist von massiven Kostensteigerungen die Rede: Die Betriebskosten für den U-Turm sollen 2012 und 2013 bei 5,8 Millionen Euro liegen – gut 1,6 Millionen Euro mehr als im Wirtschaftsplan 2011. Hinzu kommen noch die Posten für Bauinstandhaltung und Miete, die die Kulturbetriebe an das Sondervermögen zahlen: 3,8 Millionen Euro fallen da für 2012 an – 1,8 Millionen mehr als in diesem Jahr, 2013 sollen es schon 4,4 Millionen sein und damit 2,4 Millionen mehr als 2011.

Noch drastischer liest sich die Entwicklung, wenn nicht dieses Jahr als Bezugsgröße herhält, sondern man einen Blick auf die Kalkulationen seit 2008 wirft: Damals hatte ein externes Gutachten Betriebskosten für das damals noch als reines Museum konzipierte Haus plus den Zuschuss für das Museum Ostwall 3,2 Millionen Euro ergeben. 2010 wurden das neue Konzept und die Mieten an das Sondervermögen berücksichtigt – 4,87 Millionen.

Zuständigkeiten müssen neu strukturisiert werden

Die Erfahrungen aus dem Betrieb einiger Teilbereiche im U flossen schließlich in den Wirtschaftsplan der Kulturbetriebe 2011: 6,1 Millionen. Es gab also einige Sprünge bis zu den für 2013 insgesamt veranschlagten 10,12 Millionen Euro für Betrieb, Miete und Instandhaltung. Die Mehrkosten für die letzten beiden Posten sollen laut Vorlage übrigens durch „Flächenreduktion im Gebäudebestand der Stadt“ kompensiert werden.

Ein Stück Arbeit steht aber auch bei der Neustrukturierung der Zuständigkeiten im U an: Die Bezirksregierung hat die Gründung der geplanten Stiftung abgelehnt. Dass die Stadt eine Stiftung mit 8 Millionen Euro jährlich langfristig unterstützen müsste, ist Arnsberg angesichts der Kassenlage zu heikel. Jetzt strebt Kulturdezernent Jörg Stüdemann die Gründung einer GmbH an - frühestens im Juli 2012.

Der U-Turm

 

Nadine Albach



Kommentare
04.12.2011
01:57
Betrieb des Dortmunder U kostet jährlich 10 Millionen Euro
von Kutlatschkowa | #12

Ich frage mich, wieviele private Eigentümer mit am Dortmunder U beteiligt sind und ob überhaupt? Dann wunderts nicht, daß "plötzlich" die Betriebskosten steigen. Wird ja alles bezahlt vom Steuerzahler.

01.12.2011
13:54
Mit so etwas war doch nicht zu rechnen ...
von ErnestoGuevara | #11

Ja, wer hätte das gedacht? Das konnte nur ein Hellseher ahnen, der auch voraussagen kann, dass 2012 mit dem 1. Januar beginnt.
Aber man sollte bei den Politikern einmal ein Auge zudrücken, denn sonst läuft ja alles wie geschmiert ... (pardon, so war das nicht gemeint, sondern "wie geölt", sonst kommt noch jemand auf dumme Gedanken)

30.11.2011
20:09
U-Turm sofort dicht machen!
von eksom | #10

U-Turm kostet uns im Jahr 10 Mio. €, der Flughafen bringt jährlich 20 Mio. € an Verlusten.
SPD schafft es noch, dass Dortmund -wie Oberhausen- bald auch zahlungsunfähig wird!
Also wählt beiden nächsten Kommunalwahlen die SPD, damit der Konkurs dieser Stadt noch schneller realisiert wird.

30.11.2011
17:16
Betrieb des Dortmunder U kostet jährlich 10 Millionen Euro
von Klug99 | #9

1. Das hätte keiner der Entscheider von und mit seinem eigenen Geld gemacht!
2. Dafür werden jetzt Sportplätze, Kindergärten und Schwimmbäder geschlossen bzw. reduziert.

30.11.2011
16:53
Betriebskosten des Dortmunder U ..
von a_ha | #8

Die hätte ich gern noch ein bisschen mehr aufgedröselt. Was fließt da mit ein und in welcher Höhe?
Aber ich weiß, da verlange ich zuviel.

30.11.2011
16:05
Deartige Leuchtturmprojekte sind eine riesige Verschwendung von Steuergeldern
von jaro_pouzar | #7

Ich bin schon als kulturfeindlich gescholten worden, worüber ich nur lachen kann.
Nicht nur in Dortmund wird für unnütze Museen, Geld zum Fenster ´rausgeworfen. Auch im benachbarten Hagen ist man damit sehr gut vertraut. Für das Emil-Schumacher-Museum wurden im Vorfeld die Betriebskosten ebenfalls schöngerechnet. Aus den, von der damaligen Stadtkämmerin Frau Grehling (CDU) kalkulierten 400.000 €, sind zuletzt fast 1,6 Millionen geworden. Der kalkulierte Besucherschnitt ist nicht einmal im Kulturhauptstadtjahr 2010 erreicht worden. Tendenz weiter fallend. Hinzu kommt jede Menge Pfusch am Bau (Keime in den Wasserrohren, zusätzliche Raumluftbefeuchter, etc.), für den am Ende der Steuerzahler geradesteht.
Solche hochgradig defizitären Kulturtempel sollten augenblicklich geschlossen werden, damit das Geld sinnvoll ausgegeben werden kann.

30.11.2011
16:04
Für eine Weltstadt...
von Klaus-Klatscher | #6

...wie Dortmund sind das nur kleine Fußnoten....

30.11.2011
15:28
Wer gut mit großen Zahlen umgehen kann, kann jetzt die kosten pro zahlenden Besucher ausrechnen
von xxyz | #5

Aber bitte nicht vor Wut in den Tisch beißen.

30.11.2011
14:42
Betrieb des Dortmunder U kostet jährlich 10 Millionen Euro
von rkw1970 | #4

Och, alles kein Problem. Da drehen wir ein bisschen an der Gewerbe- und der Grundsteuer, erhöhen noch diese und jene Gebühren und dann haben wir die Kohle wieder drin. Das Prinzip ist das gleiche wie bei allen Leuchttürmen (siehe auch z.B. Flughafen): für eine relativ kleine Gruppe Nutznießer (die dann häufig noch nicht mal aus Dortmund kommen) wird eine relativ große Zahl von Dortmunder Bürgern geschröpft.

30.11.2011
12:17
Betrieb des Dortmunder U kostet jährlich 10 Millionen Euro
von runningvalentino | #3

Da könnte man auch jedes Jahr die ein oder andere Turnhalle bauen, sodass einige Schulen nicht mehr auf die (überteuerten) Hallen eines Sportvereins an der B1 angewiesen wären.

Mein Gott, was können wir Dortmunder uns leisten...

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