Besetzung
Besetzer verlassen friedlich das Kronen-Gelände
16.08.2010 | 09:57 Uhr 2010-08-16T09:57:00+0200
Dortmund.Die Kultur-Initiative UZDO hat am Freitag das leerstehende Kronen-Gebäude an der Märkischen Straße besetzt. Ziel: die Gründung einer unabhängigen Kulturstätte. Eine Hundertschaft der Polizei rückte an und umstellte das Gelände
Eine Initiative aus Künstlern, Musikern und Politszene hat gestern das leerstehende Gebäude der Kronenbrauerei an der Märkischen Straße besetzt, um dort das „Unabhängige Zentrum Dortmund“ (UZDO) als Kulturstätte zu gründen. Die Polizei forderte die Besetzer auf, das Gelände zu verlassen - was diese auch friedlich taten.
Hundertschaft der Polizei riegelte Gelände ab
Die Polizei riegelte das Areal ab, verstellte den Eingang, forderte die Besetzer, die bereits im Gebäude waren, auf, das Gelände zu verlassen, nahm die Personalien auf und fotografierte die Aktivisten. Immobilieneigentümer Hans Georg Hovermann hatte erklärt, dass er nicht mit der Besetzung des Hauses einverstanden sei. Er hat unter Vorbehalt Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt. „Wir setzen auf Kommunikation“, so Polizei-Pressesprecher Wolfgang Wieland. „Wir wollen den Konflikt friedlich lösen. Die Leute sind sehr gesprächsbereit.“
Obwohl das Gebäude gegen 16 Uhr ruhig geräumt war, zeigten sich einige der Aktivisten verstört über die Polizeipräsenz : „Ich finde es schade, dass das so angegangen wird. Alle Parteien wollen Kreativquartiere. Und wir hatten das Haus schon richtig schön geschmückt“, erklärte etwa Raumplanerin Svenja Noltemeyer (Ratsmitglied der Grünen). „Dass wir so kriminalisiert werden, ist skandalös“, findet Stadtsoziologe Tino Buchholz. „Wir wollen keinen Vandalismus, sondern würden das Gebäude nutzen und instandhalten. Daran müsste der Eigentümer auch ein Interesse haben.“
Ziel: ein unabhängiges, selbstverwaltetes Kulturzentrum
Die 50 bis 100 Aktivisten wollten in der Kronenbrauerei ein unabhängiges, selbstverwaltetes Kulturzentrum eröffnen, da es in Dortmund an Proberäumen und Ateliers für die alternative Kultur- und Politszene mangele. Zur Kulturhauptstadt flössen die Gelder hauptsächlich in Prestigeprojekte wie das Dortmunder U. Die Aktivisten hingegen nahmen den Leitsatz „Wandel durch Kultur“ der Ruhr.2010 wörtlich - und annektierten unter dem Motto „Wer U sagt, muss auch Z sagen“ das Gebäude. Eine Aktion, die sie ein halbes Jahr lang geplant hatten. „Wir nehmen uns unser Recht auf Stadt“, erklärte Buchholz. Gespräche mit Politik und Verwaltung seien zu langwierig und ineffektiv. Eine Woche Kulturprogramm hatten die Aktivisten geplant - und wollten mit dem Eigentümer über eine Nutzung verhandeln.
Das planen sie auch weiterhin, wie Noltemeyer erklärte. Aufgeben wollen die Aktivisten jetzt nicht: Sie initiierten gestern Abend eine Demonstration auf dem Alten Markt und wollen die Kulturwoche auf der Kapellenwiese an der Münsterstraße organisieren. „Raum muss man sich nehmen.“
12:22
Das Feld soll dem gehören, der es gut bestellt!
21:44
@ #47
Von einer alternativen Kulturszene erwarte ich aber wesentlich mehr als Ihre dumpfe SchwarzWeiß-Malerei. Außerdem bezweifle ich, dass Sie vor 20 Jahren schon Augen und Ohren offen hatten, denn sonst würden Sie z.B. das alte CEAG-Gebäude/-Gelände noch kennen und nicht so einen Stuss schreiben.
21:27
Man, wie vor zwanzig Jahren, scheint sich nichts geändert zu haben. Wurden da leerstehende Häuser zum guten Zweck besetzt, die Täter wurden sofort in einem Topf mit Terroristen, Kriminellen und Loosern geworfen. Sie galten als Staatsfeinde und Protestler. Bei den Konservativen und dem Gesetz. Genau wie Heute, gleiches Szenario, gleiche Reaktion.
Gefühlsarm, berechenbar und angepasst - so hat die deutsche Gesellschaft zu sein und auszusehen.
Selbst Kreativität hat überschaubar und vorhersehbar zu sein.
Die Konservativen regieren nicht, sie herrschen.
16:48
Was ist eigentlich eine alternative Kulturszene?
16:21
Ein Gebäude, das zehn Jahre lang nicht genutzt wird, kann von der Kommune gegen eine finanzielle Entschädigung enteignet werden und Gruppen zur Verfügung gestellt werden, die gesellschaftlich nützliche Arbeit darin leisten.
12:47
Ja, JA
Eigentum verpflichtet, und wann stehen eure Häuser für jeden offen der da kommen und gehen möchte?
Mieten, kaufen kann diese Gemeinschaft das Gebäude bestimmt, viel Spaß beim Geld sammeln.
09:55
Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
(§ 14 Absatz 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland)
04:45
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04:10
Kultur wurde gestern Abend für tausende Euros beim Lichterfest in die Luft geblasen.
Dortmund ist und bleibt ein Dorf mit ungebildetem Bauernpack in Planung und Politik.
Scheiss auf Brot und Spiele.
03:24
Dekorieren sollte man halt erst, wenn man einen Miet- oder Kaufvertrag hat ... Herr Buchholz hätte besser mal vorher gefragt, was die Interessen des rechtmäßigen Eigentümers sind.
Es ist schon etwas verstörend, dass die Polizei solange zögert, bis es endlich zur Räumung kommt ...