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Miet-Nebenkosten

Beschlossen wurde 2010, die Rechnung kommt bald

30.07.2012 | 05:00 Uhr
Beschlossen wurde 2010, die Rechnung kommt bald
Die Nebenkostenabrechnung kommt für Mieter immer im Folgejahr. Dann wissen sie, ob ihre monatlichen Abschlagszahlungen zu hoch oder zu niedrig gewesen sind.

Dortmund. Seit 1. Januar 2012 ist der nächste Dreh an der Grundsteuerschraube - die zweite, deutlich kräftigere Erhöhung innerhalb von zwei Jahren - in Kraft. Dass ihnen die Stadt tiefer in die Haushaltskasse greift, bekommen die Mieter aber erst im nächsten Jahr zu spüren. Zumindest an dieser Stelle lauern in den Nebenkostenabrechnungen für 2011, die jetzt täglich zu Tausenden den Mietern in Haus flattern, keine bösen Überraschungen.

Im Zeichen der Haushaltslüge vor der Kommunalwahl 2009 und eines Doppeletats (2008 / 2009), der gleich nach dem Urnengang platze, hatten sich OB und Kämmerer sowie SPD und CDU darauf verständigt, zum 1. Januar 2010 den Hebesatz für die Grundsteuer B - eine kommunale Realsteuer auf Wohnfläche - äußerst moderat zu liften: um 2,5 Prozent auf 480 Punkte.

580 statt 480 Punkte

Bei der Aufstellung des Haushalts 2012 kam Stadtkämmerer Jörg Stüdemann dann schon wieder nicht ohne Dreh an der Grundsteuerschraube aus. Der sollte dieses Mal aber viel kräftiger ausfallen: Vermieter, Mieter und Gewerbetreibende hätten laut Verwaltungsvorschlag ab Januar 2012 gleich 20 Prozent mehr bezahlen müssen: 580 statt 480 Punkte.

Da sich die CDU im Rat jedoch quer legte, deren Stimmen für den Haushaltsbeschluss aber gebraucht wurden, machte OB Sierau (SPD) gleich mehrere Zugeständnisse. Eine von ihnen: Die Grundsteuer B wird ab 2012 „nur“ um 12,5 % auf 540 Punkte heraufgeschraubt, bringt dem Haushalt statt der ursprünglich erhofften 17 aber auch nur 7,7 Mio Euro an Mehreinnahme.

22 Cent pro Quadratmeter

Dass Verbesserungen in so kleiner Dosierung dem an allem Gliedern gebrechlichen Stadthaushalt nicht wirklich auf die Beine helfen, korrespondiert mit einer Mehrbelastung, die Mieter - angesichts der spürbaren Kostensprünge etwa bei der Energie - kaum wahrnehmen.

Dazu ein Beispiel: Bei der Dortmunder Gemeinnützigen, Wohntochter der Stadtwerke AG , hat man sich die Mühe gemacht, zehn Musterwohnungen daraufhin zu prüfen, was deren Nutzer - ab der Nebenkostenabrechnung für 2012 - nachträglich mehr an Grundsteuer abführen müssen. Im Mittel (Wohnfläche: 54 Quadratmeter) zahlen die Mieter 22 Cent pro Quadratmeter mehr.

„Das macht 11,69 Euro im Jahr“, rechnete uns Unternehmenssprecherin Regine Stoerring vor. Damit werde die Grundsteuer keinesfalls zum Hauptverursacher für höhere Nebenkosten.

Da spielen die Müllgebühren schon in einer ganz anderen Liga. Was die Wohnungsgesellschaft, mit mehr als 16.000 Einheiten die Nummer zwei am Dortmunder Mietmarkt, längst zum Anlass genommen hat, in Zusammenarbeit mit der städtischen Entsorgungstochter EDG mögliche Stellschrauben aufzuspüren und neu zu justieren.

Müllrechnung niedriger

Offenbar mit durchschlagendem Erfolg. Im Jahre 2003 stellte die Stadt Dortmund der Dogewo noch knapp fünf Millionen Euro in Rechnung, die die Vermieterin auf ihre Mieter umlegte. In 2011 kommt die Müllrechnung nicht mal mehr an die Vier-Millionen-Marke heran. Als Gegenleistung für ein wenig mehr Mühe beim Getrenntsammeln und Abfallvermeiden kamen die Dogewo-Mieter seit 2003 also in den Genuss einer Müllgebührensenkung um 20 Prozent.

Wir meinen: zur Nachahmung empfohlen..

Rolf Maug



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