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Bergmannbier bald wieder im Handel

18.05.2007 | 04:47 Uhr

35 Jahre nach Stillegung der Rahmer Bergmann-Brauerei soll die Marke jetzt wieder aufleben. Bei Dr. Thomas Raphael klingelt das Telefon ununterbrochen. Viele wollen zu ihrer einstigen Hausmarke zurückkehren. Noch befindet sich das Bier aber in der Testpha

Von Jens Ostrowski Theo Sobkowiak schloss den Betrieb an der Rahmer Straße ab. Als Elektriker arbeitete er bis zuletzt auf der Brauerei. "Für eine Flasche würde ich heute alles geben", schwärmte er noch im Januar 2006, als die Westfälische Rundschau über den 210-jährigen Geburtstag der Rahmer Brauerei berichtete. Damals hatte er nicht im Traum daran gedacht, dass sich sein Wunsch schon Monate später erfüllen könnte.

Inspiriert von der Berichterstattung entwickelte Dr. Thomas Raphael, der als Umweltberater in der Lebensmittelindustrie tätig ist, die Idee, das Bier neu aufleben zu lassen. Er ließ den Namen schützen, nahm Kontakt zu Privatbrauereien und Experten auf. Die ersten Flaschen Export werden derzeit in verschiedenen Brauereien im Sauerland abgefüllt. "Wir wollen uns mit einer eigenen Kleinbrauerei in Dortmund niederlassen und suchen nach Räumlichkeiten", so Raphael. Eine Fläche zwischen 300 und 500 Quadratmetern werde benötigt, um die technischen Anlagen zu installieren.

Theo Sobkowiak gehörte zu den ersten, die das Bier kosten durften. Sein Eindruck: "Es schmeckt malziger als das Original." Raphael: "Wir versuchen so nah wie möglich an den Geschmack von damals heranzukommen. Das ist nur begrenzt machbar, weil die Herstellung heute anders funktioniert und andere Zutaten mit ins Bier gehören." Auch sonst legt Raphael Wert auf Authentizität. Die Etiketten ähneln den historischen und lassen das Bergmannbier auf einen Blick erkennen.

Das Ende der Bergmann-Brauerei leitete der Zweite Weltkrieg ein. 1944 fiel Wilhelm Bergmann an der französischen Front. Er war der einzige Nachkomme der Familie. Als der Vater schließlich 1952 starb, musste das Unternehmen an den Berliner Schultheiß-Konzern verkauft werden. "Rationalitätsmaßnahmen führten dazu, dass die Ritter Brauerei 1971 Bergmann übernahm. Ein Jahr später wurde die Marke in Lütgendortmund gebraut, die Produktion an der Rahmer Straße eingestellt", weiß Theo Sobkowiak.

Besonders bemerkenswert: An gleicher Stelle steht heute eine Rewe-Filiale. Das Gebäude des dazugehörigen Getränkemarktes ist der ehemalige Bierkeller der Brauerei. "Ich erkenne Stromleitungen wieder, die ich einst verlegt habe", strahlt Sobkowiak. Möglicherweise wird das Bergmannbier bald zu seinen Wurzeln zurückkehren und zum Sortiment des Ladens gehören. "Wir arbeiten daran, eine Verkaufsstelle in Rahm zu finden", so Thomas Raphael. Insgesamt soll der Vertrieb des Bieres auf Dortmund beschränkt werden.

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