Benähte Leinwände und zarte Fabelwesen

Die Arbeiten von Marianne Eggimann sind auch beängstigend.
Die Arbeiten von Marianne Eggimann sind auch beängstigend.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Weiße Porzellanfigürchen und zarte Mädchenporträts begrüßen den Besucher im Eingangsbereich der Galerie „Art-isotope“, Wilhelmstr. 38. Wenn man aber genauer hinschaut, sieht man: So unschuldig, wie sie auf den ersten Blick wirken sind die Arbeiten nicht.

Weiße Porzellanfigürchen und zarte Mädchenporträts begrüßen den Besucher im Eingangsbereich der Galerie „Art-isotope“, Wilhelmstr. 38. Wenn man aber genauer hinschaut, sieht man: So unschuldig, wie sie auf den ersten Blick wirken sind die Arbeiten nicht. „Unusual Discove-ries“ – „Ungewöhnliche Entdeckungen“ hat Galerist Axel Schöber die Ausstellung genannt, die am Sonntag, 11. November, um 11.30 Uhr eröffnet.

Sónia Aniceto hat einen Rahmen mit dunkelblauem, ornamentalem Stoff bespannt. Eine Hochhausfassade steht wuchtig im Hintergrund – direkt auf den Stoff gepinselt. Folgt man als Betrachter der Leserichtung von links nach rechts beginnt sie sich aufzulösen, der Stoff tritt zutage, rote Fäden durchziehen das dunkle Blau und führen die Struktur weiter. Eine kleine Figurengruppe mit Esel steht im Vordergrund. Dort, wo die Figuren auf Stoff treffen, verwandeln sich ihre Konturen in Fäden.

Die Porzellanfiguren von Marianne Eggimann sind zum Teil lustig wie ein Gorilla mit magnetisch befestigtem Schwanz, den der Betracht nach Laune austauschen kann. Ihre Fabelwesen sind zum Teil verstörend: Ein Vogelmensch sitzt mit angelegten Flügeln zusammengesunken da. Erst bei näherer Betrachtung sieht man: Die Arme, die hinter dem Rücken das Victory-Zeichen zeigen, sind abgehackt.

Ein Besuch der Ausstellung lohnt!