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Beim Plausch im "Cafe? Rosi" ist die Nervosität verflogen

22.05.2007 | 06:41 Uhr

Sie stapfen unruhig von einem Fuß auf den anderen. Der Blick huscht immer wieder in Richtung Tür. Nur noch wenige Meter bis zur Bühne des Theaters Fletch Bizzel. Und nur noch fünf Minuten bis zum Auftritt beim Schultheaterfestival - allmählich steigt bei

"Gleich geht's los", murmelt Julian (14). Zusammen mit seinen elf Klassenkameraden hat er einen Kreis gebildet. Alle halten sich an den Händen, machen sich nochmal Mut. Monatelang haben sie für diesen Auftritt geprobt, jetzt wollen sie ihr Publikum mit Improvisationen zu Italo Calvinos "Die unsichtbaren Städte" überzeugen. "Es ist das erste Mal, dass wir ein Theaterprojekt organisiert haben. Das war eine spannende Erfahrung und eine große Herausforderung", sagt Lehrerin Ruth Wilk. Denn die 14- bis 16-jährigen Nachwuchsschauspieler sind zum Teil mehrfach behindert. Die Vorbereitung war deshalb nicht immer einfach. "Aber wir haben versucht, alle mit einzubeziehen und ihre Fähigkeiten und Vorlieben in das Stück zu integrieren", erklärt die 44-Jährige. Jeder durfte seine Rolle mitgestalten, nach und nach wurde die Scheu vor der Bühne abgebaut.

Und so stehen die Schüler wenig später mit breitem Grinsen und leuchtenden Augen im Fletch Bizzel. Die Nervosität scheint vergessen, als sie sich in lockeren Szenenfolgen mit Isolation und Gemeinsamkeit, Aggression und Annäherung auseinandersetzen und mit viel Liebe zum Detail ihr "Cafe? Rosi" eröffnen.

Der donnernde Applaus zum Schluss tut nicht nur Julian gut. "Wahnsinn, wie viele gekommen sind, um uns zu sehen", strahlt er, als er sich nach dem Auftritt ins Publikum setzt. Jetzt kann er entspannt der nächsten Schülergruppe bei ihrer Aufführung zuschauen.

Die kommt von der Johannes-Wulff-Förderschule und hat zusammen mit dem Turbo Prop-Theater ein Puppenspiel erarbeitet. Mit quietschbunten, selbst gestalteten Figuren aus Gehstöcken, Klobürsten und flauschigen Stoffen zeigen sie in kleinen Sketchen ihr Comedy-Talent. "Es macht wirklich Spaß zu sehen, wie die Kinder ihre Kreativität ausleben", freut sich Rüdiger Eggert vom Turbo Prop-Theater. "Sie helfen sich auf der Bühne gegenseitig und bringen unheimlich viele Ideen mit."

Von Daniela Thamm

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