Bei Wüdo wird wieder Gas gegeben
01.05.2009 | 18:30 Uhr 2009-05-01T18:30:00+0200
Wüdo gibt wieder Gas: Der BMW-Motorrad-Stützpunkt am Flughafen fasst ab dem vierten Mai die gerade begonnene Zweiradsaison ins Auge. Mit verkleinerter Mannschaft hat sich Wüdo damit aus einem Insolvenzverfahren herausgearbeitet und bietet sich wieder als Technik- und Servicepunkt an.
Helmut Wüstenhöfer nutzt diesen Termin quasi zur Staffelstabübergabe in der Geschäftsführung - Tochter Martina wird die Firma nun führen, der Seniorchef und Technikfuchs zieht sich in die Werkstatt zurück.
„Wir sind froh, dass wir einen Investor gefunden haben, der Wüdo aus der Insolvenzmasse übernommen hat”, sagt die Kauffrau und Kfz-Betriebswirtin, die seit 1996 im Unternehmen mitarbeitet. Einer, der seinen Namen nicht nennen möchte.
Nach 30 Jahren kündigte BMW den Händlervertrag
Wie berichtet, hatte das Finanzamt wegen zuletzt etwa 20 000 Euro das Insolvenzverfahren betrieben. Der bundesweiten Entwicklung der seit Jahren ständig sinkenden Zulassungszahlen für Motorräder konnte sich auch Wüdo nicht entziehen. BMW hatte dem Unternehmen nach über 30 Jahren den Händlervertrag gekündigt.
Durch die Rückgabe neuer Motorräder ans Werk fielen damals Umsatzsteuern an, die aus dem laufenden Betrieb bezahlt werden mussten. Da das Motorradgeschäft sowohl im Winter als auch im Sommer starken Schwankungen unterliegt, entpuppten sich die vom Finanzamt angesetzten Ratenzahlungen als zu hoch. Eine Ratensenkung schloss die Behörde indes aus, in der Folge stellten sich Liquiditätsprobleme ein.
Helmut Wüstenhöfer versteht es zwar immer noch nicht, dass das Unternehmen mit zwölf Beschäftigten wegen eines vergleichsweise geringen Betrages nah an den Rand des Verschwindens gebracht wurde, will aber jetzt nach vorne schauen.
Nach vorne schauen heißt, sich mit weniger Personal auf verkleinerter Fläche darum zu kümmern, was Wüdo in 34 Jahren weit über die Grenzen Dortmunds hinaus großgemacht hat: Werkstatt, Service, Zubehör, Reparatur und Restaurierung von Motorrädern ab Baujahr 1949.
Ein kleiner Ausstellungsraum für gebrauchte Maschinen komplettiert demnächst das Angebot. Für die etwa 300 Quadratmeter große verglaste Verkaufshalle nebst Büro- und Sozialräumen wird ab sofort ein Mieter gesucht.
Am neunten Mai wird sozusagen an alter Stelle die Neueröffnung gefeiert - dann wieder aus reiner Freude am Fahren.
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