Bei der Feuerwehr brennt's - Stadt muss handeln

Die Feuerwehr braucht dringend weitere Fahrzeuge und Personal für ihren Rettungsdienst. Die Fälle, in denen Helfer und Notarzt alarmiert werden und zu Einsätzen ausrücken, sind erneut dramatisch gestiegen. Grund ist unter anderem der demografische Wandel.

Dortmund.. Es brennt bei der Feuerwehr: Der Rettungsdienst in Dortmund hat immer mehr Einsätze und es fehlen Fahrzeuge und Personal. In 90 Prozent aller Unglücksfälle müssen die Helfer innerhalb von 8 Minuten vor Ort sein. Das klappt nur bedingt, weil Kapazitäten fehlen.

Dabei lassen die Notrufe der Bürger nicht nach. Im Gegenteil. Von Januar bis März 2015 rückten die Rettungswagen 16 500 Mal aus. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum (14.300) ein Plus um 15 Prozent.

Immer mehr Einsätze

Auch die Notärzte melden mit 6100 Einsätzen ein Plus von 10 Prozent. Ähnlich die Zahl der Krankentransporte: 9827 Einsätze allein in ersten drei Monaten - 12 Prozent mehr.

"Wir spüren die demografische Entwicklung", sagt Feuerwehr-Chef Dirk Aschenbrenner. "Die Menschen werden immer älter. Und wenn der Notarzt nicht kommt, rufen sie eben die 112. Nicht selten stehen unsere Leute vier- bis fünfmal im Jahr vor ein- und demselben Haus", sagt Aschenbrenner.

"Wir können kaum noch mithalten"

"Wir können kaum noch mithalten", so der Feuerwehr-Chef. Bei Engpässen würden bereits Rettungswagen für Krankentransporte eingesetzt. "Und Hubschrauber können wir nicht kontinuierlich anfordern."

Drei neue Rettungswagen müssten her, die 16 Stunden in Betrieb sind. Obendrein müsse möglichst schnell ein weiterer Notarztwagen angeschafft werden. Dazu müssten zügig zwei Planstellen für die Ausbildung in der Rettungsdienstschule besetzt werden, die Leitzentrale brauche fast fünf zusätzliche Planstellen.

Feuerwehr mietet Rettungswagen

Und weil das angedachte Geschäft mit Leasingfahrzeugen nicht klappt, müssten jetzt fünf Rettungswagen bei Hilfsorganisationen gemietet werden. Zusätzliche Kosten: bis zu 2 Millionen Euro im Jahr 2016.

Über die Sofort-Hilfe muss der Rat noch vor der Sommerpause entscheiden. Dezernentin Diane Jägers sagt aber: "Ad hoc werden wir das gar nicht stemmen können." Die Stadt müsste in Vorfinanzierung treten, dann aber sollen die Krankenkassen die Maßnahmen refinanzieren.

Schiebt die Stadt die Sofort-Hilfe auf die lange Bank, läuft sie Gefahr, sich für "Organisationsverschulden" verantworten zu müssen, falls die Retter bei einem Unglücksfall zu spät eintreffen. Gegen Jahresende muss der Rat dann den neuen "Rettungsdienstbedarfsplan" beschließen, der noch mehr Personal und Rettungsmittel vorsieht.