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Bei BVB-Heimspielen werden in Dortmund die Stadtbahn-Wagen knapp

24.10.2012 | 19:45 Uhr
Bei BVB-Heimspielen werden in Dortmund die Stadtbahn-Wagen knapp
Müssen die Dortmunder Stadtwerke neue Stadtbahn-Wagen anschaffen? Schon jetzt wird’s bei Heimspielen eng.Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Die Stadtwerke stehen vor der Gretchenfrage: Was tun mit den alten Stadtbahnwagen? Neukauf oder Sanierung? Und vor allem: Reicht der Bestand – oder muss der Fuhrpark von 74 auf 90 Wagen aufgestockt werden? Für jeden neuen Wagen würden 3 Mio. Euro fällig. Aber schon jetzt wird’s bei BVB-Spielen eng.

Die Dortmunder Stadtwerke (DSW) stehen vor der Gretchenfrage: Was tun mit den insgesamt 74 Stadtbahnwagen (B80), die seit 1987 durch Dortmund rollen und inzwischen in die Jahre gekommen sind? Die Planer in der DSW-Zentrale gehen nicht nur von einem Neukauf aus. Sie rechnen vor, dass die Flotte der Stadtbahnwagen langfristig sogar auf 90 aufgestockt werden muss.

Unumstritten dürfte im Hause DSW sein, dass mindestens die zehn Bonner B-Wagen ersetzt werden müssen, die man 2003 in der Not beschafften und für rund 700 000 Euro/Stück umbauen musste. Die Wagen haben bereits 38 Jahre auf dem Buckel und sind damit noch mal satte zehn Jahre älter als die B80-Fahrzeuge. Die „Bonner“ dürften somit zu den ersten zählen, die ausgewechselt werden.

Eine Million Euro plus X

Fragezeichen indes stehen noch hinter den 64 B80-Wagen, die die Verkehrsbetriebe seit 1987 peu a peu auf die Schiene gesetzt haben. Auch diese Fahrzeuge nähern sich ihrer 30-jährigen Laufzeit. Noch in diesem Jahr sollen in der DSW-Zentrale die Weichen gestellt werden: Neukauf oder Generalsanierung? Rund 3 Mio. Euro pro Wagen werden fällig, sollten sich die DSW-Vorstände für einen neuen Fahrzeugpark entscheiden. Da das Land die Anschaffungskosten aller Voraussicht nach mit 20 bis 30 Prozent fördert, müssten die Verkehrsbetriebe rund 160 Mio. Mio. Euro aus eigener Kraft stemmen.

Die Alternative: DSW verzichtet auf einen Neukauf und schickt seine Flotte stattdessen zur Generalsanierung. „Wir haben uns das in Bonn und Stuttgart angeschaut, die ihre Fahrzeuge ebenfalls kernsanieren“, sagt Rolf Habbes, Leiter der Straßenbahnwerkstätten. Zwar ließen sich die Ergebnisse nicht eins zu eins auf Dortmund übertragen, sagt Habbes.

Der grobe Kostenrahmen aber steht: Im Falle einer Kernsanierung würde mindestens eine Million Euro pro Wagen fällig - mit Luft nach oben.

„Auf Kante genäht“

Die Techniker müssten jedes Detail mit der Aufsichtsbehörde abstimmen. Schließlich würden die Fahrzeuge so auf Vordermann gebracht, dass sie durch eine komplette Neuabnahme müssten, gibt Habbes zu bedenken. Und: Für jedes Fahrzeug würden rund neun Monate Bauzeit fällig. Konsequenzen: Die Schienengleiter fielen während dieser Zeit für den Verkehr aus - und die Stadtwerke gerieten über die Jahre in eine Endlos-Schleife an Reparaturen.

Dabei ist der Bedarf an neuen und zusätzlichen Fahrzeugen vorhanden. Immerhin haben sich die Fahrgastzahlen auf mittlerweile 134 Millionen/Jahr erhöht. Die Verkehrsplaner gehen davon aus, dass sie Jahr für Jahr um 1 bis 2 Prozent steigen. „Wir sind aber schon jetzt auf Kante genäht“, sagt Habbes. Da zeigt sich beispielsweise bei Großveranstaltungen wie BVB-Spielen: Um genügend Bahnen Richtung Stadion auf die Spur setzen zu können, muss schon jetzt der Takt auf der ein oder anderen Linie (beispielsweise nach Hacheney) verlängert werden.

Das alles haben die Stadtwerke-Vorstände bei ihrer Entscheidung zu gewichten und zu bewerten - im November wollen ihnen die Techniker erste Vorschläge liefern. Die endgültige Entscheidung über den Stadtbahnkauf könnte in der März-Sitzung des Aufsichtsrates fallen.

Und selbst das wäre nur ein kleiner Schritt auf einem langen Weg. Sollen alle Anlagen auf modernem Niveau bleiben, müssen bis 2030 rund 1,5 Milliarden Euro investiert werden, hat Verkehrsvorstand Hubert Jung vor geraumer Zeit vorgerechnet.

Gregor Beushausen



Kommentare
25.10.2012
20:29
Kein Problem
von prof.fake | #4

1. Bei Fußballheimspielen zwischen Hauptbahnhof und Stadion nur alte Wagen ohne Bestuhlung einsetzen.
2. Flughafen dicht - und die eingesparten Millionen in neue Wagen für die regulären Fahrgäste einsetzen.

1 Antwort
Bei BVB-Heimspielen werden in Dortmund die Stadtbahn-Wagen knapp
von superimpi | #4-1

Punkt 1 / Teil 1: ok und richtig
Punkt 1 / Teil 2: auch gehbehinderte Menschen haben ein Recht auf ÖNPV.

Punkt 2: Kappes !

25.10.2012
07:11
Bei BVB-Heimspielen werden in Dortmund die Stadtbahn-Wagen knapp
von SchatzenBu | #3

Man könnte die alten Wagen auch nochmals zu Revierderbys schicken, da spart man sich ein Teil der Kernsanierung weil eh schon die gesamte Inneneinrichtung rausgerissen wurde.

24.10.2012
23:47
Alte Wagen für BVB-Heimspiele
von hassias | #2

Gerade weil die Wagen knapp werden, würde ich an Spieltagen nur alte Bahnen fahren lassen. Vlt sogar nich ein paar Stühle raus reißen, damit mehr rein passen.

Warum soll man sich neue Züge sofort zerlegen und voll sauen lassen.

24.10.2012
21:54
Baut die Dinger doch selber!
von FraDiavolo | #1

Wieso baut man die guten alten B80 Wagen nicht selber nach? Wir haben hier in Dortmund eine FH die Fahrzeugbau lehrt. Die Mechaniker und Techniker der DSW kenn die Wagen sowieso im Schlaf, man bestellt sich die ganzen Teile zusammen, den Rest baut man selber... Wieso baut man nicht ein Werk in Dortmund? Das schafft Arbeitsplätze und wir können die Dinger Landesweit verkaufen. Die Bombardier Fahrzeuge taugen doch zu nix und Konkurenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. Ich sage: Wenn alle zusammenspielen, dann bauen wir die Dinger für unter 2 Mio neu das Stück!

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